VonNico Reiterschließen
Jasmin und Maik kommen mit Kinder- und Bürgergeld gerade so über die Runden und kämpfen mit Schulden. Nun ist die junge Frau erneut schwanger.
Rostock – In den Plattenbauten in Rostock im Ortsteil Groß Klein leben viele Menschen von Sozialleistungen. Unter ihnen auch das junge Paar Jasmin und Maik mit ihrem Sohn. Hauptsächlich finanzieren sich die beiden durch Bürger- und Kindergeld. Aber über die Jahre haben sich einige Schulden bei dem Paar, das nun ein weiteres Kind oder sogar Zwillinge erwartet, angestaut. Ihre Reise teilen sie in der RTL-Sendung „Hartz und herzlich“.
TV-Paar arbeitslos – und arbeits- und ausbildungsunfähig
Aktuell hat das junge Paar keinen Job. Für Maik wird das auch so bleiben. Seit 2023 gilt der junge Mann aus psychologischen Gründen als arbeitsunfähig. Als sie die Nachricht erhalten haben, nahm sich Jasmin vor, einen Job zu suchen. „Ich denke mal, dass es für immer ist, aber ist ja nicht schlimm. Ich werde hier ja auch genug zu tun haben, wenn Schatz später arbeiten gehen sollte“, so der Ehemann, der sich auf Haushalt und Kindeserziehung fokussieren wollte, in der Sendung. Aus einem Job für Jasmin wird aber vorerst nichts, da sie nun erneut schwanger ist.
Vor ihrer ersten Schwangerschaft hat Jasmin einige Monate lang gearbeitet. „Ich hatte da ziemlich Probleme. Es war ein Job mit wenig Abwechslung“, so die junge Frau gegenüber Mannheim24. Damals hatte sie vier Stunden am Tag zum Mindestlohn gearbeitet. Doch in der Sendung zeigt sich die Mutter zuversichtlich: „Sagen wir so: Ich hab eine Wohnung, ich habe Gelder zur Verfügung. Ich mein, ich hab keine Ausbildung, und kann auch wahrscheinlich nie eine machen dadurch, dass ich wahrscheinlich ausbildungsunfähig bin.“
3000 Euro Schulden beim Jobcenter und Rechtsstreit mit Supermarkt
Monatlich erhalten Jasmin und Maik momentan 1600 Euro Bürger- und Kindergeld. 900 Euro Fixkosten muss das Paar im Monat laut dem Portal kukksi.de begleichen. Darunter fallen Kosten für Strom und andere Rechnungen. Extrakosten kommen durch abgeschlossene Verträge hinzu: „Dadurch, dass wir so viele Verträge haben, müssen wir schauen, dass wir die nach und nach abschalten. Wir haben welche für uns und welche für Bekannte.“ Aber nicht alle ihrer Freunde können die Vertragskosten zahlen. Am Ende würden 500 Euro übrig bleiben: „für Essen, die Tiere und sonstige Kosten. Das ist ja trotzdem viel, was wir haben.“
Doch das Paar sitzt auf einem Schuldenberg und ist auch noch in einen Rechtsstreit geraten. „Eigentlich wären 96 Euro noch offen, aber weil eine Rücklastschrift gemacht wurde und weitere Mahngebühren dazukamen, sind es jetzt 235 Euro“, so die 19-jährige Jasmin über ihre Schulden beim Supermarkt Lidl. Bei ihrem Einkauf hatte die Rostockerin mit Karte gezahlt. Das Konto war allerdings nicht gedeckt. Eigentlich war geplant, die Schulden in Raten abzubezahlen. Als sie in Verzug geriet, hat das Paar einen unschönen Brief vom Amtsgericht erhalten. Laut kukksi.de ist das aber erst der Anfang. Bis zu 3000 Euro soll das Paar dem Jobcenter zudem schuldig sein. Diese Summe hatten sie sich zuvor vom Amt geliehen, um Kindergeldnachzahlungen, die Erstausstattung für das Baby und die Wohnung zu finanzieren und bis jetzt nicht zurückgezahlt.
Der erste Sohn ist mittlerweile eineinhalb Jahre alt, das zweite oder vielleicht auch dritte Kind ist auf dem Weg. Doch das Jugendamt hat ein strenges Auge auf die Familie und wirft ihnen mangelnde Fürsorge vor. Jasmin soll mit ihrem Kind für zwei Jahre in ein betreutes Mutter-Kind-Heim ziehen – ohne Ehemann Maik.
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