Selbsttest für zu Hause

Kann meiner das? Ein einfacher Test zeigt, ob sich Ihr Hund im Spiegel erkennt

  • schließen

Wer selbst einen Hund hat, stellt sich diese Frage wahrscheinlich ab und an: Erkennt sich mein Hund eigentlich im Spiegel? Ein einfacher Test liefert die Antwort. Lesen Sie hier, wie er funktioniert.

Gerade bei Welpen, die ihre Umgebung erkunden, kommt es häufig zu putzigen Situationen vor dem Spiegel – und oftmals auch zu der Annahme, dass sich die Mini-Vierbeiner im Spiegel erkennen würden. Sie bellen ihr pelziges Gegenüber an, legen den Kopf verwundert schief oder stupsen ihr Spiegelbild herausfordernd an.

Während die einen verspielt reagieren, bekommen es andere Junghunde mit der Angst zu tun oder bellen den Spiegel aggressiv an. Doch erkennen sich die Fellnasen wirklich oder unterliegen Hundefreunde mit dieser Mutmaßung einem liebevollen Irrtum?

Test zeigt: Erkennen Hunde sich wirklich im Spiegel?

Ein simpler Test verschafft Klarheit darüber, ob sich Ihr Hund selbst im Spiegel erkennen kann.

Um festzustellen, ob sich Ihr Hund tatsächlich im Spiegel erkennt oder ob er sich mit einem Artgenossen verwechselt, können Sie zu Hause einen simplen Test durchführen. In Anlehnung an den amerikanischen Wissenschaftler Gordon G. Gallup (* 1941), der diesen Versuch erstmals 1970 durchführte, wendet man dafür einen sogenannten Spiegeltest an.

Spiegeltest nach Wissenschaftler Gordon G. Gallup

  1. Bringen Sie ein Merkmal, beispielsweise einen farbigen Punkt, an den Körper des Hundes an. Am besten platzieren Sie es auf der Stirn des Vierbeiners, damit der Hund den Farbpunkt wirklich nur im Spiegel sehen kann.
  2. Reagiert das Tier anschließend beim Blick in den Spiegel auf das farbige Merkmal, erkennt es sich selbst. Demzufolge besitzt das Lebewesen ein Ich-Bewusstsein, weil es die Veränderung an seinem Körper feststellen kann.

Wie reagieren Hunde auf den Spiegeltest?

Sofern Sie den Spiegeltest nicht selbst zu Hause durchführen möchten, sei Ihnen hiermit die Lösung des Rätsels verraten: Hunde reagieren erwiesenermaßen nicht auf das bunte Merkmal an ihrem Körper und erkennen sich folglich auch nicht selbst im Spiegel.

Warum bellen Hunde manchmal den Spiegel an?

Doch weshalb bellen Hunde sich dann so gerne im Spiegel an? Der Grund verbirgt sich im oben aufgeführten Test: Anstatt sich selbst, erkennen die Vierbeiner im Spiegel also nur einen Artgenossen. Diesen Kollegen können sie jedoch nicht erschnüffeln, weshalb sich Unsicherheit, Angst oder Aggressivität breit macht. So kann es durchaus zu dem ein oder anderen Bell-Duell vor dem Spiegel kommen.

Angst vor dem eigenen Spiegelbild?

Vor allem ängstliche Hunde reagieren teilweise so stark auf Spiegel, die in den Wohnräumen hängen, dass so mancher Hundebesitzer schon dazu gezwungen war, das dekorative Möbelstück abzunehmen. Um Ihre Fellnase an das Spiegelbild zu gewöhnen, sollten Sie viel Zeit und Geduld mitbringen.

Erst mit zunehmendem Alter gewöhnen sich die Vierbeiner meist von selbst an die Spiegel. Man geht davon aus, dass sie mit der Zeit gelernt haben, dass von dem pelzigen Gegenüber keine Gefahr ausgeht.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Diese elf Hunderassen sind vielleicht schlauer als Ihr Nachbar – belegt durch wissenschaftliche Tests

Ein Malinois drückt sich anschmiegsam gegen die Beine eines Soldaten.
Der Malinois, auch bekannt als Belgischer Schäferhund ist – Erkenntnissen einer Studie von Dezember 2022 zufolge – die intelligenteste Hunderasse der Welt. Häufig wird diese kluge Rasse als Polizei- oder Schutzhund eingesetzt. Ihre Eigenständigkeit stellte der Malinois während verschiedener Tests unter Beweis: Neben dem Deutschen Schäferhund war es beim Belgischen Schäferhund am wahrscheinlichsten, dass er sich angesichts einer unlösbaren Aufgabe nicht an seinen Besitzer wandte. © TT/Imago
Border Collie mit Frisbee im Maul.
Der sensible Border Collie gilt als eine der intelligentesten Hunderassen. Lange Zeit galt er sogar als die schlauste Rasse überhaupt. Aufgrund seiner Cleverness ist er ein prädestinierter Hund für Hundesportarten wie Agility oder Obedience. Sein „Will to please“ (der Wille, seinem Menschen zu gefallen) sorgt dafür, dass der Border Collie aufblüht, wenn er zusammen mit seinem Besitzer Aufgaben lösen darf. Der früher meist als Schäferhund eingesetzte Border Collie ist heute ein beliebter Familienhund. © Westend61/Imago
Porträt eines auf einer Bank in Cleadon Hills stehenden Pudels an einem sonnigen Tag.
Pudel sind nicht nur beliebte Familienhunde, sondern zeichnen sich durch ihre außerordentliche Klugheit und die überdurchschnittliche Lernfähigkeit aus. Der aus Frankreich stammende Rassehund wird oft als Rettungshund, Leichenspürhund oder als Blindenführhund eingesetzt. Wegen ihrer besonderen Sensibilität eignet sich der Pudel zudem hervorragend als Therapiehund. © Design Pics Editorial/Imago
Ein Polizist mit einem Polizeihund an der Leine.
Wie bereits sein Name verrät, hatte der Deutsche Schäferhund ursprünglich die Funktion eines Hütehundes. Seine hohe Intelligenz machen sich heutzutage vor allem Polizei, Militär und Zoll zunutze: Mit seiner Lernfähigkeit, einem ausgeprägten Gehorsam und der Gefügigkeit hat der treue Schäferhund das perfekte Zeug zum Diensthund. Er besitzt nicht nur ein ausgeglichenes Temperament, sondern ist auch für seine Aufmerksamkeit, Nervenstärke und Selbstsicherheit bekannt. © Design Pics/Imago
Menschen streicheln einen Hund in einer Gruppentherapiesitzung.
Nicht grundlos sehen wir den beliebten Golden Retriever oftmals als Blindenführhund oder als Begleithund für Gehörlose. Auch als Rettungshund eignet sich diese geduldige, ruhige und achtsame Hunderasse besonders gut. Ihre erstaunliche Intelligenz gepaart mit Gutmütigkeit bringen die liebenswürdigen Goldies gerne in ihre Besitzerfamilien ein. © Science Photo Library/Imago
Portrait einer Dobermann Hündin.
Seinem Ruf als aggressiver Hund zum Trotz überzeugt der Dobermann durch Cleverness, Aufmerksamkeit und Mut. Als Diensthund der Polizei oder Bundeswehr kann er seine Talente nutzbringend einsetzen. In der Zucht wird der charakterliche Schwerpunkt heute auf Ruhe und Freundlichkeit gelegt. Mit seiner gelehrigen, ausdauernden und aufmerksamen Art überzeugt er Hundekenner auch als loyaler Begleiter von sich. Eine gute und geduldige Erziehung kitzelt aus dem Dobermann außerdem einen Familienhund hervor. © Zoonar/Imago
Ein Shetland Sheepdog, stehend auf einem Felsen.
Der Shetland Sheepdog, auch Shelti genannt, ist für sein intelligentes, gutmütiges und lernwilliges Wesen bekannt. Ein ausgeprägter „Will to please“, schnelle Auffassungsgabe und Spaß am Lernen dominieren seine Art. Diese Fähigkeiten setzt der Shetland Sheepdog als Hütehund, Begleithund, Rettungshund oder Therapiehund ein. Der Shelti wird oftmals als besonders sensibel beschrieben. Er ist beispielsweise in der Lage, die Stimmung seiner Familie zu erkennen und ist stets darauf bedacht, diese– falls nötig – zu verbessern. © imagebroker/Imago
Labrador Retriever: Mehrere Hunde sitzen in der Wiese.
Als eine der beliebtesten Hunderassen hierzulande zeichnet sich der Labrador Retriever durch seine Intelligenz und Gutmütigkeit aus. Er strebt danach, seinen Besitzern zu gefallen, und wird oft als Drogenspürhund, Rettungshund oder Blindenhund eingesetzt. Dank seines aufmerksamen und lernwilligen Charakters, der jedoch stets von Freundlichkeit geprägt ist, erledigt er diese Aufgaben äußerst gewissenhaft. © imagebroker/Imago
Ein reinrassiger Rottweiler springt während eines Agility Trainings über ein Hindernis.
Intelligent, ausdauernd und furchtlos: So kennt man den Rottweiler. Auch Polizei und Militär schätzen ihn für diese Eigenschaften. Der gehorsame Rassehund kann Situationen selbstständig bewerten und punktet mit einem starken und aufmerksamen Charakter. Sein starker Beschützerinstinkt hat ihm in einigen Bundesländern den Status eines Listenhundes beschert. Dennoch gilt er als anhänglich und kinderlieb. Der Rottweiler wird ausschließlich Hundekennern mit langjähriger Erfahrung empfohlen. © YAY Images/Imago
Porträt eines Australian Cattle Dog, der in einer Blumenwiese steht.
Der intelligente Australian Cattle Dog liebt es, zu lernen: Er eignet sich mit Vorliebe die unterschiedlichsten Tricks und Fähigkeiten an. Als Treib- und Wachhund scheut er auch die Konfrontation mit körperlich überlegenen Bullen nicht. Mit konsequenter Erziehung und guter Führung durch einen erfahrenen Hundebesitzer wird aus dem Australian Cattle Dog ein loyaler Begleiter. © imagebroker/Imago
Ein liebenswerter Kanaan Hund in einem gelben Geschirr liegt am Meeresufer.
Auch Israelspitz genannt, ist der Kanaan Hund eine durchaus seltene Hunderasse. Mit den anderen aufgeführten Rassen hat er bis auf seine hohe Intelligenz nicht viel gemeinsam: Er gilt als besitzergreifend und liebt seine Unabhängigkeit. Ihm etwas aufzwingen zu wollen – das kommt dem reaktionsfreudigen Kanaan Hund nicht in die Tüte. Wer auf der Suche nach einem Kuscheltier ist, sollte sich anderweitig umschauen. Ob und wer ihn streicheln darf, das entscheidet der eigenständige Hund immer noch selbst. Kanaan Hunde eignen sich für ausschließlich für erfahrene Halter. Ist er jedoch einmal in die Familie integriert, beweist er sich als anhänglich, treu und schützend. © Wirestock/Imago

Doch auch wenn sich Hunde nicht selbst im Spiegel erkennen können, besitzen sie aus Sicht der Wissenschaft dennoch ein Ich-Bewusstsein, wie Forscher mithilfe eines speziell entwickelten Tests herausfinden konnten.

Obwohl der Spiegeltest bei Hunden negativ ausfällt, lässt er keine Schlussfolgerungen auf Intelligenz und Selbstbild des Hundes zu. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Klugheit gehören Hunde weltweit zu den beliebtesten Haustieren.

Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago

Kommentare