VonSebastian Oppenheimerschließen
Unfall-Reparaturen an Elektroautos sind laut einer Studie deutlich teurer als bei Verbrennern. Die Versicherungsbranche fordert nun Veränderungen.
Die Frage, ob man sich ein Elektroauto oder einen Verbrenner kauft, beschäftigt aktuell viele Menschen. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, unter anderem die Reichweite oder auch die Ladesituation. Ein ganz entscheidendes Kriterium sind aber auch die Kosten. Laut einer aktuellen Studie liegen Elektroautos bei den Gesamtkosten über denen eines vergleichbaren Benziners. Doch wie steht es um die Reparaturkosten nach einem Unfall?
Bis zu 35 Prozent teurer: Hohe Kosten für Unfall-Reparaturen an Elektroautos
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Kosten für Reparaturen bei Elektroautos nach Unfällen untersucht – und ist dabei zu einem „alarmierenden Befund“ gekommen: „Die Reparaturkosten von Elektroautos sind viel höher. Sie liegen im Schnitt um 30 bis 35 Prozent über denen vergleichbarer Autos mit Verbrennungsmotor“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Untersucht wurden 37 Modellpaare aus Verbrennern und Elektroautos, die sich möglichst ähnlich sind – beispielsweise der Golf VII und der Elektro-Golf VII.
Im Schnitt verursachen E-Autos laut der Studie weniger Unfälle als Verbrenner: In der Kfz-Haftpflicht – also bei Unfällen, bei denen mit einem Auto andere geschädigt werden – um fünf bis zehn Prozent. Bei der Vollkaskoversicherung – sprich den Schäden am eigenen Auto – sind es sogar rund 20 Prozent weniger.
Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter.
Hohe Kosten für E-Auto-Reparaturen nach Unfällen: Das sind die Gründe
Für die hohen Kosten bei den E-Auto-Reparaturen sind laut Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer des Allianz Zentrums für Technik, hauptsächlich folgende Gründe ausschlaggebend:
- Hohe Kosten durch beschädigte Antriebsbatterien. Die Tauschkriterien, Diagnose- und Reparaturmöglichkeiten seien verbesserungswürdig.
- Auch Unsicherheit im Umgang mit beschädigten Elektroautos führe zu hohen Kosten. Beispielweise, weil die Stromer sehr lange in Quarantäne gelagert würden. Zudem führten als Vorsichtsmaßnahme gedachte Tauchbäder in Löschcontainern zu Totalschäden.
- Ebenso führten lange Standzeiten sowie hohe Stundenverrechnungssätze in Werkstätten für Arbeiten an E-Autos zu hohen Kosten.
Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas




Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Teure E-Auto-Reparaturen: Versicherer stellen Forderungen
Dennoch betont der GDV, dass man die Mobilitätswende unterstütze. Weil der Verband aber wenig glücklich über die hohen Reparaturkosten von E-Autos ist, hat er einige Forderungen aufgestellt. Unter anderem
- Werkstätten und Gutachtern sollten aussagekräftige Diagnosedaten zum Zustand der Batterie nach einem Unfall zur Verfügung gestellt werden.
- Zudem wünschen sich die Versicherer wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Anleitungen für die Reparatur und/oder den teilweisen Austausch beschädigter Batterien. Dazu sollten präzise Kriterien für den Umgang mit verunfallten Elektroautos entwickelt und Werkstätten, Abschleppunternehmer und Feuerwehren umfassend qualifiziert werden.
- Von den Werkstätten und Gutachtern fordert der GDV, dass Batterien bei beschädigten Elektroautos schnell geprüft, Brandgefahren früh ausgeschlossen und Quarantänelagerungen möglichst kurz gehalten werden. Zudem sollten vermehrt Fachkräfte für die Reparatur von Elektroautos aus- und weitergebildet werden.
Rubriklistenbild: © snowfieldphotography/Imago

