Natürliche Helfer

Hausmittel gegen Erkältung: Was hilft bei Husten und Halsschmerzen?

Wer erkältet ist, benötigt nicht immer Medikamente. Omas Hausmittel gegen Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen leisten bei Erkältungen oft gute Dienste.

Im Schnitt ist ein Erwachsener im Jahr etwa zwei- bis dreimal erkältet, Kleinkinder trifft es rund sechs- bis zehnmal pro Jahr. Bei einem unkomplizierten Verlauf ist eine Erkältung (grippaler Infekt) zwar nicht gefährlich, die Symptome können jedoch lästig sein. Um sie schnellstmöglich loszuwerden, greifen viele Menschen bei Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen zu Hausmitteln. Welche bei Erkältungen als angenehm empfunden werden, ist individuell verschieden.

Wichtig zu wissen: Hinter einer scheinbar harmlosen Erkältung kann sich in manchen Fällen eine schwerwiegendere Erkrankung, wie etwa eine Lungenentzündung verbergen. Bei den folgenden Erkältungssymptomen sollten Betroffene ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen:

  • Hohes Fieber über 39 Grad Celsius
  • Atemnot
  • Schmerzen in der Brust
  • Starke Schmerzen, insbesondere in Kopf, Hals oder Ohren
  • Steifigkeit im Halsbereich
  • Wenn die Beschwerden sich nach etwa einer Woche nicht bessern, schlimmer werden oder länger als zwei Wochen andauern

Säuglinge und Kleinkinder sollten bereits bei weniger starken Beschwerden zu Arzt oder Ärztin, insbesondere wenn sie Fieber haben, teilnahmslos wirken oder Probleme beim Trinken haben. Die Anwendung von Hausmitteln sollte man besonders bei kleinen Kindern ebenfalls mit einer Ärztin oder einem Arzt absprechen.

Wie bekomme ich eine Erkältung schnell weg?

Eine Erkältung geht oft mit Husten einher.

Wie lange die typischen Symptome wie Husten, Schnupfen, Hals- und Gliederschmerzen anhalten, ist individuell sehr unterschiedlich. Wer sich Ruhe gönnt, sich warm hält, ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt und den Körper mit einfachen Hausmitteln wie einem Erkältungsbad oder dem Inhalieren von heißem Wasserdampf unterstützt, übersteht die Erkältung oft besser. Wer eine Erkältung behandelt, vermeidet es, sie zu verschleppen und dadurch gefährliche Komplikationen wie eine Herzmuskel- oder Hirnhautentzündung zu riskieren.

Diese Lebensmittel helfen bei Erkältung

Einige Menschen schwören bei einer Erkältung auf bestimmte Lebensmittel wie heiße Zitrone, Honig oder Ingwer. Eine Hühnersuppe soll ebenfalls dazu beitragen, die Symptome einer Erkältung zu lindern.

Hühnersuppe: Wärme und wertvolle Nährstoffe Ob Hühnersuppe tatsächlich eine heilsame Wirkung hat, ist wissenschaftlich nicht gesichert. Allerdings enthält sie verschiedene Gemüsesorten und Hühnerfleisch und damit – besonders bei schonender Zubereitung – viele wichtige Nährstoffe, die der Körper im Krankheitsfall besonders dringend braucht.

Honig: Reizlindernd bei Hustenattacken Honig ist ein bewährtes Hausmittel bei Husten und Halsschmerzen. Und tatsächlich hat sich bei Kindern gezeigt, dass er akute Hustenattacken ein wenig lindern kann. Unabhängig davon sorgt Honig zumindest kurzfristig für ein angenehmeres Gefühl im Hals, da er sich über die angegriffenen Schleimhäute legt. Für Eltern ist wichtig zu wissen, dass er bestimmte Bakterien enthalten kann, die für Säuglinge gefährlich werden können. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig deshalb nicht geeignet!

Eine Alternative zu reinem Honig ist Honigmilch, die allerdings verschleimend wirken kann. Eine noch bessere Wirkung wird Honigmilch mit Zwiebel nachgesagt – allerdings ist sie Geschmackssache. Die Zwiebel wird dafür fein gehackt, mit der Milch zusammen etwa fünf Minuten leicht gekocht, danach auf Trinktemperatur abgekühlt und mit Honig versetzt.

Heiße Zitrone: Vermeintliche Vitamin-C-Bombe Menschen, die bei einer Erkältung zu einer heißen Zitrone greifen, setzen dabei oft auf den hohen Vitamin-C-Gehalt. Dabei handelt es sich allerdings um einen verbreiteten Irrtum, denn durch das Erhitzen wird ein Großteil des enthaltenen Vitamin C zerstört. Ein kühler oder lauwarmer Zitronensaft ist deshalb besser geeignet. Studien haben ergeben, dass Vitamin C zwar unter Umständen einen leicht vorbeugenden Effekt hat, bei einer bestehenden Erkältung den Heilungsverlauf aber nicht beeinflusst. Die in der Zitrone enthaltene Säure kann außerdem die angegriffene Schleimhaut in Hals und Rachen zusätzlich reizen. Wer die Anwendung als unangenehm empfindet, sollte deshalb auf Zitronensaft verzichten.

Tee: Heilwirkung von Kräutern nutzen Bei Erkältungen ist es sinnvoll, viel zu trinken. Neben Wasser sind vor allem bestimmte Kräutertees geeignet, da sie Erkältungssymptome lindern können. Viele der im Tee enthaltenen Pflanzenstoffe haben eine schleimlösende, schmerzstillende oder entzündungshemmende Wirkung. Ein positiver Effekt bei Erkältungen wird zum Beispiel folgenden Heilpflanzen zugeschrieben:

  • Kamille
  • Ingwer
  • Eibisch
  • Spitzwegerich
  • Holunder
  • Fenchel
  • Thymian
  • Anis
  • Süßholz

Hausmittel gegen Husten und Schnupfen

Ein bewährtes Hausmittel gegen Husten, Schnupfen und Bronchitis ist das Inhalieren von heißem Wasserdampf. Er befeuchtet die trockenen Schleimhäute und kann dazu beitragen, festsitzenden Schleim in Hals und Nase zu lösen. Um die Wirkung zu verstärken, kann man dem Dampfbad ätherische Öle oder getrocknete Kamillenblüten zusetzen. Wissenschaftlich nachweisen lässt sich eine Verbesserung der Erkältungssymptome durch die Inhalation zwar nicht, sie schadet aber auch nicht und kann eine wohltuende Wirkung haben.

Sechs Hausmittel aus Russland, Türkei und Norwegen: Husten, Schlafstörungen und Müdigkeit natürlich bekämpfen

Frau kauft im Supermarkt einen Wirsing
Bei Prellungen und Schwellungen können Kohlwickel Abhilfe schaffen. Das traditionelle Hausmittel aus der Schweiz setzt auf die Essenzen aus Wirsing oder Weißkohl, die entzündungshemmend wirken sollen. Dazu werden ein paar große, dunkelgrüne Bio-Kohlblätter mit einem Nudelholz oder einem ähnlichen Küchenutensil ausgerollt/sanft abgeklopft, bis der Saft aus den Blättern austritt. Im Anschluss wird das Blatt auf die betroffene Hautstelle gelegt, mit Frischhaltefolie und dann mit einem Stofftuch umwickelt. Am besten lassen Sie den Kohlwickel einige Stunden wirken und wiederholen den Vorgang täglich, bis die Schwellung abnimmt.  © Ute Grabowsky/Imago
Glas mit Tomatensaft
Tomaten, Knoblauch, Zitrone, Ingwer: Die Kombi, die in Italien bei Erkältungen eingesetzt wird. Die Mischung enthält viele Nährstoffe, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente sowie ätherische Öle, die das Immunsystem beim Kampf gegen Viren und Bakterien unterstützen. Für die italienische Tomaten-Passata einfach rund 250 Gramm Tomaten kreuzweise einritzen und mit kochendem Wasser übergießen. Im Anschluss lassen sie sich gut häuten und durch ein Sieb drücken. Jetzt werden zwei Knoblauchzehen zerquetscht und mit dem Saft einer Zitrone vermengt. Nun ein paar Scheibchen Ingwer hinzufügen und alles im Mixer zerkleinern. Im Anschluss wird die Passata erwärmt.  © Nailia Schwarz/Imago
Ein Löffel voll mit ganzen Pfefferkörnern
Pfeffer verleiht Gerichten Schärfe und regt die Verdauung an. In der Türkei wird er außerdem als Hustenmittel eingesetzt. Seine wärmende Wirkung wird in Form von Pfefferwickeln mit Honig genutzt: Zwei Esslöffel Honig auf dem Rücken verteilen und frisch gemahlenen Pfeffer aufstreuen. Mit einem Handtuch bedeckt sollte man so ungefähr 15 Minuten ruhen, heißt es im Buch „Pfefferwickel, Kurkumamilch & Co. – Traditionelle Hausmittel aus aller Welt“. Der Honig soll die erkältungslindernde Wirkung des Pfeffers verstärken, da er antibiotisch und schleimlösend wirkt.  © Antonio Gravante/Imago
Lavendelöl in einem kleinen braunen Glasfläschchen
In Frankreich greifen einige Menschen zu Lavendeltinktur, wenn Schlafstörungen plagen. Die beruhigende Wirkung des Heilkrauts ist der Grund dafür, dass Lavendelessenzen in vielen Produkten gegen Ein- und Durchschlafprobleme enthalten sind. Selbst machen können Sie einen Schlummertrunk, indem Sie eine Hand voll getrockneter Lavendelblüten in ein Glas mit Schraubverschluss bröseln und 175 Milliliter Weinbrand aus der Apotheke und 75 Milliliter gefiltertes Wasser dazugeben. Wenn die Blüten bedeckt sind, wird das Glas verschlossen und ein paar Minuten durchgeschüttelt. Nach zwei Wochen an einem kühlen und dunklen Ort (alle zwei Tage muss das Fläschchen geschüttelt werden) ist die Tinktur fertig. Filtern Sie sie durch ein Baumwolltuch und trinken Sie einen halben Teelöffel vor dem Zubettgehen.  © matka/Imago
Ein Zweig Rosmarin (Salvia rosmarinus)
Rosmarin macht sich nicht nur gut im eigenen Garten oder auf dem Balkon: Das Heilkraut kommt in vielen Nationen wegen seiner antibakteriellen, durchblutungsfördernden und anregenden Wirkung zum Einsatz. In Norwegen wird eine Ingwer-Rosmarin-Tinktur mit Honig bei Kopfschmerzen angewendet. In Kombination entfalten die Inhaltsstoffe schmerzlindernde Wirkung: Ingwer kann bei Übelkeit helfen, Honig wird seit Jahrhunderten wegen der antibakteriellen und krampflösenden Wirkung geschätzt, Rosmarin regt die Durchblutung an, was Kopfschmerz lindern kann. So können Sie die Tinktur selbst herstellen: Wasser mit frisch geriebenem Ingwer aufkochen lassen und nach kurzer Abkühlungsphase gehackten Rosmarin zugeben. Nach erneutem Aufkochen rund zehn Minuten ziehen lassen, alles durch ein Sieb gießen und Honig nach Belieben hinzufügen.  © David & Micha Sheldon/Imago
Frau liegt auf einer Liege vor einem Fenster
Babuschkas Energiemilch: Ein russisches Hausmittel gegen Abgeschlagenheit und Schlappheit, das durch eine Vielzahl an wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen neue Energie bringen soll. Die Hauptzutat: Milch als Lieferant von Proteinen, Kalzium und Kalium. Zugegeben werden Honig, der antibakterielle Wirkung entfaltet und Butter, der Fett, Eiweiß und Mineralstoffe enthält. Zudem enthält das Glas Energiemilch noch ein Ei als Protein-Spender. Im Buch „Pfefferwickel, Kurkumamilch & Co. – Traditionelle Hausmittel aus aller Welt“ wird geraten, zuerst die Milch (rund 250 Milliliter) zu erwärmen und dann alle Zutaten (von Butter und Honig jeweils ein Esslöffel) gut darin zu verrühren.  © Pedro Merino/Imago

Einen positiven Effekt haben unter Umständen auch Nasenspülungen oder Nasenduschen mit Kochsalzlösung. Sie können helfen, den Schleim zu verflüssigen, damit er besser abläuft. Bei einer ausgeprägten Entzündung oder Vereiterung der Nasennebenhöhlen sind Nasenspülungen nicht empfehlenswert. Aufgrund der starken Schwellung ist nicht gewährleistet, dass die eingespülte Lösung vollständig abfließen kann.

Allgemein ist Wärme bei allen Arten von Erkältungsbeschwerden sinnvoll. Erkältungsbäder können sehr wohltuend sein und die Beschwerden lindern. Sie haben sich zudem als Hausmittel gegen Gliederschmerzen bewährt. Der Zusatz von ätherischen Ölen kann die positive Wirkung verstärken. Bei Fieber sollte man allerdings aufs Baden verzichten, da die Wärme den Kreislauf zusätzlich belastet.

Bewährte Hausmittel gegen Bronchitis und Husten sind feuchtwarme Brustwickel und Kompressen, alternativ eignen sich eine Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen. Einige Menschen haben mit warmen Quarkwickeln, Ingwer-, Kartoffel- oder Senfmehl-Wickeln gute Erfahrungen bei Erkältungen gemacht. Achten Sie darauf, dass der Wickel nicht zu heiß ist.

Ansteigendes Fußbad: Alternative zum Vollbad

Eine sinnvolle Alternative zum Vollbad ist das sogenannte ansteigende Fußbad. Stellen Sie Ihre Füße in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser (etwa 33 Grad) und geben Sie über einen Zeitraum von 10 bis 15 Minuten nach und nach wärmeres Wasser hinzu, bis eine Temperatur von maximal 40 Grad erreicht ist. Trocknen Sie die Füße danach gut ab und legen Sie sich für mindestens 20 Minuten ins warme Bett. Die Wirkung eines ansteigenden Fußbads beruht auf einem Reflex: Sind die Füße warm, werden automatisch die Schleimhäute in Nase und Rachen stärker durchblutet und können Krankheitserreger besser abwehren.

Was tun, wenn die Nase zu ist?

Oft ist bei einem Schnupfen die Nase verstopft. Inhalieren kann helfen, die Schwellung zu lösen. Auch der Hühnersuppe wird eine leicht abschwellende Wirkung nachgesagt. Das Gleiche gilt für scharfe Lebensmittel wie Zwiebel, Knoblauch oder Rettich. Die darin enthaltenen ätherischen Öle und andere Substanzen machen die Nase zumindest kurzfristig frei.

Wadenwickel: Hausmittel bei Fieber

Bei Fieber können kühle Wickel, vor allem an den Waden, helfen. Dabei sollten Sie auf die richtige Temperatur achten. Ideal ist handwarmes Wasser. Wenden Sie die Wadenwickel nicht zu lange an: bei kleinen Kindern etwa zehn Minuten, bei älteren Kindern oder Erwachsenen für etwa 20 bis 30 Minuten. Wiederholen Sie die Anwendung erst, wenn die Waden sich wieder erwärmt haben. Sind die Waden bereits kalt, ist es besser, auf Wadenwickel zu verzichten. Für Erwachsene und Kinder, die frieren oder an Schüttelfrost leiden, sind kühle Wickel nicht geeignet – egal an welcher Körperstelle.

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Hausmittel bei Erkältung auch für Kinder?

Viele Hausmittel bei Erkältung sind auch für Kinder geeignet, allerdings gibt es einige Einschränkungen:

  • Inhalieren hat sich bei Kindern und Kleinkindern als Hausmittel gegen Husten und Schnupfen bewährt. Allerdings ist bei der Anwendung Vorsicht geboten: Die klassische Methode der Inhalation mit Wasserbad und Handtuch über dem Kopf ist insbesondere für Kleinkinder nicht geeignet, da die Verbrühungsgefahr zu groß ist. Auch ältere Kinder sollten nur unter Aufsicht auf diese Weise inhalieren. Besser geeignet sind spezielle Inhalationsgeräte aus der Apotheke, die auch Erwachsene nutzen können.
  • Vorsicht bei der Anwendung ätherischer Öle. Vor allem bei Kleinkindern sollten Eltern vollständig darauf verzichten, da sie zu akuter Atemnot und Hautreaktionen führen können.
  • Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig zu sich nehmen.
  • Grundsätzlich ist es vor allem bei Säuglingen und kleinen Kindern ratsam, sich vor der Anwendung eines Hausmittels in der kinderärztlichen Praxis Rat zu holen.

(Brit Neuhaus)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Josep Suria

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