Feststoffbatterie für E-Autos geht in Serie: Hersteller kündigt konkreten Produktionsstart an
VonSebastian Oppenheimer
schließen
Die Feststoffbatterie gilt vielen als der nächste große Schritt in der E-Mobilität. Toyota hat nun einen konkreten Zeitraum für den Start der Serienproduktion genannt.
Lange hatte der Autobauer Toyota vor allem auf Hybridfahrzeuge gesetzt – dem reinen Elektroauto standen die Japaner eher skeptisch gegenüber. Doch bereits seit geraumer Zeit hat der Hersteller seinen Kurs geändert und drückt auch in Sachen Elektromobilität aufs Tempo. E-Fahrzeuge mit großen Reichweiten wurden angekündigt. Diese wollen die Japaner unter anderem mit Feststoffbatterien erreichen. Nun hat Toyota bekannt gegeben, wann die Serienproduktion starten soll
Gemeinsam mit Partner: Toyota will Feststoffbatterien ab 2027/2028 in Serie produzieren
Bereits 2027/2028 soll die Produktion der Feststoffakkus anlaufen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich Toyota mit dem japanischen Energiekonzern Idemitsu Kosan zusammengetan. Laut eigenen Angaben arbeitet der japanische Autobauer bereits seit 2006 an der Technik, das Energieunternehmen schon seit 2001. Fokussiert wird sich in der gemeinsamen Forschung und Entwicklung auf Sulfid-Feststoffelektrolyten, die als vielversprechendes Material für den Einsatz in Festkörperbatterien gelten. Im Vergleich zu anderen Werkstoffen sind diese laut Unternehmen relativ weich und formbar und dadurch einfacher zu verarbeiten – das wiederum ist eine gute Grundlage für eine Massenproduktion.
In drei Schritten: Der Weg zur Massenproduktion von Feststoffbatterien
Der Weg zur Feststoffbatterie, die größere Reichweiten und kürzere Ladezeiten für E-Autos verspricht, soll laut Toyota in drei Schritten erfolgen: Zunächst arbeiten die beiden Unternehmen an der Entwicklung von Sulfid-Feststoffelektrolyten. Anschließend wird die Fertigung in einer Pilotanlage von Idemitsu Kosan vorangetrieben, um die Markteinführung von Fahrzeugen mit Feststoffbatterien bis 2027/2028 sicherzustellen. In einer dritten Phase soll dann basierend auf den bisherigen Ergebnissen die künftige Massenproduktion von Feststoffakkus untersucht werden.
Elektroauto-Markt in China boomt: Zehn Marken, die Sie kennen sollten
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Die Feststoffbatterie ist nur eines von mehreren spannenden Zukunftsthemen in der Batterie-Entwicklung. Ein weiter Trend könnten in näherer Zukunft Natrium-Ionen-Akkus sein. Diese nutzen in der Elektrode statt des begehrten Lithiums das relativ problemlos verfügbare Natrium. Doch nicht nur die Zellchemie wird sich wohl verändern: Die Industrie arbeitet auch daran, überflüssiges Material im Akku-Pack loszuwerden und Kabel, Verbindungselemente sowie Kunststoff-Teile einzusparen und durch Energie speichernde Komponenten zu ersetzen. Auf diese Weise ließe sich ebenfalls die Reichweite von E-Autos weiter optimieren.