Pfoten weg! 

Wie verhindere ich, dass meine Katze Vögel fängt?

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Hauskatzen stellen eine ernstzunehmende Gefahr für Vögel dar. Besitzer können mit verschiedenen Maßnahmen zum Schutz der schwindenden Vogelpopulation beitragen.

Katzen sind flauschig, verschmust und verspielt – genau diese Eigenschaften machen sie zu wunderbaren Gefährten. Über 16 Millionen Katzen leben in den deutschen Haushalten. Allerdings können die Stubentiger anderen Tieren ziemlich gefährlich werden. In Deutschland werden schätzungsweise bis zu 200 Millionen Vögel jährlich von Freigängerkatzen getötet. Amerikanische Studien berichten, dass in den USA jedes Jahr sogar zwischen 1,4 und 3,7 Milliarden Vögel durch Katzen ums Leben kommen.

Verantwortlich dafür ist der natürliche Jagdtrieb unserer Samtpfoten. Ursprünglich wurden Katzen genau aus diesem Grund von Menschen gezähmt: Sie sollten Haus und Hof frei von Schädlingen wie Mäuse und Ratten halten. Doch auch andere Kleintiere wie Frösche, Eidechsen und Blindschleichen fallen den Katzen zum Opfer.

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) verursachen streunende Hauskatzen 4 bis 20 Prozent aller Vogeltodesfälle. Auf ihren Streifzügen plündern sie häufig Nester und erbeuten Jungvögel. Dadurch geht die Vogelpopulation langsam, aber sicher zurück. Meist wird nur zum Spaß gejagt, schließlich werden die Katzen zu Hause gut gefüttert. Anders sieht es bei verwilderten Hauskatzen aus, die zum Überleben auf die Jagdbeute angewiesen sind. Doch wie verhindert man eigentlich, dass die eigene Katze in der Natur zum eiskalten Killer wird? Hier kommt eine Reihe von Tipps, was Sie und Ihre Katze gegen den Rückgang der Vogelpopulation tun können.

Das Jagen von Vögeln gehört für viele Katze zur Lieblingsbeschäftigung

1. Lassen Sie Ihre Katze drinnen

Der beste Weg, um sicherzustellen, dass Ihre Katze keine Vögel fängt, ist, sie drinnen zu halten. Natürlich soll ihr Stubentiger auch in den eigenen vier Wänden ein erfülltes Leben führen. Dazu können Kratzbäume, Katzentunnel oder ein Klettergerüst beitragen. Auch kreatives Spielzeug wie Bälle, Federwedel und Spielmäuse stellen für Samtpfote eine reizvolle Beschäftigung dar. Alternativ können Sie ein Katzengehege auf dem Balkon oder auf der Terrasse installieren, damit Ihre Katze das Gefühl hat, draußen zu sein, ohne Beute machen zu können. Wer seiner Katze den Freigang trotzdem nicht verbieten will, sollte sie zumindest im Mai und Juni drinnen lassen. Dann sind nämlich die meisten flüggen Jungvögel unterwegs. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sein Haustier mit einer Leine spazieren zu führen.

2. Kastrieren Sie Ihre Katze

Kastrierte Katzen haben in der Regel ein geringeres Jagdbedürfnis. Sie fühlen sich oft wohler in der Nähe ihres Zuhauses und halten sich weniger in wilden Gebieten auf, wo sie Vögel jagen können. Außerdem wirkt die Kastration einer Katzen-Überpopulation entgegen und verhindert eine unkontrollierte Ausbreitung von verwilderten Katzen. Tierschützer fordern aus diesem Grund, dass alle Freigänger kastriert werden sollten.

3. Spielen Sie mit Ihrer Katze

Katzen sind geborene Jäger – und ihr Jagdtrieb lässt sich tatsächlich mit Spielen befriedigen. Wenn eine Katze genügend geistige Stimulation bekommt und sich ausreichend bewegt, ist sie deutlich ausgeglichener und zufriedener. Umso weniger wird sie das Bedürfnis haben, draußen herumzustreunen und Vögel zu jagen. Nehmen Sie sich also jeden Tag ausreichend Zeit, um mit ihrer Fellnase zu spielen.

Katzensprache verstehen: Zehn Signale, die zeigen, dass Ihre Katze Sie liebt

1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein.
1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Im Allgemeinen gelten Katzen als sehr intelligent.
2. Zeichen: Schnurrt eine Katze beim Schmusen, ist das ein eindeutiger „Liebesbeweis“. (Symbolfoto) © Westend61/Imago
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied.
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied. (Symbolbild) © Ardea/Imago
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert.
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert. (Symbolbild) © Westend61/Imago
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher.
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild)
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild) © Shotshop/Imago
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild)
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild) © Imaginechina-Tuchong/Imago
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste.
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste. (Symbolbild) © Westend61/Imago
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad.
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad. (Symbolbild) © Westend61/Imago
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht.
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht. (Symbolbild) © Westend61/Imago

4. Schützen Sie den Lebensraum der Vögel

Vögel bauen ihre Nester auf Bäumen und in Büschen. Das Anbringen von katzenabweisenden Manschettenringen aus Metall oder Plastik trägt dazu bei, Jungvögel vor jagdlustigen Samtpfoten zu schützen. Wenn Sie Nistkästen oder Futterhäuschen aufhängen, dann am besten mindestens zwei Meter über dem Boden, sodass Ihre Katze keinen Zugang hat. Idealerweise verwenden Sie Stangen aus glattem Metall oder Kunststoff.

5. Gestalten Sie Ihren Garten vogelfreundlich

Bestimmte Büsche und Sträucher bieten Vögeln geschützte Orte zum Nisten. Dank ihrer Stacheln schaffen beispielsweise Weißdorn und Wildrosen einen natürlichen Schutz vor Räubern wie Katzen. Außerdem können sich die Vögel in diesen Gewächsen gut verstecken. Für die schutzbedürftigen Tiere spielt es also eine wichtige Rolle, welche Art von Pflanzen Sie in Ihrem Garten anbauen.

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6. Verwenden Sie ein Leuchthalsband

Manche Besitzer hängen ihren Katzen ein Glöckchen um, damit Vögel rechtzeitig vor der Gefahr gewarnt werden. Allerdings kann das Klingeln einen gegenteiligen Effekt auf Jungvögel haben. Diese können durch den Laut aufgeschreckt werden und hochfliegen, woraufhin sie von der Katze noch besser entdeckt werden. Darüber hinaus wird das Glöckchen von den Stubentigern als sehr störend empfunden. Besser ist ein Leuchthalsband, das man schon aus der Ferne erkennt.

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