„Hartz und herzlich“

„Spaß macht mir das nicht“: Bürgergeld-Empfänger findet Jobcenter-Maßnahme „nicht das wahre“

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Die RTL-Zwei-Sendung „Hartz und herzlich“ begleitet Menschen in sozialen Brennpunkten. Einem Teilnehmer macht eine Jobcenter-Maßnahme gar keinen Spaß.

Kassel – Kaum ein Thema in Deutschland wird so heiß diskutiert wie das Bürgergeld. Die einen bezeichnen Bürgergeld-Empfänger als faul, andere sehen die Sozialhilfe als essenziell an. Ein Sozialhilfe-Empfänger bei der RTL-Zwei-Sendung „Hartz und herzlich“ ist mit einer Jobcenter-Maßnahme unzufrieden.

„Hartz und herzlich“ begleitet Sozialhilfe-Empfänger bei ihrem Leben

In der Sendung werden unterschiedlichste Menschen dabei gefilmt, wie sie ihren Alltag verbringen. Eins haben sie aber alle gemeinsam: Jeder ist auf eine Sozialhilfe angewiesen – aus den verschiedensten Gründen. Mit dabei ist auch Dieter, der bei einer Jobcenter-Maßnahme 2,80 Euro die Stunde verdient. Eingesetzt wird der Sozialhilfe-Empfänger bei der Straßenreinigung und für Hausmeistertätigkeiten in öffentlichen Gebäuden. Seinen genauen Einsatzort erfährt er immer erst am Morgen. Ein anderer Teilnehmer bei „Hartz und herzlich“ verdient 1,50 Euro pro Stunde für seine Anwesenheit beim Jobcenter.

„Hartz und herzlich“: Dieter absolviert aktuell eine Maßnahme.

„Ich gehe zur Arbeit und muss einen Zettel unterschreiben, dass ich da bin“, sagt Dieter auf seinem Weg. Gänzlich unzufrieden ist Dieter mit seinem neuen Job nicht: „Da verdiene ich ein bisschen Geld, sehe meine Kollegen und kann mich ein wenig mit denen unterhalten“, sagt der Sozialhilfe-Empfänger. Seine Frau Carmen geht hingegen nicht arbeiten. Sie ist Diabetikerin und kümmert sich um die gemeinsamen, schulpflichtigen Kinder. Zudem musste sie sich im Jahr 2023 operieren lassen.

„Hartz und herzlich“-Teilnehmer zweifelt Jobcenter-Maßnahme an

Ganz glücklich ist Dieter mit seiner neuen Aufgabe allerdings noch nicht: „Ich muss ehrlich sagen: Es ist nicht so das Wahre, was ich mache. Das ist nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe“, sagt er. Aufhören möchte er mit der Jobcenter-Maßnahme dennoch nicht: „Ich mache es trotzdem“, gibt er sich positiv gestimmt. Seit drei Jahren ist der „Hartz und herzlich“-Teilnehmer arbeitssuchend, die Maßnahme soll nur eine vorübergehende Lösung sein.

„Ich mache das so lange, bis ich eine andere Möglichkeit bekomme“, sagt der 54-Jährige. „Spaß macht mir das aber nicht.“ Schon bei seinem nächsten Termin im Jobcenter will Dieter klären, ob es nicht eine andere Aufgabe für ihn geben könnte. Problematisch dabei ist, dass der 54-Jährige keinen Schulabschluss und auch keinen Führerschein hat. Ein LKW-Führerschein ist seit langem der Traum von Dieter, dazu fehle ihm aber das Geld, wie er erzählt. Auch ein Bürgergeld-Empfänger bei „Hartz und herzlich“ war nach eigenem Empfinden beim Jobcenter besser dran als mit seiner neuen Arbeit.

Auch Jasmin und Maik aus Rostock sind auf Sozialleistungen angewiesen und haben zudem einiges an Schulden gesammelt. Nun erwartet Jasmin zum zweiten Mal Nachwuchs. (rd)

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