Senioren und Menschen ab 60 sollten sich regelmäßig gegen die Grippe impfen. Es besteht aber die Gefahr, dass die Impfung nicht gut wirkt.
Die kalte Jahreszeit naht, und mit ihr die gefürchtete Grippewelle. Besonders ältere Menschen sind jetzt gefährdet, denn ihr Immunsystem ist oft nicht mehr so stark wie in jungen Jahren. Die Grippeimpfung wird daher empfohlen, um die Gesundheit dieser anfälligen Gruppe zu schützen. Allerdings zeigt die Impfung bei Senioren oft nicht die gewünschte Wirkung. Woran das liegt und wie man sich anderweitig vor der Grippe schützen kann.
Grippe-Impfung: Was ist das und wie funktioniert sie?
Die Grippeimpfung ist eine präventive Maßnahme zur Bekämpfung der Influenza, einer hochansteckenden Virusinfektion, die jährlich Millionen von Menschen betrifft. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wird die Impfung jedes Jahr angepasst, um gegen die aktuell zirkulierenden Virusstämme zu schützen. Sie funktioniert, indem sie das Immunsystem anregt, spezifische Antikörper zu produzieren, damit diese bei einer späteren Infektion mit dem Virus schneller entstehen können. Das geschieht in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen nach der Impfung, weshalb man sich rechtzeitigen um die Impfung kümmern sollte.
Die Impfstoffe sind in der Regel in zwei Hauptkategorien unterteilt: inaktivierte und lebend abgeschwächte Impfstoffe. Inaktivierte Impfstoffe enthalten laut Gesundheitsforschung-bmbf.de Viruspartikel, die nicht mehr infektiös sind, während lebend abgeschwächte Impfstoffe eine abgeschwächte Form des Virus enthalten, die bei gesunden Personen keine Krankheit auslöst. Diese unterschiedlichen Typen ermöglichen es, die Impfung an die Bedürfnisse verschiedener Gruppen anzupassen.
Empfehlungen: Wie oft sollte sich welche Altersgruppe impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für alle Personen ab einem Alter von sechs Monaten, insbesondere jedoch für Menschen über 60 Jahre, Schwangere und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen. Laut dem Aerzteblatt.de ist es außerdem wichtig, sich jährlich impfen zu lassen, da die Grippeviren ständig mutieren und die Impfung somit an die aktuelle Viruslage angepasst werden muss. So sollen auch die Verbreitung der Grippeviren reduziert und schwere Krankheitsverläufe vermieden werden.
Die Impfempfehlung basiert laut Gesundheitsforschung-bmbf.de auf Studien, die die Effektivität der Impfung in verschiedenen Altersgruppen analysieren. Dabei wurde auch bestätigt, dass im Alter die Abwehrkräfte nachlassen, was die Ansteckungsgefahr erhöht. Die Impfung senkt nicht nur das individuelle Risiko einer Erkrankung, sondern auch die Übertragung des Virus in der Gemeinschaft.
Senioren und Grippe: Warum die Impfung nicht immer so gut wirkt
Bei Senioren zeigt die Grippeimpfung oft nicht die gleiche Effektivität wie bei jüngeren Menschen. Laut einer Studie einer Arbeitsgruppe des Zentrums für Individualisierte Infektionsmedizin (CiiM), die im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht wurde, liegt dies vor allem an den altersbedingten Veränderungen des Immunsystems. Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, Antikörper zu bilden. Zudem können chronische Erkrankungen und die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten die Immunantwort auf die Impfung beeinträchtigen.
Laut RKI wird dieses Phänomen im menschlichen Körper auch „Immunoseneszenz“ genannt, ein Prozess, der das Immunsystem im Alter schwächt. Das bedeutet, dass das Immunsystem nicht nur langsamer reagiert, sondern auch weniger effektiv Antikörper produziert. Das kann dazu führen, dass selbst nach einer Impfung nicht genügend Antikörper gebildet werden, um eine wirksame Immunität gegen die Grippe zu gewährleisten.
Empfehlungen: Wie man sich vor Grippe schützen kann
Um sich dennoch vor der Grippe zu schützen, sollten Senioren neben der Impfung auch andere Maßnahmen beherzigen. Das RKI empfiehlt regelmäßiges Händewaschen, das Vermeiden von Menschenansammlungen während der Grippezeit und eine gesunde Lebensweise zur Stärkung des Immunsystems. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, kann dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken. Besonders wichtig sind Vitamin C und D sowie Zink, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen.
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Zusätzlich kann ausreichende Bewegung dabei helfen, die Abwehrkräfte zu unterstützen. Regelmäßige, moderate körperliche Aktivität, wie z. B. Spaziergänge oder leichte Gymnastik, kann die allgemeine Gesundheit fördern und das Risiko für Atemwegserkrankungen verringern. Auch der Verzicht auf das Rauchen und der moderate Konsum von Alkohol tragen zur allgemeinen Gesundheit bei.
Zudem sollten Senioren über die Bedeutung von Hygienemaßnahmen informiert sein, wie etwa das regelmäßige Desinfizieren von Oberflächen und das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei größeren Zusammenkünften. Laut Impfen-info.de sollte in der Grippezeit auch das Händeschütteln vermieden werden. Letztlich ist die Kombination aus Impfung, gesunder Lebensweise und allgemeinen Hygienemaßnahmen der Schlüssel, um die Grippewelle bestmöglich zu überstehen.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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