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Entstehung, Gefahren, Schutz – das müssen Sie über Hochwasser wissen

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Hochwasser spielt eine immer größer werdende Rolle. Immer wieder zeigen Überflutungen, wie wichtig Umweltschutz in Zukunft sein muss.

Kassel – Wenn Wasser so sehr ansteigt, dass es Häuser beschädigt oder sogar Menschen verletzt, spricht man von einem Hochwasser oder in Extremfällen von einer Jahrhundertflut. Diese Umweltkatastrophen nehmen durch den Klimawandel immer mehr zu. Auch in Deutschland und Europa sind extreme Hochwasser in den letzten Jahren nicht ausgeblieben.

Die letzten drei Hochwasserkatastrophen
2021Jahrhundertflut im Ahrtal
2023Strumflut in Norddeutschland
2024Hochwasser in einigen Teilen Deutschlands

Was ist Hochwasser und wie entsteht es?

Laut Umweltbundesamt sind Hochwasser natürliche Ereignisse. Sie treten regelmäßig auf und sind charakteristisch für das Abflussverhalten von Flüssen. Als Hochwasser gilt, wenn der Wasserstand deutlich über dem Pegelstand ihres Mittelwassers liegt. Um das Mittelwasser zu ermitteln, wird an einer bestimmten Stelle des Gewässers über mehrere Jahre lang der Wasserpegel gemessen und analysiert.

Die Entstehung von Hochwasser hängt allerdings von der Stärke des Niederschlags, den Eigenschaften des Einzugsgebietes und den Besonderheiten des Flusses ab. Da durch uns Menschen, die Gegebenheiten des Einzugsgebietes eines Flusses aber maßgeblich verändert werden, indem zum Beispiel Häuser in Flussnähe gebaut werden, steigt die Gefahr, dass Hochwasser Schäden verursachen kann. Im Normalfall sickert Regenwasser in den Boden ein, um Teil des Grundwassers zu werden. Passiert dies nicht, weil der Boden schon übermäßig nass oder er im Winter gefroren ist, fließt der gesamte Niederschlag in die Flüsse oder Bäche.

Diese Arten von Hochwassern gibt es:

  • Flusshochwasser: Wasser tritt durch starken Regenfall über das Ufer des Flusses. Wenn es keine weiteren Regenfälle gibt, passiert weiter nichts, denn das Wasser sickert nach und nach wieder in den Boden.
  • Sturmflut: Wer am Meer lebt, wie z.B. an der Nord- oder Ostsee, kann mit Sturmfluten rechnen. Der Wind trägt die Wellen so weit über die Küste, dass alles in Küstennähe geflutet wird.
  • Sturzflut: Die gefährlichste Art von Hochwasser ist die Sturzflut. Sie ist unberechenbar und kommt oft aus dem Nichts. Große Wassermassen kommen in einer hohen Geschwindigkeit und reißen alles mit. Sie verschwindet aber auch schnell wieder.

Prinzipiell kann fast jede Regionen von Hochwasser betroffen sein

Bilder von überfluteten Straßen und Häusern, wie im Winter 2023 in weiten Teilen Deutschlands, oder im Sommer 2021 im Ahrtal sind wohl den meisten Menschen noch gut im Gedächtnis. Unter anderem diese Ereignisse zeigen auf, welche akuten Mängel es noch im Katastrophen- und Klimaschutz gibt.

Fast jedes Gebiet kann von einem Hochwasser betroffen sein.

Gebiete an Flüssen oder Seen sind am meisten gefährdet und können schnell mit Hochwasser zu tun haben. Durch den Klimawandel können aber auch in Zukunft immer wieder Unwetter für Überraschungen sorgen. Prinzipiell kann jedoch fast jeder Region zu einem Hochwasser kommen. Wie hoch die aktuelle Wahrscheinlichkeit für ein Hochwasser ist, wird regelmäßig neu ermittelt und ist unter anderem auf der Website der Hochwasserzentralen nachlesbar.

Hochwasserschutz: Das können Sie tun

Ein schwerer Vorwurf, der mit der Flutkatastrophe 2021 einher kam, war, dass die Menschen im Ahrtal nicht rechtzeitig gewarnt wurden. Inzwischen gibt es beispielsweise die Warn-App Nina und Katwarn, sowie den Mobilfunkdienst Cell Broadcast, die über Gefahren durch Hochwasser informieren.

Wer sein Haus vor Schäden durch ein Hochwasser schützen möchte, kann laut dem Portal hochwasserschutz-profis.de folgende Dinge verwenden, um das Wasser draußen zu halten:

  • Hydrosäcke: Diese sind für Haushalte angenehmer als Sandsäcke, da sie mit Granulat gefüllt sind, werden sie erst schwer, sobald sie nass werden.
  • Wassergefüllte Schläuche: Durch ihre flexible Form eignen sie sich zur Anwendung im Hochwasserschutz.
  • Mobile Wasserschutzsysteme: Dazu gehören zum Beispiel Sperren. Für die richtige Anwendung sollte der Boden allerdings gerade sein.

Neben solchen handwerklichen Änderungen rund um das Haus, ist es von Vorteil eine Elementarschadensversicherung abzuschließen. In Deutschland umfasst die Hausrats- und Wohngebäudeversicherung Hochwasserschäden nicht. (Anna Maria Pejsek)

Rubriklistenbild: © Lando Hass/dpa

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