Bis zu 5.000 Euro Strafe

Teures „Urlaubsfoto“: Wer im Ausland geblitzt wird, muss mit hohen Bußgeldern rechnen

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Wer aus dem Urlaub kein Souvenir, sondern ein Blitzer-Foto mitbringt, muss mit hohen Kosten rechnen. Die Bußgelder sollten jedoch nicht ignoriert werden.

München – Nicht nur auf deutschen Autobahnen sind sie bei Autofahrern überaus unbeliebt: Blitzer. Werden Verbraucher im Ausland geblitzt, kann es besonders teuer werden. Ignorieren sollten Sie die Bußgelder aber nicht – dann kommen weitere Kosten auf Sie zu.

Blitzer-Fotos aus dem Ausland können zu hohen Bußgeldern führen

Im Ausland gelten auf den Straßen teils andere Verkehrsregeln als in Deutschland. Verwöhnt sind viele Autofahrer hierzulande vor allem aufgrund der fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf vielen Autobahnen. Klimaschützer fordern eine Abschaffung dieser nicht vorhandenen Geschwindigkeitsbegrenzung. Im europäischen Ausland müssen sich Autofahrer hingegen deutlich zügeln. Wer sich nicht an die dort herrschenden Verkehrsregeln hält, muss mit teils hohen Bußgeldern rechnen.

Bei Bußgeldern kann es im Ausland teuer werden – Autofahrer sollten die Strafen keinesfalls nicht ignorieren.

Ein Bußgeldrechner des ADAC zeigt für Verkehrsverstöße mit dem PKW, wie hoch die Kosten ausfallen können. In einigen Ländern wird die Geldstrafe sogar einkommensabhängig berechnet. Fahren Autofahrer in Deutschland 20 Kilometer pro Stunde über der vorgeschriebenen Geschwindigkeit, werden mindestens 60 Euro fällig. In Österreich müssen nur rund 30 Euro gezahlt werden, andere europäische Länder verlangen ein deutlich höheres Bußgeld. In Dänemark werden mindestens 135 Euro fällig, Finnland verlangt sogar 200 Euro. Besonders teuer wird es in Großbritannien: Dort müssen bis zu 1.135 Euro gezahlt werden.

Ob Falschparken oder Alkohol am Steuer – hier wird es teuer

Wer sogar über 50 km/h zu schnell fährt, muss tief in die eigene Tasche greifen. In Deutschland kostet das mindestens 480 Euro, in Österreich sogar bis zu 5000 Euro. Die Schweiz und Finnland berechnen ihre Bußgelder bei einer so hohen Geschwindigkeitsüberschreitung nach Tagessätzen. Die 60 zu zahlenden Tagessätze in der Schweiz werden nach dem Monatsverdienst berechnet. Auch in Nordmazedonien wird eine einkommensabhängige Geldstrafe fällig.

So teuer wird es bei Geschwindigkeitsverstößen:

LandBußgeld bei 20 km/h zu schnellBußgeld bei 50 km/h zu schnell
Deutschlandab 60 Euroab 480 Euro
Österreichab 30 Eurobis 5.000 Euro
Schweizab 180 Euroab 60 Tagessätze
Spanienab 100 Euroab 600 Euro
Dänemarkab 135 Euroab 500 Euro
Finnland200 Euroab 14 Tagessätze
Frankreichab 135 Euro1.500 Euro
Kroatienab 60 Eurobis 2.650 Euro
Estland120 Euro800 Euro

Teuer wird es auch bei Alkoholverstößen im Straßenverkehr. Schon in Deutschland müssen Autofahrer mindestens 500 Euro Bußgeld zahlen, wenn sie mit über 0,5 Promille am Steuer erwischt werden. In dieser Kategorie wird es in Dänemark besonders teuer: Dort wird ein gesamter Nettomonatsverdienst fällig. In Großbritannien liegt die Promille-Grenze zwar bei 0,8, dort ist jedoch keine Grenze beim Bußgeld gesetzt – es wird im Einzelfall entschieden. Einige Länder wie Tschechien und Ungarn verlangen sogar, dass gar kein Alkohol vor dem Autofahren getrunken wird: Dort liegt die Promille-Grenze bei 0,0.

Zu den teuersten Ländern gehört Deutschland beim Handy am Steuer. Hierzulande müssen mindestens 100 Euro gezahlt werden. Noch teurer ist es in Spanien (ab 200 Euro), Großbritannien (ab 225 Euro) und Norwegen: Dort werden 850 Euro fällig. Ignoriert werden sollten die Bußgelder nicht, dann kommen weitere Kosten zur Strafe dazu. Bevor Verbraucher Urlaub in einem anderen Land machen, sollten sie sich über die Kosten für Verstöße im Straßenverkehr informieren. Am günstigsten wird es natürlich, wenn sich Autofahrer schlichtweg an die Regeln des Landes halten. Auch für Fußgänger kann es bei Verstößen im Straßenverkehr teuer werden.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/Imago (Symbolbild)

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