Herbstlicher Nestbau

Wenn es kälter wird, sollten Sie Igeln im Garten ein Winterquartier einrichten

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Im Herbst bereiten sich Igel auf den Winterschlaf vor. Dafür benötigen sie aber auch ein gemütliches Plätzchen. Dabei können Sie Ihnen ganz einfach behilflich sein.

Wenn die Tage kürzer werden, suchen Wildtiere wie Igel ein Winterquartier. Doch nicht immer gestaltet sich das für die Tiere so einfach, da sie zunehmend auf eng bebaute Siedlungsbereiche stoßen. Um den Igeln mehr Lebensraum und ein größeres Nahrungsangebot zu bieten, kann jeder im Herbst mithelfen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die aus einem Garten den idealen Zufluchtsort für den Mecki machen.

Gefahrenquellen beseitigen und Verstecke prüfen

Im Handel gibt es spezielle Igelhäuser, aber auch mit natürlichen Materialen kann man den Tieren im Garten Unterschlupf bieten.

Gesunde, kräftige Igel benötigen normalerweise keine menschliche Hilfe bei der Überwinterung“, erklärt Peter Höffken von der Tierrechtsorganisation Peta. „Doch ihr Lebensraum wird immer knapper und die Gefahren durch Autos oder Gifte immer größer. Deshalb bitten wir Menschen mit Garten, bei den herbstlichen Aufräumarbeiten auf ihren Grundstücken ein Herz für Igel zu zeigen. Mit nur wenigen Tricks können die stacheligen Tiere so bei der Vorbereitung auf die kalten Monate unterstützt werden.“

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Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) rät auch dazu, Gefahrenquellen für Igel aus dem Garten zu bannen und mögliche Unterschlüpfe zu prüfen: Setzen Sie Komposthaufen nur vorsichtig um und nicht zwischen November und März. Baugruben, Kellerschächte und Schwimmbecken sollte man möglichst abdecken oder ein Brett als Ausstiegsrampe anbringen. Manchmal verfangen sich hungrige Igel auch in Gelben Säcken oder Mülltüten, daher ist es besser, sie so aufzustellen, dass die Tiere nicht drankommen. Und falls Sie im Garten ein Feuer machen möchten, sollten Sie es unmittelbar vor dem Abbrennen per Hand umschichten – vielleicht versteckt sie jemand darunter.

Wie Sie Igeln ganz einfach helfen können

Die Tierrechtsorganisation Peta gibt außerdem folgende Tipps für einen igelfreundlichen Garten:

  • Natürliches Grün: Büsche und Hecken bieten Igeln Unterschlupf und Nahrung. Insekten, die sich dort tummeln, sind für die Igel ein wichtiges Hauptnahrungsmittel, um sich ein Polster für den Winterschlaf zuzulegen.
  • Tierfreundliche Gartenpflege: Bei der Düngung des Gartens sollte unbedingt auf natürliche Produkte wie Komposterde und Rindenmulch zurückgegriffen werden. Chemische Mittel, die Insekten und Schnecken töten, schaden in der Folge auch den Igeln.
  • Durchgänge schaffen: Hecken sind eine natürliche Alternative zum Gartenzaun und ermöglichen den Igeln den Durchgang zu anderen Gärten. So können die Tiere von Garten zu Garten streifen und ausreichend Nahrung finden.
  • Igelhäuser einrichten: Ein wetterfester, mit Laub ausgepolsterter Unterschlupf ist ein ideales Versteck und Winterquartier. Reisighaufen, überdachte Laubhaufen, Zwischenräume unter dem Gartenhäuschen, Hohlräume unter Holzstapeln oder unter großen Wurzeln alter Bäume eignen sich hierzu.

Gartenbewohner und wie Sie sie anlocken können

Star (Sturnus vulgaris) badet in einer Vogeltränke.
Vögel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schädlinge wie Schnecken, Raupen und Käfer zu kontrollieren. Um Vögel anzulocken, stellen Sie Vogelhäuser, Vogeltränken und Futterstationen auf. Sie können auch Pflanzen wie Sonnenblumen, Lavendel und Beerensträucher pflanzen, die Vögel anziehen. © IMAGO/iFrank Sommariva
Tagpfauenauge Schmetterling sitzt auf einem Schmetterlingsflieder.
Schmetterlinge sind wunderschöne und nützliche Gartenbewohner. Sie helfen bei der Bestäubung von Pflanzen und sind ein wichtiger Teil des Ökosystems. Um Schmetterlinge anzulocken, pflanzen Sie blütenreiche Pflanzen wie Schmetterlingsflieder, Sonnenhut und Sonnenblumen. Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden, da diese Schmetterlinge abtöten können. © IMAGO
Eine Biene sitzt in einer Blüte eines Löwenzahns in einem Garten.
Bienen sind sehr wichtig für die Bestäubung von Pflanzen und die Produktion von Honig. Um Bienen anzulocken, pflanzen Sie blütenreiche Pflanzen wie Lavendel, Sonnenblumen und Wildblumen. Sie können auch ein Bienenhotel aufstellen, um den Bienen ein Zuhause zu geben. © IMAGO/Silas Stein
Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) auf der Jagd nach Blattläusen.
Marienkäfer sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schädlinge wie Blattläuse zu kontrollieren. Um Marienkäfer anzulocken, pflanzen Sie Pflanzen wie Dill, Fenchel und Koriander. Sie können auch Marienkäferhäuser aufstellen, um den Marienkäfern ein Zuhause zu geben. © IMAGO/Guenter Fischer
Igel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schnecken und andere Schädlinge zu kontrollieren.
Igel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schnecken und andere Schädlinge zu kontrollieren. Um Igel anzulocken, stellen Sie Igelhäuser auf und lassen Sie Bereiche im Garten unberührt, damit sich die Igel darin verstecken und nisten können. © IMAGO/F. Hecker
Die Erdkröte Bufo bufo ist ein häufiger Gast in Gärten.
Kröten sind nützliche Gartenbewohner, die Schnecken und Insekten fressen. Um Kröten anzulocken, können Sie flache Wasserstellen wie Teiche oder Schalen mit Wasser aufstellen, da Kröten Wasser benötigen, um zu überleben. Auch das Anpflanzen von schattenliebenden Pflanzen und das Bereitstellen von Versteckmöglichkeiten wie Totholz oder Steinhäufen kann helfen, Kröten anzulocken. © IMAGO/Steffen Schellhorn
Gemeine Kreuzspinne, Gartenkreuzspinne, Garten-Kreuzspinne (Araneus diadematus), lauert in ihrem Netz.
Spinnen wie die gemeine Kreuzspinne sind wichtige Räuber und helfen, Schädlinge in Schach zu halten. Um Spinnen anzulocken, können Sie ein Insektenhotel aufstellen oder ein paar Büsche und Sträucher in Ihrem Garten unberührt lassen. Auch das Vermeiden von Pestiziden kann dazu beitragen, dass sich Spinnen in Ihrem Garten niederlassen. © IMAGO/F. Hecker
Kleind greift nach einem Regenwurm in der Hand einer erwachsenen Person.
Regenwürmer helfen, den Boden zu belüften und Nährstoffe in den Boden zu bringen. Um Regenwürmer anzulocken, können Sie Kompost oder organische Materialien in Ihrem Garten verwenden, die als Nahrung für Regenwürmer dienen. Auch das Vermeiden von Chemikalien und das Aufrechterhalten einer feuchten Umgebung kann dazu beitragen, dass sich Regenwürmer in Ihrem Garten wohlfühlen. © IMAGO/Ute Grabowsky
Schneckenfressende Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die Schnecken und deren Eier fressen.
Schneckenfressende Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die Schnecken und deren Eier fressen. Um sie anzulocken, können Sie bestimmte Pflanzen wie Ringelblumen, Kamille oder Tagetes pflanzen, die sie anziehen. Auch das Auftragen von Nematoden auf den Boden in Ihrem Garten kann dazu beitragen, dass sich diese nützlichen Gartenbewohner ansiedeln. © IMAGO/F. Foxx
Zauneidechse, Zaun-Eidechse (Lacerta agilis), Weibchen am Boden.
Eidechsen sind nützliche Gartenbewohner, die Insekten, aber auch Spinnen fressen. Um Eidechsen anzulocken, können Sie Felsbrocken oder Steinhaufen in Ihrem Garten aufstellen, die als Versteck- und Sonnenplätze dienen. Auch das Anpflanzen von bestimmten Pflanzen wie Salbei, Thymian und Lavendel kann dazu beitragen, dass sich Eidechsen in Ihrem Garten wohlfühlen. © IMAGO/R. Mueller

Wer gern bastelt, kann ein Igelhaus mit wenig Zubehör selber bauen. Hierfür reicht sogar eine ausgediente Obstkiste oder ein alter Blumentopf.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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