Giersch hat mehr Vitamin C als eine Zitrone

Schlecht für den Garten, gut für den Menschen: Diese sieben Unkräuter sind richtig gesund

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Gilt gemeinhin als Unkraut, ist aber reich an Vitamin C: die Vogelmiere.
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Unkraut hat man lieber jetzt als gleich aus dem Garten entfernt. Doch genaues Hinsehen lohnt sich: So mancher Wildwuchs entpuppt sich als Superfood.

Kassel – Unkraut jäten gehört sicherlich zu einer der unliebsamsten Tätigkeiten im Garten. Doch gerade im Frühling ist es unabdingbar, die Wiese und das Beet von lästigen Pflanzen zu befreien. Einige Pflanzen sollte man tatsächlich sofort entfernen, doch Unkraut ist nicht gleich Unkraut. Man glaubt gar nicht, wie viel davon man essen kann; und dass die dann auch noch schmecken.

Ein Unkraut, das eher auf halbschattigen Waldböden als im Garten wächst, ist kein unbekanntes: Bärlauch. Aus den Blättern und der Blüte kann man hervorragendes Pesto machen. Dank seiner kräftigen, aber aromatischen Schärfe eignet er sich auch bestens für Dips, Kräuterbutter oder Salat.

Bärlauch alles andere als ein Unkraut – Giersch ist ein wahres Superfood

Doch Vorsicht: Bärlauch ist schwierig vom giftigen Maiglöckchen oder den Herbstzeitlosen zu unterscheiden. Wer sich nicht sicher ist, reißt von der Pflanze ein Blatt ab und reibt es zwischen den Fingern. Riecht es dann nach Knoblauch, ist es Bärlauch. Um ganz sicherzugehen, empfiehlt sich ein Blick auf die Blätter. Also, Augen auf beim nächsten Waldspaziergang zwischen März und Mai. Bärlauch schmeckt nicht nur, sondern liefert auch Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen.

Wer es weniger scharf mag, sollte nach Giersch Ausschau halten. Wegen seiner unterirdischen Triebe ist er nur schwer zu bekämpfen. Doch die Mühe lohnt sich. Geschmacklich ähnelt das Unkraut der Karotte und Petersilie, was den Giersch für Gemüsegerichte und Suppen prädestiniert.

Doch er kann mehr, der Giersch ist ein wahres Superfood. Der Gehalt an Vitamin C überschreitet den der Zitrone um ein Vielfaches. Und auch bei Mineralstoffen übertrumpft er den Grünkohl deutlich. Zudem wird dem Doldenblütler eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.

Gesunde Unkräuter: Pimpinelle und Vogelmiere sind reich an Vitamin C

Ebenfalls viel Vitamin C liefert die Pimpinelle, auch Pimpernell genannt. Sie hat einen ähnlichen Geschmack wie Gurken, daher eignen sich die Blätter bestens für Salate. Ernten kann man die Pimpinelle zwischen Mai und September. Zu empfehlen sind die jungen Blätter, die alten enthalten ordentlich Bitterstoffe.

Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem Salat aus Vogelmiere? In den langen Stängeln und Blättchen verbirgt sich deutlich mehr Vitamin C als im Feldsalat und auch der Eisengehalt ist deutlich höher. Weil sie roh und frisch am bekömmlichsten ist, schmeckt Vogelmiere auch in Smoothies und als Pesto besonders gut.

Kräuter für Anfänger: Die 10 besten für Balkon und Garten

Eine Frau begutachtet eine Salbeipflanze
Salbei wächst schnell, mag volle Sonne und Rückschnitte. Das verspricht eine gute Ernte. © Mint Images/Imago
Kresse in einer halbierten Eierschale in einem Eierbecher in Huhnform
Kresse lässt sich aus Samen auf kleinstem Raum kinderleicht selbst ziehen. © Manfred Ruckszio/Imago
Zweige und Blüte von Strauchbasilikum (Ocimum basilicum) Magic Blue in der Nahaufnahme
Das einjährige Strauchbasilikum wächst schnell und buschig. Perfekt für Bienen und zu Tomate-Mozzarella. © imagebroker/Imago
Ein älterer Herr riecht an einer großen Bohnenkrautstaude
Das winterharte Bohnenkraut braucht nicht viel Wasser und gedeiht auch auf dem Balkon sehr gut. © imagebroker/Imago
Knospender und blühender Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Schnittlauch sollte man ernten, bevor sich Knospen bilden – aber mit Blüten ist er eine Zierde. © blickwinkel/Imago
Eine tiefgrüne Pflanze Krause Petersilie
Nicht zu trocken, nicht zu nass und genug Licht – damit ist die Petersilie schon zufrieden. © Shotshop/Imago
Eine Frau pflanzt Minze in einen Topf mit Erde, Ansicht von oben
Wenn man Minze genug gießt, wuchert sie wie verrückt. Der Anbau im Topf ist sinnvoll, um sie zu bremsen. ©  Westend61/Imago
Ein großer blühender Oregano (Origanum vulgare) und ein Thymian im Topf auf einem Balkon
Oregano ist eine winterharte Staude, die einen mageren Boden bevorzugt. Düngen muss man nicht, wässern nur bei großer Hitze. © blickwinkel/Imago
Zahlreiche Zitronenmelisseblätter von oben aufgenommen
Die Zitronenmelisse mag es sonnig, sie darf nur nicht austrocknen. Wenn man sie schneidet, bildet sie neue Triebe. © Shotshop/Imago
Ein Mann pflanzt einen Thymianbusch in einen Tontopf
Damit Thymian gut wächst, sollte er nach dem Kauf in einen größeren Topf, am besten in mit Sand gemischte Blumenerde. © Westend61/Imago

Ganz ähnlich wie bei der Vogelmiere verhält es sich beim Knopfkraut, das auch als Franzosenkraut bezeichnet wird. Es schmeckt wie Kopfsalat, hat aber viel mehr Nährstoffe. Knopfkraut ist reich an Vitamin A, Vitamin C, Eisen, Kalzium, Magnesium sowie Mangan. Das Kraut, das ab April am Wegesrand geerntet werden kann, gefällt ebenfalls roh in Salaten, Smoothies oder als Pesto.

Gartenschaumkraut schmeckt wie Kresse – Sauerampfer passt zu Fisch

Beim Sauerampfer ist der Name Programm. Das Unkraut, das an den spitz zulaufenden, pfeilförmigen Blättern zu erkennen ist, schmeckt sauer. Deshalb kann er als Ersatz für Zitrone oder Essig herhalten. Die Erntezeit des Sauerampfers geht von April bis November. Aufgrund seiner Säuerlichkeit passt er hervorragend zu Fisch. Er macht sich aber auch gut in Suppen, Saucen und Salaten.

Sauerampfer erkennt man an den spitz zulaufenden, pfeilförmigen Blättern.

Wer Kresse mag, wird auch Gartenschaumkraut nicht verschmähen. Reich an Senfölen, Mineral- und Bitterstoffen, verleiht das Kraut fein gehackt Frischkäse, Suppen, Quark und Butter einen würzigen Geschmack. Zwischen März und Mai kann Gartenschaumkraut an halbschattigen Plätzen geerntet werden.

Wer Gefallen an Unkraut als Delikatesse gefunden hat, kann sich ein Wildkräuterbuch anschaffen. Aber auch Smartphone-Apps eignen sich sehr gut als Informationsquelle. Mit dem richtigen Wissen steht dem Genuss nichts mehr im Wege. Übrigens, auch die Brennnessel ist keineswegs nur ein Unkraut. (mt)

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