VonMaximilian Kettenbachschließen
Ein Cappuccino in Bozen gehört bald statt zum Kultur- zum Luxusgut. Die Preise sind in den letzten Jahren stark gestiegen, wie eine aktuelle Erhebung nun zeigt.
Bozen – Kaffee gehört in Italien zum Kulturgut. Deshalb darf er nicht zu viel kosten. Gerade beim Espresso sind Italiener penibel. Der Durchschnittswert des „kleinen Schwarzen“ soll einen Euro betragen – trinkt man ihn an der Theke („al banco“). Andernfalls können Wirte schon mal eine saftige Servicegebühr draufschlagen. Doch auch das ist durch aktuelle Kostensteigerungen vielerorts kaum mehr zu halten.
Urlauber-Hochburg Bozen: Cappuccino-Preise schießen in die Höhe
Und auch der Cappuccino-Preis erreicht mittlerweile neue Höhen in Italien, besonders aber in Südtirols Hauptstadt Bozen. Einheimische und Touristen dürften beim Blick auf die Rechnung gleichermaßen überrascht werden. Denn das beliebte Kaffeegetränk kostet hier nun durchschnittlich 2,18 Euro und kann in manchen Cafés sogar bis zu 2,50 Euro kosten. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf eine aktuelle Erhebung der Verbraucherorganisation Assoutenti.
| Autonome Provinz Bozen – Südtirol | |
|---|---|
| Italienische Region: | Trentino-Alto Adige |
| Einwohner: | rund 530.000 |
| Hauptstadt: | Bozen (etwa 106.000 Einwohner) |
| Fläche: | 7.400,43 km² |
| Sprachen: | Deutsch, Italienisch, Ladinisch |
Florenz und Rom überraschen bei den Durchschnittspreisen für Cappuccino in Italien
Diese zeigt auch, dass der Preis für einen Cappuccino in ganz Italien in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 14,1 Prozent gestiegen ist. Während der landesweite Durchschnittspreis bei 1,59 Euro liegt (2021: 1,39 Euro), hat Bozen die dritthöchste Preissteigerung zu verzeichnen (24 Prozent). Schneller teurer wurden demnach nur Pescara (28 Prozent) und Neapel (27,5 Prozent). Bozen, Lieblingsdestination von zahlreichen Touristen aus Deutschland – die allerdings nicht von allen willkommen geheißen werden –, führt allerdings die Liste der teuersten Cappuccini in den wichtigsten Städten Italiens an.
Anderswo, etwa in Palermo und Triest liegen die Durchschnittspreise bei 1,87 Euro beziehungsweise 1,80 Euro. Selbst in den Metropolen Rom und Florenz ist der Cappuccino mit 1,32 Euro bzw. 1,41 Euro deutlich günstiger. Am günstigsten ist der Cappuccino in Catanzaro, wo er im Schnitt nur 1,28 Euro kostet und maximal 1,50 Euro erreicht.
Die Gründe für den gestiegenen Cappuccino-Preis liegen auf der Hand
Warum sind die Preise gerade in Bozen so stark gestiegen? Laut Assoutenti seien die steigenden Kaffeepreise auf den internationalen Märkten ein wesentlicher Faktor. Dies treffe nicht nur die Cafés, sondern auch die Konsumenten, die für ihren morgendlichen Cappuccino tiefer in die Tasche greifen müssen. Ein Nachmittags-Cappuccino ist übrigens ein No-Go, ebenso wie neun weitere Dinge, die Italien-Urlauber immer wieder falsch machen.
„Wir befürchten, dass die Preiserhöhungen in den kommenden Wochen sowohl für Café-Konsumenten als auch für Kaffeepulver spürbar werden könnten“, erklärte Gabriele Melluso, Präsident von Assoutenti, bereits Anfang des Jahres.
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Bei Bozen kommt hinzu: Die Stadt in Südtirol ist bei Touristen beliebt, was die Preise zusätzlich in die Höhe treibt. Die Nachfrage nach hochwertigen Kaffeeprodukten und die Bereitschaft der Touristen, höhere Preise zu zahlen, führen zu einer Preisspirale nach oben. Allerdings: Zuletzt wurde Bozen auch von einem Gewaltproblem heimgesucht. Wirte schrieben einen offenen Brief an Polizei und Politik. Und eine Jugendgruppe brachte Bozens Anwohner zur Verzweiflung. (mke)
