Erziehungssache

Hund darf partout nicht auf die Couch? Nicht jeder Experte sieht das so

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Bei der Frage, ob der Hund auf dem Sofa liegen sollte oder nicht, gehen die Meinungen unter Besitzern auseinander. Experten erklären, welche Gründe dafür und dagegen sprechen.

Der Vierbeiner schielt in einem ungesehenen Moment in Richtung Couch, und schon ist es geschehen: Der Hund macht sich auf dem Sofa breit. Solche Momente hat bestimmt schon jeder Hundebesitzer erlebt. Und nun? Zu Besuch bei Freunden sollte er das normalerweise nicht tun, da sind sich wohl die meisten Besitzer einig.

Hund darf partout nicht auf die Couch? Besitzer handhaben es unterschiedlich

Anders ist es beim eigenen Sofa. Da gehen die Meinungen auseinander. Die einen mögen es, wenn der Hund beim Fernsehschauen abends mit ihnen auf der Couch liegt. So lässt sich der Hund, sofern er die Nähe sucht, auch noch bequem mit ein paar Streicheleinheiten verwöhnen. Andere empfinden es als unhygienisch, wenn der Hund auf der Couch liegt, oder wollen das neue Sofa schonen. Noch mehr gehen die Meinungen bei der Frage auseinander, ob der Hund im Bett schlafen darf.

Ob der Hund mit auf die Couch darf, muss jeder Besitzer selbst entscheiden.

Ist es normal, dass der Hund lieber auf der Couch Platz nimmt?

Ist es normal, wenn der Hund daheim lieber auf der Couch als in seinem Körbchen liegt? „In der Regel musst Du Dir, wenn Dein Hund auf der Couch liegt, keine Sorgen machen. Ein Hund auf der Couch ist mitnichten ein Anzeichen dafür, dass er einen Eroberungsfeldzug startet oder Dich infrage stellt“, erklärt Hunde-Coach Marcel Wunderlich von der „Martin Rütter Dogs“-Hundeschule in Wiesbaden und im Main-Taunus-Kreis in einem auf martinruetter.com veröffentlichten Beitrag. „Tatsächlich kann Dein Hund das Sofa oder Bett einfach bequemer finden als die von Dir auserkorene Liegestelle.“ Oder er sucht einfach Ihre Nähe und liegt deshalb lieber auf der Couch.

Hund sollte besser nicht aufs Sofa oder ins Bett? Experten über mögliche Gründe

Es gibt jedoch auch Gründe, die gegen das Sofa sprechen. Der Hunde-Coach schildert ein Beispiel: „Spielst Du mit Deinem Hund regelmäßig die Reise nach Jerusalem? Wenn Dein Hund Dich nicht mehr aufs Sofa oder ins Bett lässt, sobald er diesen Platz eingenommen hat, sind diese Plätze für Deinen Hund selbstverständlich ab sofort tabu. Allerspätestens in diesem Fall solltest Du einen guten Trainer hinzuziehen, der die Gründe dafür herausfindet und gemeinsam mit Euch trainiert.“

Problematisch kann es zudem werden, wenn der Hund sich daran gewöhnt hatte, im Bett zu schlafen, aber der neue Partner der Besitzerin das nicht möchte. „Wenn sich etwas ändert und dem Hund gleichzeitig etwas weggenommen wird, dann kann es passieren, dass er das mit der neuen Situation verknüpft“, schildert Hundetrainerin und Tierpsychologin Rita Kampmann einem Online-Bericht von Bayern 1 zufolge. Halter sollten dann versuchen, wie es in dem Bericht auf BR.de weiter heißt, dem Hund das Körbchen besonders schmackhaft zu machen und das Tier ausgiebig zu loben, wenn es auf seinem neuen Platz liegt.

Möglicher Kompromiss: Hund darf auf Sofa nur auf seiner Decke schlafen

Grundsätzlich spricht auch aus Sicht der Hundetrainerin allerdings nichts dagegen, den Hund sogar im Bett schlafen zu lassen. „Man sollte sich überlegen, ob man das zulässt und dann konsequent bleiben“, so die Expertin dem Bericht zufolge. Ähnlich verhält es sich wohl auch mit der Couch. Ist man sich bei dieser Frage nicht sicher, könnte ein Kompromiss helfen: „Man kann dem Hund auch einen ‚legalen‘ Platz auf dem Bett oder Sofa schaffen, zum Beispiel mit einer Decke“. Auf seiner Decke darf der Hund dann auf Sofa und Bett zwar liegen, aber nicht ohne sie.

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Hunde und Erziehung: Zehn Fehler, die sie hassen, wir aber trotzdem tun

Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress.
Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress. (Symbolbild) © ZUMA Wire/Imago
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt.
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt. (Symbolbild) © Mint Images/Imago
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen.
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich, dann kann eine Decke zum Schutz sinnvoll sein. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren.
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Hunde mögen es nicht, wenn ihre Besitzer keine Geduld beim Spazieren gehen haben. Dabei nutzen Hunde den Gassigang nicht nur zum Erleichtern, sondern auch um die Welt zu entdecken. Und das dauert schließlich einfach ein bisschen. Nehmen Sie sich also etwas Geduld und Zeit mit.
Hunde mögen es nicht, wenn ihre Besitzer keine Geduld beim Spazieren gehen haben. Dabei nutzen Hunde den Gassigang nicht nur zum Erleichtern, sondern auch um die Welt zu entdecken. Und das dauert schließlich einfach ein bisschen. Nehmen Sie sich also etwas Geduld und Zeit mit. (Symbolbild) © photothek/Imago
Ausschimpfen bringt gar nichts, auch wenn es nicht immer so leicht ist ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn der Hund unerlaubt immer wieder auf die Couch hüpft. Doch Hunde verstehen das Geschimpfe nicht und sind höchstens über die Aufregung verwirrt.
Ausschimpfen bringt gar nichts, auch wenn es nicht immer so leicht ist ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn der Hund unerlaubt immer wieder auf die Couch hüpft. Doch Hunde verstehen das Geschimpfe nicht und sind höchstens über die Aufregung verwirrt. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Schützen Sie Ihren Hund bestmöglich vor extreme Gerüche. Seine Nase ist hochempfindlich und kann zum Beispiel durch hoch konzentrierte Reinigungsmittel geschädigt werden.
Schützen Sie Ihren Hund bestmöglich vor extreme Gerüche. Seine Nase ist hochempfindlich und kann zum Beispiel durch hoch konzentrierte Reinigungsmittel geschädigt werden. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Regeln, Grenzen und ein geordneter Tagesablauf geben Hunden Sicherheit. Von daher ist es ein Fehler, den Hund nicht zu erziehen. Eine strenge und ruppige Erziehung braucht es dafür nicht. Doch gar keine Erziehung schadet dem Hund ebenfalls.
Regeln, Grenzen und ein geordneter Tagesablauf geben Hunden Sicherheit. Von daher ist es ein Fehler, den Hund nicht zu erziehen. Eine strenge und ruppige Erziehung braucht es dafür nicht – doch gar keine Erziehung, schadet dem Hund ebenfalls. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Ein erzwungenes Spiel mit einem Menschen, den der Hund nicht kennt oder nicht mag, findet er ebenso blöd. Zwinge also nie deinen Hund zum Kontakt mit einer Person.
Ein erzwungenes Spiel mit einem Menschen, den der Hund nicht kennt oder nicht mag, findet er ebenso blöd. Zwinge also nie deinen Hund zum Kontakt mit einer Person. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Auch wenn eine Umarmung nur gut gemeint ist, löst sie bei Hunden oft Angst und Unwohlsein aus. Denn für Hunde ist dies eine Dominanzgeste.
Auch wenn eine Umarmung nur gut gemeint ist, löst sie bei Hunden oft Angst und Unwohlsein aus. Denn für Hunde ist dies eine Dominanzgeste. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Hunde müssen nicht im Bett schlafen

Darf der Hund daheim nicht auf die Couch, geschweige denn ins Bett? Auch daran wird sich der Hund gewöhnen. Manche Hunde wollen es davon abgesehen auch gar nicht. Es gibt genügend hundefreundliche Alternativen: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Vierbeiner einen gemütlichen und ruhigen Platz bekommt, wo er sich wohlfühlt. Tagsüber kann er zum Beispiel auf einem warmen Fell oder auf seiner Lieblingsdecke im Wohnzimmer liegen – gern ein paar Meter vom Sofa entfernt, damit der Hund möglichst nah bei der Familie ist und sich trotzdem entspannen kann. Sucht der Hund dann in manchen Momenten gezielt die Nähe, wird er von sich aus angetappt kommen und sich auch auf dem Teppich vor der Couch gern streicheln lassen. Oder er kommt von seinem Schlafgemach ab und zu ans Bett heran und stupst mit seiner Schnauze sanft gegen die Bettdecke. Für Welpen eignet sich ein Hundekorb mit einer kuscheligen Decke im selben Raum, wo er sich in Ihrer Nähe auch nachts sicher und geborgen fühlt.

Rubriklistenbild: © Dondyk Riga/Imago

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