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Die traditionsreiche Altenburger Destillerie hat Insolvenz angemeldet. Zumindest müssten die Angestellten trotzdem vorerst nicht auf ihr Gehalt verzichten.
München – Nach über sieben Jahrzehnten ist Schluss: Die Altenburger Destillerie GmbH hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Gera hat am 20. Dezember 2023 ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet, wie das Unternehmen aus Thüringen in einer Pressemitteilung erklärte. Und reiht sich damit ein in eine ganze Welle an Insolvenzen, die Deutschland 2023 erlebte.
Traditioneller Getränkehersteller meldet Insolvenz an – 30 Mitarbeiter betroffen
Der Betrieb des Unternehmens werde vorerst uneingeschränkt weiterlaufen, hieß es. Der Antrag wurde bereits vor Weihnachten gestellt. Insolvenzverwalter Rolf Rombach aus Erfurt erklärt: „Ich war sofort vor Ort und habe mir mit meinem Team einen ersten Überblick verschafft. Aufgrund der anstehenden Feiertage war die Ausgangslage äußerst herausfordernd.“ Auch zwei Immobilien-Firmen mussten zuletzt Insolvenz anmelden.
In der Altenburger Destillerie sind derzeit 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt. Auf ihr Gehalt müssen sie vorerst nicht verzichten. „Dank des Zusammenspiels aller Beteiligten, konnten die Lohnzahlungen für den Monat November sichergestellt werden“, erklärte Insolvenzverwalter Rombach.
Destillerie insolvent – Unternehmen nennt Energiekosten und Inflationsdruck als Gründe
Nach den Feiertagen sollten laut Insolvenzberater weitere notwendige Schritte eingeleitet werden, „um das Unternehmen und den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren“. Wie es für das Unternehmen und die Angestellten im neuen Jahr weiter gehen soll, ist bislang unklar. Als Gründe für den Insolvenzantrag wurden eine „generelle wirtschaftliche Abschwächung, steigende Energiekosten“ sowie der „nach wie vor vorhandene Inflationsdruck“ angeführt.
Das Unternehmen wurde 1948 gegründet. Das Geschäft der Altenburger Destillerie konzentriert sich auf die Produktion und den Vertrieb von Spirituosen und weiteren Getränken für große Einzelhandelsketten in Deutschland und weiteren Ländern in Europa. Derweil hatte auch bei der Supermarktkette Real eine Insolvenz Folgen für einige Standorte.
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