Notwendiger Kältereiz

Was lässt sich noch schnell im November aussäen? Kaltkeimer im Check 

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Pflanzen aus kälteren Klimaregionen brauchen niedrige Temperaturen, um Keimlinge auszubilden. Zu den Kaltkeimern gehören auch viele heimische Arten.

Der November ist in der Regel kalt und schmuddelig – und der Boden manchmal sogar schon gefroren. Doch unter der Erde tut sich etwas: Bestimmte Pflanzenarten brauchen die kalte Jahreszeit, um später Keimlinge ausbilden zu können. Sie sind als Kaltkeimer bekannt. Welche Arten dazu zählen, erfahren Hobbygärtner hier. 

Kaltkeimer: Darum brauchen sie die Aussaat im Herbst und Winter

Kaltkeimer kennen einige Gartenexperten auch als Frostkeimer. Saatgut (werblicher Link) von solchen Pflanzen müssen Sie im Herbst oder Winter in die Erde bringen, ansonsten keimt dieses nicht. Der Grund: In den Samen stecken Hormone, die den Austrieb jeweils hemmen oder begünstigen. Die antriebshemmenden Hormone verhindern dabei, dass Samen schon in der kalten Jahreszeit sprießen und im Anschluss erfrieren. Erhält die Pflanze einen Kältereiz, beginnt sie, diese Hormone abzubauen. Nach einigen Wochen enthält der Samen immer mehr des keimfördernden Hormons – und der Kaltkeimer beginnt pünktlich zum Frühjahr zu sprießen.

Frostkeimer oder Kaltkeimer?

Wie kalt ein Kältereiz sein muss, damit sich ein Samen entwickelt, hängt stark von der jeweiligen Pflanzenart ab. Minustemperaturen sind nicht zwangsläufig notwendig – deshalb gilt auch die Bezeichnung Frostkeimer mittlerweile als veraltet. 

Zehn Arbeiten, die den Garten auf den Winter vorbereiten

Pfingstrose
Der Januar ist für die Aussaat von Kaltkeimern wie Lilien, Mohn oder Pfingstrosen der optimale Zeitpunkt . © Markus Hötzel/Imago
Gartenteich
Ist das Wasser im Teich eher flach, müssen Sie die Fische vor dem Winter herausholen und an einen geeigneten Ort umsetzen. Die Teichpumpe und Filteranlage ausschalten, reinigen und vor Frost geschützt lagern. © Erich Geduldig/Imago
Laub
Laub im Garten sollten Sie vor dem Winter entfernen, denn es kann dem Rasen schaden.  © MBerg/Imago
Hecke
Von 1. Oktober bis Ende Februar dürfen Sie wieder beherzt die Hecke schneiden. Außerhalb dieser Zeit sind nur kleinere Rückschnitte erlaubt, so sagt es das Bundesnaturschutzgesetz. © Liane M/Imago
Hochbeet im Winter
Ab November ist es sinnvoll, das Hochbeet zu mulchen, Zwiebeln von Frühblühern zu setzen oder winterhartes Gemüse wie Rucola anzubauen. Vlies oder Stroh können als Schutz vor Frost dienen.  © Stock&people/Imago
Gartenschlauch
Der Gartenschlauch sollte im Winter kein Wasser enthalten. © Lolostock/Imago
Rosenschnitt
Rosen sollten im Spätherbst sowie im März zurückgeschnitten werden; Obstbäume am besten im Spätwinter. © Kantaruk Agnieszka/Imago
Zitronenbaum
Zitronenbäume können hierzulande nicht ohne Schutz draußen überwintern. Sobald Nachtfröste auftreten, sollten Sie ihn ins Winterquartier verfrachten. © Georgios Alexandris/Imago
Specht
Es lohnt sich Vögel, die den Winter über in Deutschland bleiben, zu beobachten. Bieten Sie diesen Futter in Form von Haferflocken, Sonnenblumenkernen oder Rosinen an.  © Steve Byland/Imago
Pampasgras
Pampasgras sollte als Schutz vor Nässe und Kälte im Winter zusammengebunden werden. © E. Thielscher/Imago

Liste mit typischen Kaltkeimern

Kaltkeimer sind an ein kaltes Klima gewöhnt – daher gehören auch viele in Deutschland heimische Arten zu ihnen. Diese Pflanzen sollten Sie beispielsweise im Herbst oder Winter aussäen:

  • Pfingstrose
  • Christrose
  • Bärlauch
  • Eisenhut
  • Duftveilchen
  • Phlox
  • Waldmeister
  • Echte Schlüsselblume
  • Hopfen
  • Frauenmantel 
Die Christrose wächst vor allem in den Alpen: Ihre Samen mögen es deshalb gerne kühl.

So klappt die Aussaat von Kaltkeimern

Ob ein Kaltkeimer im Herbst oder Winter in die Erde muss, verrät in der Regel ein Blick aufs Samentütchen. Saatschalen versehen mit dem jeweiligen Etikett bieten sich für die Anzucht an. So wissen Hobbygärtner genau, wo welche Pflanze sprießt. Diese kommen anschließend einfach nach draußen ins Beet – Schnee und Frost machen den Samen nichts aus.

Einige Kaltkeimer sollten jedoch erst in einer wärmeren Umgebung vorquellen. Sie haben vergessen, Ihre Kaltkeimer auszusäen? Kein Problem: Einige Arten können Sie noch im Kühlschrank vorziehen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Ditsch

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