Soll ich mich jetzt noch gegen Grippe impfen lassen? Empfehlungen im Überblick
VonJuliane Gutmann
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Es ist im Januar bereits zu spät, sich gegen Influenza impfen zu lassen: Ein Gerücht, das so nicht stimmt. Der Zeitpunkt der Impfung hat aber Einfluss auf die Wirksamkeit.
Die Ständige Impfkommission Stiko empfiehlt Risikogruppen eine jährliche Impfung gegen die echte Grippe (Influenza). Dazu zählen Menschen, die älter als 60 Jahre sind, Schwangere, chronisch Kranke wie Diabetiker und Menschen mit schwachem Immunsystem. Die jährliche Auffrischimpfung soll schwere Krankheitsverläufe verhindern. Doch der Impfschutz hängt stark davon ab, ob der aktuelle Impfstoff gut genug an die kursierenden Grippeviren angepasst ist. Diese verändern sich von Jahr zu Jahr, weshalb die Hersteller von Impfstoffen auch die Formulierungen jährlich neu anpassen.
Vor dem Hintergrund kann die Wirksamkeit der Influenza-Impfung mitunter geringer ausfallen als bei anderen Impfstoffen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) weiter informiert, sei die Impfung dennoch sinnvoll. Durch sie könnten viele Grippe-Fälle verhindert werden. Jährlich sollen es in Deutschland sogar 400.000 verhinderte Grippe-Erkrankungen bei Ü-60-Jährigen sein. Diese Schätzung basiert auf einer Studie, die vom RKI zitiert wird. Des Weiteren soll Influenza bei geimpften Personen milder, also mit weniger Komplikationen verlaufen als bei Ungeimpften.
Am besten bis Mitte Dezember gegen Grippe impfen lassen
Zehn bis 14 Tage dauert es, bis der Grippe-Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Dieser schützt in aller Regel über die gesamte Grippesaison hinweg, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert. Die Grippewelle rollt in der Regel im Januar an. Entsprechend wird empfohlen, sich vor dem Jahreswechsel impfen zu lassen. Der BZgA zufolge sollte die Impfung gegen Grippe jedes Jahr, vorzugsweise ab Oktober bis Mitte Dezember, durchgeführt werden.
Eine Grippeschutzimpfung schützt vor schweren Krankheitsverläufen, dennoch denken viele Menschen darüber nach, ob sie die Impfung in Anspruch nehmen sollen.
Aber auch eine spätere Grippeimpfung zu Beginn des neuen Jahres sei noch sinnvoll, heißt es weiter. Das gilt besonders dann, wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt oder gerade erst begonnen hat. Die BZgA empfiehlt in dem Fall, sich baldmöglichst durch den behandelnden Arzt beraten zu lassen. Denn Mediziner erhalten die Wochenberichte der Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI und so Auskunft über den aktuellen Verlauf der Grippesaison.
Wie lange eine Grippewelle anhält, ist nicht genau vorauszusagen. In der Saison 2022/2023 kam es beispielsweise im März zu einer zweiten Grippewelle durch eine andere Virusvariante, wie das RKI informiert. Vor diesem Hintergrund kann eine Grippeschutzimpfung Ende Januar immer noch Sinn ergeben.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.