VonTeresa Tothschließen
Eine Bürgergeld-Empfängerin aus Rostock kämpft monatlich ums Überleben. Doch dann entdeckt sie eine unerwartete Überweisung auf ihrem Konto. Das Geld hält aber nicht lang.
Kassel – 563 Euro beträgt das Bürgergeld für Erwachsene pro Monat. Dass es sich davon nicht in Saus und Braus leben lässt, steht außer Frage. Viele Empfänger der Sozialleistungen hangeln sich von Monat zu Monat – immer in der Sorge, dass das Geld nicht bis zum Monatsende ausreicht. So ergeht es auch einer Bürgergeld-Empfängerin aus Rostock. Umso mehr freut sie sich, als sie plötzlich eine dicke Überweisung auf ihrem Konto entdeckt.
Die 57-Jährige kann sich von dem Bürgergeld keine eigene Wohnung leisten
Die Frau wurde in dem Format „Hartz und herzlich“ vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Sendung von RTL ZWEI, die den Alltag von Menschen in sozialen Brennpunkten beleuchtet. Regelmäßig erscheinen Folgen mit verschiedenen Protagonisten und Lebensrealitäten. Es werden sowohl Menschen vorgestellt, die trotz Job am Existenzminimum leben, als auch Menschen, die Bürgergeld beziehen – wie auch die 57-jährige Pamela aus Rostock. Zuletzt kam auch ein Paar darin vor, das sich mit Bürgergeld und Kindergeld finanzieren muss.
RTL ZWEI begleitet Pamela schon seit einigen Jahren. Ihre Geschichte überstreckt sich auf mehrere Folgen der Sendung. Darin wird deutlich, wie prekär Pamelas Lebenssituation mitunter war. Die 57-Jährige lebte sogar eine Zeit lang in einem Zelt. Inzwischen hat sie zumindest eine feste Bleibe: ein Zimmer in einem Hostel, bezahlt vom Jobcenter. Mit einer unerwarteten Überweisung lösen sich ihre Geldsorgen jedoch in Luft auf – zumindest für eine kurze Weile.
Von dem Geld habe die Bürgergeld-Empfängerin unter anderem Tabak gekauft
Wie in der siebten Staffel der Sendung „Hartz und herzlich“ (Folge 84) erzählt wird, entdeckte Pamela unerwartet eine Überweisung auf ihrem Konto: Satte 1000 Euro. Bei dem Geld handele es sich um ihre Witwenrente, die über einen längeren Zeitraum wohl fälschlicherweise auf ein altes Konto überwiesen wurde. „Ungefähr 2.000 Euro waren drauf. Die Hälfte davon haben sie mir gegeben. Knapp 1.000 Euro“, erzählt Pamela. Lange halten sollte das Geld allerdings nicht.
Die Bürgergeld-Empfängerin habe von dem Geld zunächst ihrer Freundin Regina ein Bett gekauft. Zudem habe sie einen „Einkauf gezahlt und Tabak gekauft“. Auch einen Kühlschrank habe sie sich gekauft. In dem Hostel, in dem sie lebt, gebe es zwar einen Gemeinschaftskühlschrank, aus dem werde jedoch geklaut, erklärt Pamela. Über ihren eigenen kleinen Kühlschrank sei sie daher sehr dankbar.
Bei der Wohnungssuche haben die 1000 Euro die Bürgergeld-Empfängerin nicht weitergebracht
Der größte Wunsch von Pamela sei jedoch ihr eigenes kleines Reich. Schon lange warte sie darauf, in eine Wohnung ziehen zu können. Das Hostel sei eigentlich nur eine Übergangslösung. „Und es tut sich nichts, gar nichts!“, wettert Pamelas Freundin Regina. Schon eineinhalb Jahre würde die 57-jährige Bürgergeld-Empfängerin in dem Hostel leben. „Das ist wirklich zum kotzen“, findet Regina.
Mit dem Wechsel von Hartz IV auf das Bürgergeld hat sich immerhin beim Thema Hinzuverdienst die Situation verbessert. Für Bezieher von Grundsicherung ist die Lage jedoch unverändert. (tt)
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