Katzensprache verstehen

Katze schnurrt nicht mehr: Welche Ursachen das haben kann

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Statt herzlichem Brummen … nichts? Wenn Ihre Katze nicht mehr oder überhaupt nie schnurrt, kann das unterschiedliche Gründe haben. Wann sollten Sie zum Tierarzt?

Sie kennen das: Eine glückliche Katze schmiegt sich an Sie, streicht um Ihre Beine und wirft den Brummmotor an. Eine schnurrende Katze ist unwiderstehlich. Doch was, wenn Ihre Katze plötzlich aufhört zu schnurren oder gar noch nie geschnurrt hat? Das kann besorgniserregende Gründe haben – aber auch völlig harmloser Natur sein.

Ihre Katze schnurrt nicht mehr? Daran könnte es liegen

Wenn Katzen nicht mehr schnurren, kann eine Krankheit dahinterstecken. (Symbolbild)

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Ihre Katze hat bisher begeistert geschnurrt und jetzt plötzlich nicht mehr? Das könnte tatsächlich ein Grund für einen Besuch beim Tierarzt sein. Typische Ursachen sind:

  • Ihre Katze ist krank. Hat Ihr Haustier Schmerzen im Kehlkopf, könnte das Schnurren schmerzhaft sein. Besonders, wenn der Stubentiger plötzlich weniger frisst, mehr Ruhe braucht oder sonstige Krankheitsanzeichen wie Durchfall, entzündete Augen oder Hautirritationen zeigt, ist ein Besuch beim Tierarzt Pflicht. Ältere Katzen könnten aber auch das Schnurren einstellen, weil es ihnen schlicht zu anstrengend wird.
  • Ihre Katze ist unglücklich. Schnurrt Ihre Katze nicht mehr, kann das auch psychische Ursachen haben. Vielleicht hatte sie einen Unfall, der sie traumatisiert hat? Ihre Katze könnte auch einsam sein oder vielleicht ist der Kater stark gestresst. Das könnte daran liegen, dass sich der Alltag Ihrer Katze stark verändert hat. Möglicherweise sind Sie gerade umgezogen oder haben ein neues Familienmitglied aufgenommen? Auch der Tod eines geliebten Menschens oder Tierfreundes kann die Katze so verstören, dass sie nicht mehr schnurrt oder psychosomatische Krankheitsbilder zeigt. Lautstärke wie konstanter Kinderlärm stresst die Katze ebenfalls. Sorgen Sie in diesem Fall für ausreichend Rückzugsmöglichkeiten.

Wenn die Katze gar nicht schnurrt

Sie haben vor Kurzem oder auch schon vor längerer Zeit eine neue Katze bekommen, die gar nicht schnurrt? In diesem Fall müssen Sie sich nicht unbedingt Sorgen machen. Manche Katzen sind einfach nicht so kommunikativ – oder sie können anatomisch gar nicht schnurren, weil ihr Kehlkopf verformt ist. Katzen, die sehr jung von ihrer Mutter getrennt wurden, haben auch nie gelernt, wie Schnurren funktioniert. Katze und Kater können aber auch anders ihre Liebe zeigen: Sucht das Tier Ihre Nähe, streicht um Ihre Beine, lehnt sich an Sie und lässt sich streicheln, dann ist es zufrieden. Es ist auch ein gutes Zeichen, wenn Ihre Katze Ihre Hand ableckt

Es kann natürlich auch sein, dass Ihr neuer Mitbewohner einfach Zeit braucht. Hat er eine schlimme Vergangenheit oder ist einfach schüchtern, braucht der Stubentiger eventuell einfach eine Weile, um Vertrauen zu Ihnen zu fassen.

Zehn spannende Fakten über Katzen, die selbst die coolsten Kater zum Schnurren bringen

Zwei niedliche weiße und rote Kätzchen sitzen auf dem Boden vor einer Backsteinmauer.
Was viele Katzenhalter nicht wissen: Erwachsene Katzen miauen eigentlich nicht mehr. Der spezielle Katzenlaut, den Kitten als Signal an ihre Mutter von sich geben, ist Experten zufolge im Erwachsenenalter ausschließlich für Menschen bestimmt. Forscher gehen davon aus, dass sie Betonung und Melodie daran anpassen, was sie erreichen wollen. Mit ihren Artgenossen kommunizieren Katzen über ihre Körpersprache. © Pond5/Imago
Nahaufnahme vom Gesicht einer hellen Katze, die aus dem Fenster zu schauen scheint.
An den Schnurrhaaren einer Katze kann man ihre Stimmung ablesen: Hängen die feinen Härchen nach unten, ist die Katze entspannt. Richten sie sich nach vorne, könnte es sein, dass Ihre Mieze verärgert ist. Sind die Schnurrhaare nach hinten gebogen und liegen eng am Körper an, empfindet die Katze Angst oder bereitet sich auf einen Angriff vor. Richtet der Stubentiger seine Schnurrhaare dagegen nach vorne und fächert sie weit auf, bedeutet das, dass er aufmerksam und aktionsbereit ist. Wussten Sie außerdem, dass die sogenannten Vibrissen nicht nur im Gesicht, sondern auch an den Vorderläufen zu finden sind? © YAY Images/Imago
Rote Katze sitzt abends auf der Holzterrasse einer Blockhütte.
Während dreifarbige Katzen fast immer weiblich sind, gehören rote Katzen meist dem männlichen Geschlecht an. Der Grund dafür liegt bei beiden in der Weitergabe der Gene verborgen. © imagebroker/Imago
Nahaufnahme einer Katzennase.
Die Nase einer Katze ist ein echtes Naturwunder – sie sorgt nicht nur für eine, sondern gleich für verschiedene Überraschungen. Zum einen ist der Nasenabdruck jeder Katze einzigartig, ähnlich einem menschlichen Fingerabdruck. Zum anderen sorgen etwa 60 Millionen Riechzellen in diesem Sinnesorgan dafür, dass die Katze den Menschen um das Dreifache übertrumpft. Außerdem kann die Nase einer Katze so einiges über ihre Gesundheit aussagen. Ist sie dauerhaft trocken oder läuft, sollten Sie dies tierärztlich abklären lassen. Nicht zuletzt können vor allem helle Katzennasen ihre Farbe ändern: Wildes Spiel, Stress oder Aufregung lassen aus einem zarten Rosa kräftiges Pink werden. © Pond5/Imago
Junge Frau kuschelt mit ihrer Katze.
Katzen erheben Besitzansprüche an ihren Menschen: Mithilfe verschiedener Duftdrüsen, die in ihren Wangen, Pfoten und Flanken sitzen, markieren sie ihre Halter als Eigentum. Somit hinterlassen sie für andere Miezen eine Duft-Botschaft, die verdeutlichen soll, dass dieser Mensch bereits vergeben ist. © blickwinkel/Imago
Eine rote Katze gähnt herzhaft, während sie im Garten sitzt.
Sowohl in ihrem Aufbau als auch in ihrer Funktion ist eine Katzenzunge einzigartig. Wer schon einmal von einer Katze abgeleckt wurde, weiß, dass sie einem Schmirgelpapier gleicht. Der Grund dafür sind winzige Stacheln, sogenannte Fadenpapillen, die aus nach hinten gebogenen Zähnchen aus Horn bestehen. Damit sind Katzen beispielsweise in der Lage, noch so kleine Fleischreste von einem Knochen zu schlecken. Die wohl größte Bedeutung hat die Zunge allerdings für die Fellpflege: Mithilfe der winzigen Zähne können Katzen ihre Zunge als eine Art Kamm einsetzen. Übrigens: Süßes können Katzen nicht schmecken. © Pond5/Imago
Eine Katze leckt ihre Lippen nach dem Essen frisch blühender Katzenminze.
Die Katzenminze trägt ihren Namen nicht umsonst: Denn Katzen lieben das Katzenkraut, insbesondere die Echte Katzenminze. Ihre berauschende Wirkung sorgt dafür, dass die Stubentiger einfach nicht genug davon bekommen können. Grund dafür ist der Duftstoff Nepectalaton, den die Pflanze zur Abwehr von Insekten einsetzt. © Pond5/Imago
Eine Nahaufnahme einer süßen orangefarbenen Katze, die auf dem Boden schläft.
Katzen verschlafen den Großteil ihres Tages. Schätzungen zufolge dösen die Miezen etwa 14 bis 16 Stunden am Tag und etwa 70 Prozent ihrer Lebenszeit. Ein ganz schön gemütliches Leben, oder? © Pond5/Imago
Eine niedliche flauschige Katze mit blauen Augen liegt auf einem grauen Sofa.
Weiße Katzen mit blauen Augen tendieren nicht nur zu Taubheit, sondern auch zu Blindheit. Die Ursache hierfür ist eine Anomalie im Erbgut. Man geht davon aus, dass 60 bis 80 Prozent aller Katzen mit dieser Farbkombination blind sind. Aus diesem Grund dürfen zwei reinweiße Katzen in Deutschland nicht verpaart werden. © Pond5/Imago
Eine getigerte Katze liegt auf einem Glastisch und lässt ihre Pfoten hängen.
Die älteste Katze der Welt erreichte ein unglaubliches Alter von 38 Jahren. „Creme Puff“ wurde 1967 geboren und starb 2005, drei Tage nach ihrem Rekord-Geburtstag. Damit schaffte es die Samtpfote sogar ins Guinness-Buch der Rekorde. (Symbolbild) © Pond5/Imago

Welche Bedeutung hat es eigentlich, wenn Katzen schnurren?

Es ist übrigens noch gar nicht erforscht, wie Katzen genau schnurren. Was aber klar ist: Das Schnurren hat verschiedene Ziele – und nicht alle sind positiv. Katzen brummen bekanntermaßen, wenn sie sich freuen. Sie tun es aber auch, wenn sie sich beruhigen wollen oder Schmerzen haben. Denn die Vibration kurbelt die Selbstheilungskräfte an – und das nicht nur beim Tier, sondern auch bei seinem Halter.

Rubriklistenbild: © imageBROKER/Anni Sommer/IMAGO

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