Zerquetschen erlaubt

Drei invasive Insekten, die heimische Tierarten und Pflanzen bedrohen

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Insekten sind wichtig für das Fortbestehen des Ökosystems. Einige Käfer drängen heimische Arten jedoch stark zurück.

Durch die zunehmende Globalisierung in den vergangenen Jahrzehnten haben sich auch Tier- und Pflanzenarten weltweit verbreiten können. Das passiert mitunter sogar unbeabsichtigt, wenn sich Pflanzensamen oder Tiereier beispielsweise in transportierter Erde befinden. Manche Arten fühlen sich dann am neuen Ort so wohl, dass sie sich massenhaft ausbreiten und vermehren. Solche Exemplare tragen auch den Namen „invasive Arten“. Das Problem dabei ist, dass sie heimische Pflanzen und Tiere verdrängen, die sich gegen den Neuankömmling nicht wehren können. So ist es auch bei einigen Insektenarten, die ihren Weg nach Europa gefunden haben.

Asiatische Tigermücke extrem anpassungsfähig

Die Asiatische Tigermücke ist Überträger des Zika-Virus.

Die Asiatische Tigermücke ist eine Stechmückenart und hat ihre Heimat in Asien. Schon seit den 1990er-Jahren ist sie allerdings auch in Europa heimisch und verbreitet sich hierzulande besonders bei hohen Temperaturen und feuchten Wetterlagen schnell. Sie gilt als einer der Hauptüberträger des Zika-Virus und des Dengue-Virus.

Dass es in Europa deutlich kühler ist als auf ihrem Heimatkontinent Asien, stört die Tigermücke nicht. Sie ist extrem anpassungsfähig, kälteresistent und überleben den Winter in Mikrohabitaten.

Hungrige Raupen zerstören Baumblätter

Der Schwammspinner ist ursprünglich in Nordafrika zu Hause, ist mittlerweile aber auch in südlichen Gebieten Europas verbreitet. Die adulten Tiere sind für das dortige Ökosystem kein Problem, die nimmersatten Raupen hingegen können ganze Bäume leer fressen. Eichen und Hainbuchen, aber auch Obstbäume können bei starkem Befall ihre gesamte Blätterpracht verlieren.

Die Raupen des Schwammspinners fressen Bäume kahl.

Besonders Eichen haben mit der Raupe zu kämpfen und können schneller absterben. Andere Baumarten bilden nach der Entwicklung der Raupen im Juni erneut Blätter.

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Fruchtsaugende Baumwanze

Eine weitere invasive Art in Europa ist die Marmorierte Baumwanze. Eigentlich stammt sie aus Ostasien, hat sich in den vergangenen Jahren aber auch in Europa ausgebreitet. Besonders für die Landwirtschaft ist die Wanze ein Problem, denn sie saugt bevorzugt an Früchten, die dann verderben. Besonders gerne saugt sie beispielsweise an den Früchten von:

  • Pfirsisch
  • Apfel
  • Birne
  • Weinreben
  • Tomaten
  • Paprika
  • Aubergine

10 Tierchen in der Wohnung, die wirklich harmlos sind – Silberfischchen bis Tausendfüßer

Eine Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) auf einem Stein
Sieht aus wie eine Kakerlake, ist aber keine: Die harmlose Bernstein-Waldschabe ist im Gegensatz zum Schädling auch tagsüber aktiv. © blickwinkel/Imago
Eine Hauswinkelspinne auf einem aufgeschlagenen Buch
Hauswinkelspinnen sind zwar nützlich, aber in den eigenen vier Wänden kein gern gesehener Gast. © blickwinkel/Imago
Eine Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) auf einem Blatt
Die Florfliege ist sogar ein Nützling: Nur etwa einen Zentimeter groß, aber eine Meisterin im Blattlausvertilgen. © imagebroker/Imago
Eine Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) auf Brombeere
Wespen sollte man sanft nach draußen geleiten – sie sind nur für Allergiker gefährlich © imagebroker/Imago
Ein Silberfischchen (Lepisma saccharina) auf Holz
Das Silberfischchen liebt hohe Luftfeuchtigkeit und huscht bei Licht betrachtet schnell weg. © blickwinkel/Imago
Ein Tausendfüßer auf einem Holzstück in der Nahaufnahme
Solange der Tausendfüßler nicht in Massen auftritt: Den Lästling einfach nach draußen kehren. © Panthermedia/Imago
Eine Grüne Stinkwanze (Palomena prasina), zwischen zwei Fingern
Wenn Stinkwanzen sich bedroht fühlen, geben sie einen fauligen Geruch ab. Darum nicht zerdrücken! © blickwinkel/Imago
Eine Gelbtafel mit Trauermücken
Trauermücken sind schädlich für Zimmerpflanzen, aber nicht für den Menschen. Gelbtafeln helfen am besten. © Panthermedia/Imago
Eine Menge Kellerasseln in Holzritze
Wenn so viele Kellerasseln herumwimmeln, ist dies ein Hinweis auf eine (zu) hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. © blickwinkel/Imago
Ein Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia) auf einem Holzbrett
Ohrenkneifer oder Ohrwürmer sind für den Menschen vollkommen ungefährlich – sie krabbeln nachts auch nicht in die Ohren. © blickwinkel/Imago

Pflanzenschutzmittel schrecken die Baumwanze häufig nicht ab, die Tiere sind extrem resistent gegen die Mittel. Die auch in Deutschland bereits lebende Samurai-Wespe gilt als erfolgreichster natürlicher Feind der Baumwanze.

Die Marmorierte Baumwanze saugt an Früchten.

Wer diese Insekten entdeckt, sollte nicht zimperlich sein und zudrücken. So können Sie hoffentlich auch verhindern, dass Sie die Asiatische Tigermücke sticht und Krankheiten überträgt.

Rubriklistenbild: © D. Maehrmann/Imago

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