VonSandra Barbara Furtnerschließen
Immer wieder tauchen Meldungen von Beißvorfällen auf. Auch Bidens Hund Commander soll mehrfach Mitarbeiter gebissen haben. Warum Situationen aus dem Ruder laufen.
Wenn Hunde zubeißen, kann das mitunter tragisch ausgehen oder mit schlimmen Verletzungen enden. Die Ursachen für dieses Verhalten sind ganz unterschiedlich. Doch vorneweg: Kein Hund kommt aggressiv auf die Welt oder beißt ohne Grund zu. Oftmals ist es das letzte Mittel, das sie einsetzen, um eine in ihren Augen stressige, brenzlige oder bedrohliche Situation zu regeln oder zu beenden. Und meist liegt es am Fehlverhalten des Menschen, dass es überhaupt so weit kommt.
Dass die Erziehung eines Hundes nicht mal eben auf die leichte Schulter genommen werden sollte, zeigen verschiedene Beispiele: So wurde im österreichischen Naarn einen Joggerin vom einem Hund angegriffen. Die Frau kam dabei ums Leben. Und auch Schauspieler Oliver Wnuk wurde bei Dreharbeiten von einem Hund in die Lippe gebissen. Dies ging vermutlich relativ glimpflich aus. Laut seinem Instagram-Post nahm er den Biss mit Humor. „Au weia, da dachte ich, ich spiel‘ noch schnell 'ne Szene auf der Insel, da fühlt sich mein Spielpartner (hier: ein kleiner Rauhaardackel) so sehr von mir provoziert, dass er mir in die Lippe beisst“.
Von Stress, Schmerzen, Angst bis hin zum Revierverhalten ist alles möglich
Stichwort Provokation: Werden Hunde provoziert, in die Enge getrieben, fühlen sich bedroht oder sind der Meinung, dass sie ihre Menschen beschützen, ihre Ressourcen oder Revier verteidigen oder etwas regeln müssen, können sie zubeißen. Vielleicht auch einer der Gründe, warum Commander, der Deutsche Schäferhund von US-Präsident Joe Biden gleich mehrmals zugebissen hat. So berichten die Nachrichtensender CNN und BBC, dass der erst zwei Jahre alte Vierbeiner aufgrund der Vorfälle das Weiße Haus verlassen musste. Commander soll, laut dem US-Geheimdienst Secret Service, immer wieder die Mitarbeiter des Weißen Hauses gebissen haben – genauer gesagt elf Mal. Doch die „Dunkelziffer“ soll angeblich weit höher sein.
Auch Stress kann ein möglicher Auslöser dafür sein, dass Hunde zubeißen. So räumt Elizabeth Alexander, Sprecherin der First Lady Jill Biden ein, dass das Weiße Haus eine stressige Umgebung für Haustiere sein könne. Man würde jedoch bereits an einer Lösung arbeiten.
Doch was kann man tun, damit es erst gar nicht so weit kommt?
Die meisten Vierbeiner senden vor einer Attacke untrügliche Signale aus, die es gilt zu verstehen oder richtig zu deuten:
- Hund fühlt sich unwohl und dreht den Kopf weg, duckt sich weg oder verlässt sogar den Raum
- Leckt sich mehrmals über den Fang, kratzt und schüttelt sich
- Zeigt weit aufgerissene Augen
- Fletscht die Zähne
- Knurrt
- Zwickt leicht oder schnappt
- Letzter Ausweg: Beißt zu
Werden all diese Signale missachtet oder ignoriert, oder fühlt sich der Hund permanent un- oder missverstanden, kann es zu einem Beißvorfall kommen. Natürlich sollten dabei immer bestimmte Krankheiten oder Schmerzen ausgeschlossen werden. Denn auch die können ein Auslöser sein. Auch antrainiertes Verhalten ist eine Möglichkeit. Wurde einem Hund beispielsweise beigebracht, Haus und Hof vor möglichen Einbrechern oder Fremden zu beschützen, ist es für einen Vierbeiner mitunter schwer, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden.
Zehn Hunderassen mit dem stärksten Biss




Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.
Übrigens: Ein Hund, der ein aggressives Verhalten an den Tag legt und bereist mehrmals gebissen hat, stellt ein Risiko dar. Auch wenn es oftmals ein Kommunikationsproblem zwischen Hund und Halter ist, müssen Hundehalter zu jeder Zeit in der Lage dazu sein, den Vierbeiner unter Kontrolle zu halten. Dies gelingt mit frühzeitiger Sozialisierung und Training. Bei Bedarf stehen kompetente Hundetrainer mit Rat und Tat zur Seite. Auch ein Maulkorb samt Schleppleine können geeignete Vorsichtsmaßnahmen sein.
Rubriklistenbild: © dpa/APA Images via ZUMA Press Wire

