Der richtige Zeitpunkt

Soll ich mich jetzt noch gegen Grippe impfen lassen? Empfehlungen im Überblick

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Es ist im Januar bereits zu spät, sich gegen Influenza impfen zu lassen: Ein Gerücht, das so nicht stimmt. Der Zeitpunkt der Impfung hat aber Einfluss auf die Wirksamkeit.

Die Ständige Impfkommission Stiko empfiehlt Risikogruppen eine jährliche Impfung gegen die echte Grippe (Influenza). Dazu zählen Menschen, die älter als 60 Jahre sind, Schwangere, chronisch Kranke wie Diabetiker und Menschen mit schwachem Immunsystem. Die jährliche Auffrischimpfung soll schwere Krankheitsverläufe verhindern. Doch der Impfschutz hängt stark davon ab, ob der aktuelle Impfstoff gut genug an die kursierenden Grippeviren angepasst ist. Diese verändern sich von Jahr zu Jahr, weshalb die Hersteller von Impfstoffen auch die Formulierungen jährlich neu anpassen.

Vor dem Hintergrund kann die Wirksamkeit der Influenza-Impfung mitunter geringer ausfallen als bei anderen Impfstoffen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) weiter informiert, sei die Impfung dennoch sinnvoll. Durch sie könnten viele Grippe-Fälle verhindert werden. Jährlich sollen es in Deutschland sogar 400.000 verhinderte Grippe-Erkrankungen bei Ü-60-Jährigen sein. Diese Schätzung basiert auf einer Studie, die vom RKI zitiert wird. Des Weiteren soll Influenza bei geimpften Personen milder, also mit weniger Komplikationen verlaufen als bei Ungeimpften.

Am besten bis Mitte Dezember gegen Grippe impfen lassen

Zehn bis 14 Tage dauert es, bis der Grippe-Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Dieser schützt in aller Regel über die gesamte Grippesaison hinweg, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert. Die Grippewelle rollt in der Regel im Januar an. Entsprechend wird empfohlen, sich vor dem Jahreswechsel impfen zu lassen. Der BZgA zufolge sollte die Impfung gegen Grippe jedes Jahr, vorzugsweise ab Oktober bis Mitte Dezember, durchgeführt werden.

Eine Grippeschutzimpfung schützt vor schweren Krankheitsverläufen, dennoch denken viele Menschen darüber nach, ob sie die Impfung in Anspruch nehmen sollen.

Aber auch eine spätere Grippeimpfung zu Beginn des neuen Jahres sei noch sinnvoll, heißt es weiter. Das gilt besonders dann, wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt oder gerade erst begonnen hat. Die BZgA empfiehlt in dem Fall, sich baldmöglichst durch den behandelnden Arzt beraten zu lassen. Denn Mediziner erhalten die Wochenberichte der Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI und so Auskunft über den aktuellen Verlauf der Grippesaison.

Wie lange eine Grippewelle anhält, ist nicht genau vorauszusagen. In der Saison 2022/2023 kam es beispielsweise im März zu einer zweiten Grippewelle durch eine andere Virusvariante, wie das RKI informiert. Vor diesem Hintergrund kann eine Grippeschutzimpfung Ende Januar immer noch Sinn ergeben.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Anne Tessin/DALL-E (KI-generiert)

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