Besitzer müssen nicht verzweifeln

Restaurant-Besuch mit Hund wird zum Desaster? Nicht, wenn Sie fünf Tipps befolgen

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Essen gehen mit dem Vierbeiner? Das kann für Hundehalter zu einer echten Herausforderung werden. Nicht nur, wenn der Hund im Beisein von anderen Gästen ständig bellt.

Sie wollen mit dem Hund ins Restaurant gehen, und dort sind die Vierbeiner erwünscht? Dann haben Sie keine Scheu – auch, wenn‘s am Anfang schwierig sein mag. Zum Beispiel, wenn der Hund nicht unterm Tisch liegen bleiben will, anderen Hunden hinterher bellt oder am Bein eines fremden Gastes vom Nachbartisch schnüffelt.

Restaurant-Besuch mit Hund: Trainieren Sie die Situation regelmäßig

Sind Hund und Herrchen in der fremden Situation nicht aufeinander eingespielt, kann der Restaurant-Besuch zur Herausforderung werden.

Vor allem junge Hunde müssen sich an das Prozedere des Essengehens erst einmal gewöhnen. Aber auch, wenn der eigene Hund nicht darin geübt ist, dass man ihn überall mit hinnimmt, kann der Restaurant-Besuch zum Stressfaktor für alle Beteiligten werden. Nicht zuletzt natürlich für das Haustier selbst. Zur Beruhigung: Übung macht den Meister. Manchmal braucht es wochenlanges Training beziehungsweise Dutzende Restaurant-Besuche mit dem Hund, bis Herrchen oder Frauchen und der Vierbeiner in der fremden Situation aufeinander eingespielt sind. Mit ein paar Tricks und Hilfen sollte es für Hundehalter deutlich leichter werden.

Restaurant-Besuch mit Hund wird zum Desaster? Nicht, wenn Sie fünf Tipps befolgen

  • 1. Vor dem Restaurant-Besuch den Hund bewegen: Wer vermeiden will, dass der Vierbeiner im Café oder Lokal komplett aufdreht, sollte vorher nicht nur mit ihm Gassi gehen. Drehen Sie besser eine große Extra-Runde beim Spazierengehen, oder lassen Sie den Hund mit seinen Artgenossen ausgiebig spielen und toben. Ohnehin sollte Ihr Vierbeiner regelmäßig in Kontakt mit anderen Hunden kommen und dabei möglichst viele entspannte Situationen erleben. Das wirkt sich in allen Momenten, wo er mit anderen Hunden konfrontiert sein wird, positiv aus, nicht nur im Restaurant. Natürlich sollten Sie auch sonst darauf achten, dass Ihr Hund möglichst häufig bewegt wird.
  • 2. Eigene Decke für den Hund mitnehmen: Das Restaurant ist für den Hund ein fremdes Territorium. Die ungewohnte Situation löst bei dem Tier erst einmal Stress aus. Wie sich der Hund im Restaurant einfacher entspannen kann, verrät zum Beispiel Hundetrainerin Anja Petrick: „In Restaurants hilft es den Hunden meist, wenn sie ihre eigene Decke dabei haben“, schildert sie in einem Bericht zur Hundeerziehung auf BR.de. Fürs Training mit dem Vierbeiner hat sie einen Tipp: „Mit genau dieser Decke für unterwegs üben Sie mit Ihrem Hund zu Hause. Legen Sie ihm die Decke hin und geben Sie ihm auf dieser Decke etwas Leckeres zu kauen. Streicheln Sie ihn ruhig, wenn er auf der Decke entspannt, sodass er diese als entspannten und ruhigen Ort kennenlernt.“
  • 3. Mit kurzen Zeiten und ruhigen Orten starten: Sind Sie zum ersten Mal mit dem Hund in einem Restaurant oder Café, sollten Sie erstmal alleine mit ihm dort hingehen, um jeden zusätzlichen Sozialstress am Tisch zu vermeiden. Trinken Sie am Anfang nur einen Kaffee, dann ist die Rechnung schnell bezahlt, wenn der Hund anfängt, unruhig zu werden. „Währenddessen legen Sie Ihrem Hund die Decke hin und geben Sie ihm hier etwas zu knabbern“, rät die Hundetrainerin. Sollte sich der Hund nicht neben die Decke legen oder will er noch eine Zeitlang stehen bleiben, sei das „vollkommen in Ordnung“. Denn, so erklärt sie laut BR.de: „Manche Hunde müssen sich erst orientieren, bevor sie sich hinlegen können. Halten Sie die Leine einfach so, dass Ihr Hund niemanden belästigen kann, und lassen Sie ihn schauen. Irgendwann wird er sich hinsetzen oder hinlegen.“

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  • 4. Betteln des Hundes ignorieren: Wer einmal damit anfängt, dem Hund etwas vom Tisch zu geben, muss damit rechnen, dass er noch mehr haben will. Und das wird er Ihnen entsprechend signalisieren: Der Vierbeiner stupst einen mit der Schnauze an, jault oder bellt. Gerade im Restaurant mit vielen fremden Menschen drumherum kann das für Hundehalter in Stress ausarten. Am besten fangen Sie erst gar nicht damit an, ihm etwas zu geben, auch nicht daheim. „Beim Betteln geht es nicht nur um Futter, sondern auch um Aufmerksamkeit“, erklärte Tierpsychologin Christine Holst einem früheren Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge: „Daher empfindet ein Hund es nur dann nicht mehr als erfolgreich, wenn man ihn in Reaktion darauf auch nicht ansieht, anspricht oder anfasst.“ Selbst negative Aufmerksamkeit, in Form von Schimpfen, macht es also eher schlimmer als besser.
  • 5. Den Hund beschäftigen: Auch Langeweile kann dafür sorgen, dass der Hund beim Essengehen unruhig wird. Das bedeutet nicht, dass Sie ihn ständig bespaßen müssen, schließlich sollte er sich auch an gewisse Ruhephasen gewöhnen. Sorgen Sie jedoch dafür, dass das Tier nicht über einen längeren Zeitraum unterfordert ist oder sich gar alleingelassen fühlt. Legen Sie zum Beispiel kleine Spazierpausen mit Ihrem Vierbeiner ein, das wird ihm gefallen. Wenn Sie zudem bemerken, dass die Situation im Restaurant nur Stress für den Hund bedeutet, sollten Sie so ehrlich sein und die Situation verlassen. Die anderen Gäste am Tisch werden es Ihnen nachsehen.

Hunde und Erziehung: Zehn Fehler, die sie hassen, wir aber trotzdem tun

Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress.
Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress. (Symbolbild) © ZUMA Wire/Imago
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt.
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt. (Symbolbild) © Mint Images/Imago
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen.
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich, dann kann eine Decke zum Schutz sinnvoll sein. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren.
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Hunde mögen es nicht, wenn ihre Besitzer keine Geduld beim Spazieren gehen haben. Dabei nutzen Hunde den Gassigang nicht nur zum Erleichtern, sondern auch um die Welt zu entdecken. Und das dauert schließlich einfach ein bisschen. Nehmen Sie sich also etwas Geduld und Zeit mit.
Hunde mögen es nicht, wenn ihre Besitzer keine Geduld beim Spazieren gehen haben. Dabei nutzen Hunde den Gassigang nicht nur zum Erleichtern, sondern auch um die Welt zu entdecken. Und das dauert schließlich einfach ein bisschen. Nehmen Sie sich also etwas Geduld und Zeit mit. (Symbolbild) © photothek/Imago
Ausschimpfen bringt gar nichts, auch wenn es nicht immer so leicht ist ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn der Hund unerlaubt immer wieder auf die Couch hüpft. Doch Hunde verstehen das Geschimpfe nicht und sind höchstens über die Aufregung verwirrt.
Ausschimpfen bringt gar nichts, auch wenn es nicht immer so leicht ist ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn der Hund unerlaubt immer wieder auf die Couch hüpft. Doch Hunde verstehen das Geschimpfe nicht und sind höchstens über die Aufregung verwirrt. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Schützen Sie Ihren Hund bestmöglich vor extreme Gerüche. Seine Nase ist hochempfindlich und kann zum Beispiel durch hoch konzentrierte Reinigungsmittel geschädigt werden.
Schützen Sie Ihren Hund bestmöglich vor extreme Gerüche. Seine Nase ist hochempfindlich und kann zum Beispiel durch hoch konzentrierte Reinigungsmittel geschädigt werden. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Regeln, Grenzen und ein geordneter Tagesablauf geben Hunden Sicherheit. Von daher ist es ein Fehler, den Hund nicht zu erziehen. Eine strenge und ruppige Erziehung braucht es dafür nicht. Doch gar keine Erziehung schadet dem Hund ebenfalls.
Regeln, Grenzen und ein geordneter Tagesablauf geben Hunden Sicherheit. Von daher ist es ein Fehler, den Hund nicht zu erziehen. Eine strenge und ruppige Erziehung braucht es dafür nicht – doch gar keine Erziehung, schadet dem Hund ebenfalls. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Ein erzwungenes Spiel mit einem Menschen, den der Hund nicht kennt oder nicht mag, findet er ebenso blöd. Zwinge also nie deinen Hund zum Kontakt mit einer Person.
Ein erzwungenes Spiel mit einem Menschen, den der Hund nicht kennt oder nicht mag, findet er ebenso blöd. Zwinge also nie deinen Hund zum Kontakt mit einer Person. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Auch wenn eine Umarmung nur gut gemeint ist, löst sie bei Hunden oft Angst und Unwohlsein aus. Denn für Hunde ist dies eine Dominanzgeste.
Auch wenn eine Umarmung nur gut gemeint ist, löst sie bei Hunden oft Angst und Unwohlsein aus. Denn für Hunde ist dies eine Dominanzgeste. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Restaurant-Besuch mit Hund: Sind Vierbeiner in dem Lokal erwünscht?

Wer zudem nicht sicher ist, ob Hunde in der Lokalität erwünscht sind, sollte wissen: Eine gesetzliche Regelung, die Hunde in Restaurants oder Kneipen verbietet, gibt es hierzulande nicht. In manchen Lokalen können Vierbeiner aus Hygienegründen allerdings nicht erlaubt sein. Hängen am Eingang keine Verbotsschilder, können Halter davon ausgehen, dass Hunde erlaubt sind. Wer lieber auf Nummer sicher gehen will, fragt vor dem Betreten des Lokals oder Cafés schnell nach.

Den Hund mit ins Büro mitnehmen?

Sie würden Ihren Vierbeiner auch gerne mit ins Büro nehmen? Hier sollten Sie sich unbedingt vorher erkundigen, wie die Regeln und Gepflogenheiten im Betrieb sind, um sich und dem Tier unnötigen Stress zu ersparen. Sind Hunde im Büro erwünscht, kann das unter Umständen sogar zu mehr Zufriedenheit von Mitarbeitern führen, ganz abgesehen von der zusätzlichen Bewegung in den Pausen, die Sie mit dem Hund konsequenter einhalten.

Rubriklistenbild: © Mark Avery/Imago

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