VonSebastian Oppenheimerschließen
Müssen Elektroauto-Batterien nach einem Unfall überprüft werden, so ist das aktuell aufwändig und dauert lange. Eine neuartige Röntgen-Methode könnte das ändern.
Mit Hertz und Sixt haben vor nicht allzu langer Zeit zwei große Autovermieter ihre Elektroauto-Strategien deutlich eingedampft: Insbesondere eine zu geringe Nachfrage nach den Stromern sowie niedrige Restwerte führten zu einem Umdenken. Ein weiteres Problem: die hohen Reparaturkosten. Unfall-Reparaturen bei Elektroautos kosten laut einer Studie im Schnitt rund ein Drittel mehr als bei Verbrennern. Einer der Gründe: Sicherheitshalber wird die teure Antriebsbatterie schon mal getauscht, obwohl sie vielleicht noch zu verwenden wäre. Noch ist die detaillierte Batterie-Diagnose schwierig – und auch teuer. Eine neue Technik könnte an dieser Stelle helfen.
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Röntgen-Prüfgerät für E-Autobatterien ähnelt optisch einer Waschanlage
Das Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik, das zum Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Fürth gehört, hat in Zusammenarbeit mit der Hochschule München eine neuartige Prüfmöglichkeit für Batterien von Elektro-Fahrzeugen entwickelt. Der Titel des Forschungsprojekts: AIR – eine Abkürzung für „Antriebsbatterieninspektion mittels Röntgen“. Der Messaufbau erinnert optisch ein wenig an ein Element aus einer Auto-Waschanlage. Dort wird das zu prüfende E-Auto hineingefahren. Über dem Fahrzeug wird dann ein feiner Röntgenstrahl erzeugt, der den Wagen samt Batterie durchdringt und von einem am Boden positionierten Detektor aufgefangen und verarbeitet wird.
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Batterie-Check per Röntgen-Technik auf Schnelligkeit und kostengünstige Prüfung ausgelegt
Mit der Technik ist es laut den Experten möglich, selbst voll gekapselte Batteriemodule im Detail zu betrachten. So kann unter anderem der mechanische Zustand einzelner Batteriezellen oder des Batterierahmens beurteilt werden. Wie die Forscher betonen, ist das neue System vor allem auf Schnelligkeit und eine kostengünstige Prüfung ausgelegt.
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Röntgen-Zustandsbewertung von E-Auto-Batterien: Interessant für Versicherer?
Aktuell ist die fundierte Zustandsbewertung von E-Auto-Batterien nur äußerst rudimentär möglich. Momentan müssen sich Gutachter wie Prof. Klaus Böhm der Hochschule München überwiegend auf die Diagnose-Tools der Hersteller verlassen. Dabei liest eine Diagnose-Software eventuelle Probleme aus – teils wird dies über mehrere Tage während der Fahrt praktiziert. „Bei schwerwiegenderen Unfällen, beispielsweise dann, wenn der Airbag im Fahrzeug ausgelöst hat, gibt es sehr klare Handlungsanweisungen der Hersteller“, erklärt Böhm. „Hier muss in der Regel verpflichtend der Austausch der Traktionsbatterie vorgenommen werden, auch wenn diese unter Umständen keinen Schaden genommen hat.“
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Interessieren dürfte die neuartige Röntgen-Technik daher beispielsweise insbesondere Autoversicherer – denn, wenn funktionsfähige Antriebsbatterien ersetzt werden, obwohl sie problemlos weiterverwendet werden können, verursacht das natürlich enorme Kosten, die vermeidbar wären. Durch die teuren Reparaturen steigen am Ende auch die Versicherungsprämien für Elektroautos – sollte die neue Technik also marktreif sein und die Kosten drücken, könnte das schließlich auch dem Endkunden Geld sparen.
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