ADAC-Auswertung

Herausforderungen für Elektroautofahrer: Länder mit begrenzter Ladeinfrastruktur in Europa

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Mit dem Elektroauto verreisen ist nicht immer eine gute Idee. In Teilen von Europa ist das Ladenetz noch im Aufbau. Manche Länder sollte man daher lieber nicht mit dem Stromer bereisen.

Für viele ist es ein Graus, für andere ein Muss: Mit dem eigenen Auto in den Urlaub fahren. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten: So fallen auf der Route zum Urlaubsziel in vielen europäischen Ländern Mautgebühren an. Und auch die Antriebsart sollte bedacht werden. Während das Tanken im Ausland oftmals günstiger sein kann als in Deutschland, sucht man mit dem Elektroauto manchmal etwas länger nach einer Ladesäule.

„Nicht in allen beliebten Reisezielen ist die Ladeinfrastruktur bereits gut aufgestellt, teils gibt es große regionale Unterschiede“, erklärt der ADAC auf seiner Homepage. Besonders gut schneiden dabei die Niederlande mit 84,4 Ladesäulen pro 100 Kilometer ab. Und auch Luxemburg (53,8/100 km), die Schweiz (51,4/100 km) und Österreich (37,1/100 km) können ohne Probleme bereist werden. Deutschland landet in dieser Auswertung auf Platz fünf (33/100 km). Die anderen Länder bauen ihr Netz jedoch ebenfalls aus. Welche sollte man mit dem Stromer aber lieber noch meiden?

Ladesäulen für Elektroautos: In Irland und Litauen ist das Netz besonders schlecht

Am dringendsten ist das in Irland und Litauen der Fall, wie die Daten des ADAC zeigen. Dort gibt es jeweils nur 0,1 Ladesäule pro 100 Kilometer Straße. In Portugal (0,3/100 km) und Polen (0,9/100 km) sieht die Situation für Besitzer von Elektroautos nur unwesentlich besser aus. „Generell gibt es diese hauptsächlich entlang der Hauptverkehrsachsen und rund um größere Städte“, betont der Automobilclub.

In Spanien kann die Suche nach der nächsten Ladesäule etwas länger dauern.

In Spanien findet sich immerhin ein Ladepunkt pro 100 Kilometer. Das liegt vor allem daran, dass das Netz im Süden des Landes noch weniger dicht ausgebaut ist. Im Norden hingegen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Stormer wieder aufzuladen. Ähnlich ist es in Tschechien (1,6/100 km). Hier ist die Infrastruktur im Zentrum des Landes gut ausgebaut. Auf dem Land sucht man derweil etwas länger.

Land Ladepunkte je 100 km
Irland0,1
Litauen0,1
Portugal0,3
Polen0,9
Spanien1
Bulgarien1,2
Rumänien1,2
Tschechien1,6
Lettland1,9
Estland2
Ungarn2,9
Finnland3,2
Slowakai3,9
Kroatien4,4
Italien5,1
Schweden6,5
Frankreich7,1
Belgien8,9
Norwegen13,4
Dänemark23,1

Ladesäulen für Elektroautos: Für Griechenland und Türkei nur Schätzungen

Ein weiteres Problemkind ist Großbritannien. Im Schnitt gibt es hier 2,5 Ladesäulen pro 100 Kilometer. Allerdings gibt es hier Unterschiede zwischen den Ländern des Vereinigten Königreichs. In England etwa ist das Netz bereits gut ausgebaut. „Weniger dicht ist das Netz in Schottland, in Wales sind noch kaum Lademöglichkeiten vorhanden“, schreibt der ADAC.

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Und auch in anderen beliebten Urlaubsländern sieht die Lage alles andere als rosig aus. In Kroatien gibt es nur 4,4 Ladepunkte pro 100 Kilometer – also alle 25 Kilometer einen. In Italien sind es im Schnitt 5,1 Ladestationen. Gleiches gilt für die Türkei. In Griechenland stehen indes nur 1,86 Ladepunkte pro 100 Kilometer zur Verfügung. Wie auch in der Türkei ist dieser Wert vom ADAC nur geschätzt.

Trotz Förderung ist die Nachfrage bei Elektroautos in Deutschland eher schleppend. Dafür gibt es mehrere Ursachen.

Rubriklistenbild: © Chromeoranhe/Imago

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