Große Hauskatze

Großes Herz in kleinem Luchs: Norwegische Waldkatze

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Eine enorme Katze mit buschigem Schwanz: Die Norwegische Waldkatze hat seit Jahrhunderten nordische Mythen beeinflusst. Ist sie wirklich so wild?

Eine Katze, die anmutet wie eine Mischung aus Bär und Luchs: Die Norwegische Waldkatze ist wahrlich besonders. Ihr wildes Äußeres täuscht dabei allerdings: Diese Riesenkatze ist in Wahrheit ein treues Flauschbällchen mit einer geheimnisvollen Herkunft.

Eine Katze aus den tiefen Wäldern Skandinaviens

Haben Wikinger Perserkatzen von ihren Seefahrten mitgebracht, die sich zu Hause mit den lokalen Kurzhaarkatzen paarten? Oder ist das lange Fell dieser Rasse durch natürliche Mutation entstanden? So ganz weiß man es nicht. Fest steht nur, dass die Norwegische Waldkatze – Original: Norsk Skogkatt – bereits seit vielen hundert Jahren durch die Wälder Skandinaviens streift und auch schon in alten mythologischen Geschichten auftaucht. Durch ihr langes, dichtes Fell ist sie ideal an die kalten Klimabedingungen angepasst. Zudem ist sie eine hervorragende Jägerin, die Mäuse von Bauernhöfen fernhält. Gezielt gezüchtet wird die Rasse allerdings erst seit den 1930ern.

In der nordischen Mythologie sind Norwegische Waldkatzen Zauberwesen, gegen die selbst Donnergott Thor nicht ankommt.

Dichtes Fell und stämmiger Körper: Das Aussehen der Norwegischen Waldkatze

Wer in eisiger Kälte überleben will, braucht einen warmen Pelz. Davon hat die Norwegische Waldkatze mehr als genug: Sie besitzt warme Unterwolle, wasserabweisendes Oberfell, Brustfell, eine Halskrause, einen buschigen Schwanz und sogar pelzige Ohren und Füße. Noch dazu gehört sie zu den größten Katzenrassen und ist kräftig und robust gebaut. Sie hat einen dreieckigen Kopf und hoch angesetzte Ohren. Farblich ist bei Rassekatzen fast alles erlaubt, außer die Brauntöne Chocolate, Fawn und Cinnamon oder Lilac, eine Cremefarbe mit Lavendelstich.

Norwegische Waldkatze

Herkunft: Norwegen, eventuell verwandt mit Perserkatzen

Größe: ca. 45 Zentimeter Schulterhöhe, ca. 130 Zentimeter Kopf-Schwanz-Länge

Gewicht: bis 9,5 Kilogramm

Fell: halblang

Charakter: sanft, aber auch verspielt

Lebenserwartung: bis 15 Jahre

Norwegische Waldkatze im Größenvergleich

Norwegische Waldkatze45 cm
Savannah-Katze48 cm
Maine Coon42 cm
Ragdoll 40 cm
Sibirische Katze35 cm

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Der Charakter der Norwegischen Waldkatze

Über Jahrhunderte streifte die Norwegische Waldkatze allein durch die Wälder. Der Verdacht liegt also nah, dass es sich hier um eine sehr unabhängige und freiheitsliebende Katze handelt. Stimmt aber nicht: Norweger sind sehr treue, menschenbezogene Gefährten. Die Waldkatze ist sehr verschmust und spielt gerne. Ihr eigen ist, dass sie sich langsamer als andere Katzenrassen entwickelt. Sie ist erst mit etwa drei bis vier Jahren ausgewachsen und wird auch später geschlechtsreif.

Die Norwegische Waldkatze ist dafür gemacht, durch verschneite Landschaften zu streifen.

Die richtige Haltung der Norwegischen Waldkatze

Die Norwegische Waldkatze ist eine sehr begabte Jägerin und Kletterin, die einen Freigang genießt. Besonders an ihr ist, dass sie sich kopfüber von Bäumen hangeln kann. Sie kann aber auch in der Wohnung gehalten werden, wenn sie es von Kitten-Alter an nicht anders kennt. Dann braucht sie aber genügend Bewegungsmöglichkeiten – und einen Freund an ihrer Seite.

So pflegen Sie eine Norwegische Waldkatze

Wie alle Langhaarkatzen, braucht auch die Norwegische Waldkatze eine regelmäßige Fellpflege, damit der Pelz nicht verfilzt. Im Idealfall sollten Sie sie von klein auf ans tägliche Bürsten gewöhnen. 

Zehn besondere Schönheiten: Diese Langhaarkatzen-Rassen sollten Sie kennen

Eine ältere Frau bürstet eine weiße Perserkatze
Quasi der Prototyp unter den Langhaarkatzen: Die Perserkatze beeindruckt mit ihrer wallenden Mähne. Die braucht allerdings auch Pflege: Die Katze muss oft gebürstet und bestenfalls auch gebadet werden. Den Aufwand macht die edle Samtpfote dagegen mit ihrem freundlichen Gemüt wett. © imageBROKER/G. Lacz/IMAGO
Eine braun getigerte Deutsch Langhaarkatze schaut in die Kamera
Eine europäische Langhaarkatze ist die Deutsch Langhaar. Diese ist sogar verhältnismäßig pflegeleicht. Diese Rasse geht gerne nach draußen, kann aber auch in der Wohnung gehalten werden – dann braucht sie aber einen Freund an ihrer Seite. © Zoonar.com/Fotofeeling/IMAGO
Ein graues Kitten der Rasse Britisch Langhaar im Gras
Das Gen für lange Haare ist bei Katzen rezessiv – deswegen kommt es selten zum Vorschein. Manchmal zeigt es sich aber doch, zum Beispiel kann bei der Zucht der Britisch Kurzhaar ein langmähniges Kitten geboren werden. Daraus hat sich die Variante der Britisch Langhaar ergeben. © Wirestock/IMAGO
Jemand kämmt das Fell einer Maine Coon Katze
Ein riesiger Zottellöwe ist die Maine Coon: Sie kann bis zu zehn Kilo schwer werden! Das macht sie allerdings nicht schwerfällig. Diese amerikanische Rasse klettert gerne. Ihr dichtes Fell braucht regelmäßige Pflege. © HICARLES/Pond5 Images/IMAGO
Eine Norwegische Waldkatze sitzt im Schnee
In den Wäldern Skandinaviens ist es kalt und nass. Kein Wunder, dass die „Skogkatt“, die Norwegische Waldkatze, ein dichtes Fell braucht. Entgegen ihres Namens ist sie aber kein unbändiges Wildtier: Temperamentvoll, ja, aber sonst eine freundliche Familienkatze. © Astrid08/Panthermedia/IMAGO
Eine RagaMuffin liegt auf dem Rücken auf dem Teppich
Auch die RagaMufin ist eine Riesin, ähnlich wie die Maine Coon und die Norwegische Waldkatze: Dabei handelt es sich hier um sanfte Schmusekater. Diese Rasse mit ihrem seidigen, Angora-artigem Fell, ist eng mit der Ragdoll verwandt. © Pond5 Images/IMAGO
Eine helle Birma-Katze
Die Birma-Katze hat wenig Unterwolle, das macht sie pflegeleichter als ihre pelzigeren Gefährten. Dafür macht sie sich ihre weißen „Socken“ nicht so gerne schmutzig – die Heilige Birma ist gut für die Wohnungshaltung geeignet. © Funke Foto Services/IMAGO
Eine weiße Türkisch Angora liegt auf dem Boden und schaut in die Kamera.
Weich wie ein Kaninchen – das ist die Türkisch Angora. Kein Wunder, dass diese Rasse früher bei den Sultanen gelebt haben soll. Heute ist sie eine verspielte Familienkatze, die gerne durch die Wohnung tobt und sehr an ihrem Menschen hängt. © Pond5 Images/IMAGO
Eine Sibirische Katze liegt auf einer Leiter
In den kalten Wintern Sibiriens braucht man einen dicken Pelz: Deswegen hat die Sibirische Katze gleich ein doppellagiges Fell, zusätzlich noch ein warmes Unterfell und eine buschige Halskrause. Das alles ist sogar wasserabweisend – Vertreter dieser Katzenrasse nehmen gerne mal ein Bad. Im Sommer verlieren sie dann viel von ihrer Wolle und der Pelz wirkt deutlich dünner. © Svetlana Vozmilova/IMAGO
Eine dunkelbraune Katze der Rasse LaPerm mit lockigem Fell
Diese Katzenrasse entstand durch einen Zufall: Eine Bauernhofkatze gebar ein ungewöhnliches Kitten. Curly wurde nackt geboren und entwickelte nach einigen Wochen lockiges Fell. Diese seltsame Eigenschaft gab Curly wiederum auch an ihren Nachwuchs weiter. Besitzerin Linda Koehl beschäftigte sich daraufhin näher mit der Katzenzucht. Heraus kam eine neue Rasse, mit Fell wie nach einer Dauerwelle und einem liebevollen, anschmiegsamen Charakter. © Pond5 Images/IMAGO

Typische Krankheiten der Norwegischen Waldkatze

Grundsätzlich sind Norwegerkatzen sehr robust und nicht besonders krankheitsanfällig. Diese Krankheiten können selten auftreten – vor allem, wenn betroffene Tiere zur Zucht verwendet werden:

  • IV-Glycogonese: Diese rassentypische Erbkrankheit ist leider unheilbar und tödlich. Erbt ein Kitten das Gen von beiden Eltern, hat es nur eine Lebenserwartung von etwa einem Jahr.
  • Eine Hüftgelenksdysplasie kann zu starken Schmerzen führen.
  • Manche Tiere erkranken an einer Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), einer Verdickung des Herzmuskels.
  • Es kann vorkommen, dass Tiere eine Anämie aufgrund eines Pyruvatkinase-Mangels entwickeln. Auch das mindert die Lebenserwartung.
Verantwortungsbewusste Züchter wählen Elterntiere genau aus, um Erbkrankheiten vorzubeugen.

Eine Norwegische Waldkatze kaufen: Kosten, Zucht, Tierheim

Eine Rassekatze von einem verantwortungsbewussten Züchter kostet etwa 800 Euro aufwärts. Sparen Sie nicht, indem Sie auf weniger vertrauenswürdige Quellen zurückgreifen. Bei einer schlechten Zucht treten rassetypische Krankheiten eher auf, da betroffene Tiere nicht ausgeschlossen werden. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Ihr Haustier jung stirbt.

Natürlich suchen aber auch immer wieder Privatmenschen für ihren Stubentiger ein neues Zuhause. Mit etwas Geduld können Sie reinrassige Norwegische Waldkatzen im Tierheim finden.

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