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Elektroauto-Batterien per Röntgenstrahlen durchchecken: Neue Technik soll Kosten senken

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Müssen Elektroauto-Batterien nach einem Unfall überprüft werden, so ist das aktuell aufwändig und dauert lange. Eine neuartige Röntgen-Methode könnte das ändern.

Mit Hertz und Sixt haben vor nicht allzu langer Zeit zwei große Autovermieter ihre Elektroauto-Strategien deutlich eingedampft: Insbesondere eine zu geringe Nachfrage nach den Stromern sowie niedrige Restwerte führten zu einem Umdenken. Ein weiteres Problem: die hohen Reparaturkosten. Unfall-Reparaturen bei Elektroautos kosten laut einer Studie im Schnitt rund ein Drittel mehr als bei Verbrennern. Einer der Gründe: Sicherheitshalber wird die teure Antriebsbatterie schon mal getauscht, obwohl sie vielleicht noch zu verwenden wäre. Noch ist die detaillierte Batterie-Diagnose schwierig – und auch teuer. Eine neue Technik könnte an dieser Stelle helfen.

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Röntgen-Prüfgerät für E-Autobatterien ähnelt optisch einer Waschanlage

Das Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik, das zum Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Fürth gehört, hat in Zusammenarbeit mit der Hochschule München eine neuartige Prüfmöglichkeit für Batterien von Elektro-Fahrzeugen entwickelt. Der Titel des Forschungsprojekts: AIR – eine Abkürzung für „Antriebsbatterieninspektion mittels Röntgen“. Der Messaufbau erinnert optisch ein wenig an ein Element aus einer Auto-Waschanlage. Dort wird das zu prüfende E-Auto hineingefahren. Über dem Fahrzeug wird dann ein feiner Röntgenstrahl erzeugt, der den Wagen samt Batterie durchdringt und von einem am Boden positionierten Detektor aufgefangen und verarbeitet wird.

Die fundierte Begutachtung von E-Auto-Batterien ist aktuell noch schwierig – eine neuartige Röntgen-Technik könnte das ändern. (Symbolbild)

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Batterie-Check per Röntgen-Technik auf Schnelligkeit und kostengünstige Prüfung ausgelegt

Mit der Technik ist es laut den Experten möglich, selbst voll gekapselte Batteriemodule im Detail zu betrachten. So kann unter anderem der mechanische Zustand einzelner Batteriezellen oder des Batterierahmens beurteilt werden. Wie die Forscher betonen, ist das neue System vor allem auf Schnelligkeit und eine kostengünstige Prüfung ausgelegt.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Röntgen-Zustandsbewertung von E-Auto-Batterien: Interessant für Versicherer?

Aktuell ist die fundierte Zustandsbewertung von E-Auto-Batterien nur äußerst rudimentär möglich. Momentan müssen sich Gutachter wie Prof. Klaus Böhm der Hochschule München überwiegend auf die Diagnose-Tools der Hersteller verlassen. Dabei liest eine Diagnose-Software eventuelle Probleme aus – teils wird dies über mehrere Tage während der Fahrt praktiziert. „Bei schwerwiegenderen Unfällen, beispielsweise dann, wenn der Airbag im Fahrzeug ausgelöst hat, gibt es sehr klare Handlungsanweisungen der Hersteller“, erklärt Böhm. „Hier muss in der Regel verpflichtend der Austausch der Traktionsbatterie vorgenommen werden, auch wenn diese unter Umständen keinen Schaden genommen hat.“

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Interessieren dürfte die neuartige Röntgen-Technik daher beispielsweise insbesondere Autoversicherer – denn, wenn funktionsfähige Antriebsbatterien ersetzt werden, obwohl sie problemlos weiterverwendet werden können, verursacht das natürlich enorme Kosten, die vermeidbar wären. Durch die teuren Reparaturen steigen am Ende auch die Versicherungsprämien für Elektroautos – sollte die neue Technik also marktreif sein und die Kosten drücken, könnte das schließlich auch dem Endkunden Geld sparen.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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