- VonDiana Serbeschließen
Obwohl die Renten jährlich steigen, sehen einige Zahlen düster aus. Besonders Frauen droht Altersarmut. Das soll sich mit neuen Ansätzen bessern.
Berlin – Die Rente ist ein viel diskutiertes Thema in Deutschland. Obwohl die Zahlungen jährlich in Ost und West steigen, haben etliche Betroffene mit dem Betrag ein schlechtes Auskommen in der heutigen Zeit.
Hälfte der deutschen Rentnerinnen liegt deutlich unterm Schnitt
In Deutschland gibt es derzeit rund 21 Millionen Rentner. Laut Deutscher Rentenversicherung (DRV) lag die durchschnittliche Altersrente von Männern mit mindestens 35 Versicherungsjahren 2023 bei rund 1800 Euro brutto. Frauen konnten demnach im Schnitt mit 1333 Euro rechnen. Auch der Bundesdurchschnitt hat ein ähnliches Niveau (1809 Euro und 1394 Euro). Besonders hoch fielen die Renten in Nordrhein-Westfalen aus, besonders niedrig in Thüringen.
Auch, wenn im Juli 2025 wieder eine Rentenerhöhung folgen soll: Die Realität ist, dass rund die Hälfte der deutschen Rentner nicht mal annähernd so viel bekommt wie der Durchschnitt. Laut DRV muss rund die Hälfte mit 900 Euro oder weniger für Jahrzehnte geleistete Arbeit auskommen. Weil nicht jeder auf die gleiche Zahl Beitragsjahre kommt und die Tätigkeit unterschiedlich angerechnet wird, sieht das wahre Gefälle sehr viel größer aus.
Im Jahr 2023 hat die gesetzliche Rente laut Bundesregierung aus Altersgründen bei durchschnittlich 1099 Euro im Monat gelegen – Männer erhielten 1346 Euro, Frauen: 903 Euro. Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente lag bei 972 Euro (Männer: 963 Euro; Frauen: 979 Euro). 3,5 Millionen Menschen über 65 gelten dem Statistischen Bundesamt zufolge sogar als armutsgefährdet. Mit den Verhandlungen zwischen CDU und SPD könnte es nun jedoch positive Änderungen bei der Rente geben.
Zum einen soll der jährliche Betrag für den Zuverdienst massiv erhöht werden. Bisher konnten Rentner 6672 Euro steuerfrei hinzu erwirtschaften, ohne dass die Rente gekürzt wird. Seit 2023 gibt es die Hinzuverdienstgrenze für Frührentner ohnehin nicht mehr. Wegen des Fachkräftemangels wird jeder noch tätige Arbeitnehmer begrüßt. Ein Renteneintritt ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren soll aber weiterhin möglich sein.
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Vor allem Rentnerinnen armutsgefährdet: Neuer Ansatz bei Mütterrente
In der Rente zeigt sich der Einnahmeunterschied zwischen Frauen und Männern noch deutlicher als im aktuellen Berufsleben. Wie der Schnitt aus 2023 zeigt, liegt zwischen den Geschlechtern eine Lücke von bis zu 500 Euro. Jede fünfte Rentnerin bekommt laut DRV sogar nur 450 Euro oder weniger monatliche Rente zum Auskommen. Bedenklich: Weil die Altersarmut gestiegen ist, arbeiten Millionen Menschen im Rentenalter weiter.
Der Rentenatlas zeigt, dass weniger als drei Prozent der Frauen eine Rente höher als 1950 Euro bekommen – im Gegensatz zu fast 20 Prozent der Männer.
Das liegt unter anderem an geringeren Beitragsjahren und -punkten, die Frauen wegen Kindererziehung und Teilzeitbeschäftigung haben. Aber auch hier soll angesetzt werden: Die „Mütterrente“ soll die Anerkennung von Kindererziehungsjahren zur Rente ausweiten. Derzeit werden für Kinder, die 1992 oder später geboren sind, bis zu drei Jahre angerechnet.
Künftig sollen Müttern auch Erziehungsjahre angerechnet bekommen, wenn ihre Kinder vor 1992 geboren sind, dann drei statt wie bisher maximal zweieinhalb Erziehungsjahre. Das bedeutet einen halben Rentenpunkt mehr. Effektiv ist das ein Betrag von 19,66 Euro, weil ein Rentenpunkt 39,32 Euro ergibt (Stand 1. Juli 2024). So können Sie berechnen, welches Bruttogehalt wie viele Rentenpunkte ergibt. (diase)
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