VonKarolin Schaeferschließen
Die Cannabis-Legalisierung in Deutschland steht bevor. Das bedeutet auch: Zu Hause dürfen bald Pflanzen angebaut werden. Wie der Eigenanbau gelingt.
Kassel – Noch ist es in Deutschland verboten, ein geplantes Gesetz soll es aber bald möglich machen: Schafft es der Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Cannabis durch den Bundestag und Bundesrat, ist der Besitz des berauschenden Krauts künftig legal. Hinzu kommt: Cannabis darf in bestimmten Mengen zu Hause angebaut werden. Die geplante Legalisierung sorgt im Kreis Kassel für Diskussionen.
Sogenannte Cannabis-Clubs dürfen an volljährige Vereinsmitglieder Samen und Stecklinge für den Eigenanbau abgeben. Laut Bundesgesundheitsministerium sind das maximal sieben Samen und fünf Stecklinge pro Monat. Straffrei seien dann aber lediglich maximal drei weiblich blühende Pflanzen pro Person.
| Cannabispflanze | |
|---|---|
| Gattung | Hanfgewächse |
| Vegetationsperiode | einjährig |
Cannabis bald legal: So gelingen Anzucht und Anbau der Pflanze
Doch wie kann der Anbau der Cannabis-Pflanze gelingen? Vor allem weibliche Samen spielen eine große Rolle. Männliche Hanfpflanzen sollten besser aussortiert werden. Denn: Sobald die weibliche Pflanze von männlichen Pollen bestäubt wird, bilden sich Samen, die Blüten gehen zurück, informierte Zamnesia, ein Online-Shop für Cannabis-Samen in Amsterdam.
Bevor die Samen ausgesät werden, sollten sie vorab keimen, berichtete der RND. Dafür müssen die Samen beispielsweise in feuchtes Toilettenpapier oder Wattepads gelegt und abgedeckt werden. Sobald sich nach wenigen Tagen Wurzeln bilden, kann das Gewächs in einen Anzuchttopf gepflanzt werden.
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Danach verhält sich eine Cannabis-Pflanze ähnlich wie andere Pflanzen. Wird der Topf zu klein, muss das Gewächs in einen größeren umgetopft werden. „Cannabis wächst überall dort, wo auch Tomaten wachsen“, erklärte Martin Hofmann vom deutschen Hanfverband dem RND. Auch beim Tomaten-Anbau gilt es einiges zu beachten.
Cannabis-Pflanzen zu Hause anbauen: Das benötigt das Gewächs
Wichtig sind viel Licht, Wärme und der richtige Dünger, schreibt das Branchenportal CannaConnection. Der kleine Setzling sollte aber erst nach und nach an das Sonnenlicht gewöhnt werden. Beim Gießen sei weniger mehr. Staunässe schadet der Pflanze. Zudem sollte überschüssiges Wasser abgegossen werden. Die Pflanze kann dabei im Freien, also auf dem Balkon oder im eigenen Garten, oder in der Wohnung angebaut werden.
Draußen sei der Ertrag etwas geringer als mit spezieller Ausrüstung, so Hofmann. „Natürlicherweise wachsen die Pflanzen von Frühjahr bis Spätsommer. Wenn dann die Tage kürzer werden, löst das die Blüte der Pflanze aus. Dann dauert es noch einmal acht bis zwölf Wochen, bis geerntet werden kann.“ Geerntet wird also im Herbst, im Frühjahr können dann neue Pflanzen ausgesät werden.
Eigenanbau von Cannabis: „Grow Boxen“ ermöglichen optimale Bedingungen
Für den Anbau in der Wohnung oder im Haus gibt es sogenannte „Grow Boxen“. Die Pflanzen werden dann in speziellen Zelten herangezogen. Dazu gehören laut Zamnesia unter anderem künstliches Licht, Ventilatoren sowie Filter. Das sei teuer. Hinzu kommen noch die Kosten für den Strom.
Die „Grow Boxen“ können legal erworben werden. Der Vorteil: Die Pflanze wächst unter optimalen Bedingungen, wodurch die Ernte üppiger ausfällt. Laut RND sind sogar mehrere Ernten pro Jahr möglich. Zudem werde verhindert, dass man die Nachbarn mit seinem Anbau stört. Denn: Cannabis-Pflanzen haben in der Blütezeit einen starken Geruch. Dieser darf Nachbarn nach der Legalisierung nicht belästigen. Der Anbau in Gemeinschaftsgärten ist tabu. Zudem muss darauf geachtet werden, dass Fremde, Kinder und Jugendliche keinen Zugriff auf die Pflanzen haben, betonte das Gesundheitsministerium.
Wer sich die Kosten für die Ausrüstung sparen möchte, sollte einen sonnigen Ort auf der Fensterbank für die Pflanze wählen. Hofmann zufolge sei der Anbau in den eigenen vier Wänden aber in jedem Fall zeitintensiv. „Es ist ähnlich wie mit einem Haustier, das sie nicht allein lassen können“, so der Experte. Wird Cannabis legal, sieht ein Psychiater verstärkte Gesundheitsrisiken. (kas)
Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

