VonSven Schneiderschließen
Es blüht im Garten oder auf dem Balkon. Aber auf drei Pflanzen neben der Hanfpflanze sollten Gärtner besser verzichten. Es droht ansonsten sogar eine Haftstrafe.
Hamm - Der heimische Balkon oder Garten soll in der warmen Jahreszeit bunt blühen und zugleich zahlreiche nützliche Insekten anlocken. Viele Gärtner und eben jene, die es noch werden wollen, geben sich im Frühjahr und Sommer mit Blick auf das Züchten von Pflanzen besonders viel Mühe. Einige Pflanzen sind auch bei Hitze besonders pflegeleicht. Von drei Exemplaren sollten sie jedoch die Finger lassen. Neben einer saftigen Geld- droht sogar bei Missachtung in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland eine Freiheitsstrafe.
Drei Pflanzen dürfen Zuhause nicht angebaut werden - Gefängnisstrafe droht
Verblüffend: Bei den drei verbotenen Pflanzen handelt es sich nicht um die wohl berühmteste. Die Züchtung der Hanfpflanze, die zur Herstellung von Cannabis verwendet wird, ist wie allseits bekannt zwar verboten. Sie hat es aber nicht in die Liste der verbotenen drei Pflanzen geschafft. Hobby-Gärtner sollten vor dem sähen von Samen deshalb genau darauf achten, was sie in der Hand halten.
Denn unter anderem in Deutschland verboten ist der Anbau von zwei Mohn-Arten. Das Züchten von Arzneimohn und Schlafmohn wird durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) strengstens untersagt. Zwar landen Mohnsamen regelmäßig beim Bäcker auf dem Brötchen. Der in manchen Samen enthaltene Milchsaft enthält jedoch hohe Dosen an Morphin. Sie dienen zudem der Herstellung von Rauschmitteln wie unter anderem Heroin.
- Pflanze: Arzneimohn (Papaver bracteatum), Schlafmohn (Papaver somniferum)
- Warum verboten? stark morphinhaltig
Verbotene Pflanzen in Deutschland: Azteken-Salbei darf nicht angebaut werden
Ebenso verboten in Deutschland ist der Anbau des Azteken-Salbei, der seine Ursprünge in Mexiko hat. Die Blätter des Salbei enthalten terpenoide Salvinorine. Gelangen diese in den menschlichen Mund und werden dort zerkaut, können Halluzinationen ausgelöst werden.
Die Schamanen der Azteken nutzen den Salbei während Zeremonien und zur Behandlung diverser körperlicher Beschwerden. Dabei werden aufgrund hoher Dosierungen bewusst Rauschzustände und Visionen ausgelöst. In Deutschland wird der Anbau des Azteken-Salbei durch das Betäubungsmittelgesetz untersagt.
- Pflanze: Azteken-Salbei (Salvia divinorum)
- Warum verboten? löst Rauschzustände, Halluzinationen und Visionen aus
Verbotene Pflanzen in Deutschland: Cocastrauch wird streng kontrolliert
Verzichten auf einen Anbau sollten Gärtner in Deutschland zudem auf den Cocastrauch. Seine Blätter werden genutzt, um diverse Arzneimittel und auch Rauschstoffe wie Kokain herzustellen. Basis dafür sind die in den Blättern enthaltene Alkaloide wie Ecgonin und Hygrin. Beheimatet ist der Cocastrauch in Peru, Bolivien und Kolumbien.
Die indigene Bevölkerung Südamerikas nutzte die in Deutschland verbotene Pflanze ursprünglich als schmerzheilendes Medikament. Seit dem 19. Jahrhundert wandelte sich die Verwendung des Cocastrauchs immer häufiger zur Herstellung von Kokain, welches zunächst als anästhesierendes Medikament genutzt wurde. Heutzutage gehört Kokain zu den am meisten verbreitenden Drogen weltweit. Die Rauschdroge wirkt euphorisierend und stimulierend und unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz.
- Pflanze: Cocastrauch (Erythroxylum coca)
- Warum verboten? dient zur Herstellung von Kokain
Wer mit dem Anbau der drei genannten Pflanzen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstößt, muss mit erheblichen Strafen rechnen. Abhängig der jeweiligen Umstände drohen harte Geldstrafen sowie gar Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren. In Hamm musste ein Mann wegen eines kleinen Vergehens fast ins Gefängnis. Der Grund: Er rauchte eine Zigarette.
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