Die große Freiheit

Katze Schritt für Schritt an Freigang gewöhnen – wie Ihnen das gelingt

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Beim Freigang können Katzen ihre Instinkte ausleben. Doch die Welt da draußen ist gefährlich. Deshalb sollte man seine Katze gut darauf vorbereiten.

Katzen lieben es, draußen zu sein. Die Welt außerhalb der eigenen vier Wände spricht all ihre Sinne an. Sie können umherstreifen, toben, klettern, jagen oder einfach in der Sonne liegen. Katzen, die nach draußen dürfen, sind in der Regel ausgeglichener, entspannter und fitter als reine Wohnungskatzen.

Wer seine Katze zum Freigänger machen möchte, sollte dabei jedoch einige Punkte berücksichtigen. Ansonsten kann die Entdeckungstour auch schnell im Drama enden. Gefahren lauern an allen Ecken: Autos, Giftköder, andere Katzen, Hunde oder Wildtiere können das Tier verletzen. Es kann sich Krankheiten oder Parasiten einfangen und nicht selten verschwinden Katzen auf nimmer Wiedersehen, weil sie einfach eingefangen und mitgenommen wurden.

Freigang oder Wohnungshaltung: Katzen können mit beidem glücklich sein

Alle Risiken kann man nicht ausschließen, wenn die Katze allein draußen unterwegs ist. Wohnt man an einer viel befahrenen Straße, sollte man lieber vom Freigang absehen und seine Katze schützen, indem man ihr stattdessen einen gesicherten Balkon oder Garten zur Verfügung stellt. Ob Freigang oder Wohnungshaltung für die Katze besser ist, hängt nämlich immer vom Einzelfall ab. Auch Wohnungskatzen können ein glückliches Leben führen, wenn sie genug Aufmerksamkeit und Beschäftigung bekommen.

In ruhigen Wohngegenden oder auf dem Land spricht erst einmal nichts dagegen, die Katze nach draußen zu lassen. Allerdings sollte man das nicht überstürzt angehen. Das gilt übrigens auch nach einem Umzug. Die Katze muss sich erst an ihren neuen Wohnort gewöhnt haben, bevor sie alleine nach draußen darf. Sonst besteht die Gefahr, dass sie nicht wieder zurückkommt.

Die Katze nach draußen lassen: kleine Ausflüge langsam steigern

Katzenpsychologin Katja Henopp rät auf ihrem Blog leben-mit-katze.de, die Samtpfote Schritt für Schritt an den Freigang zu gewöhnen und nicht einfach die Tür zu öffnen und den Liebling sich selbst zu überlassen.

Das Ratgeber-Magazin Zoo Royal empfiehlt, den ersten Ausflug nach draußen im heimischen Garten zu veranstalten und der Katze genügend Versteckmöglichkeiten in Form von Gartenstühlen oder Blumenkübeln anzubieten. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass die Katze bis zur nächsten Hecke flitzt, die dann schon recht weit entfernt sein könne. Außerdem sollte es noch einige Stunden hell sein. Katja Henopp macht auf Gefahren wie offene Gartenteiche oder Pools aufmerksam, die unbedingt abgesichert sein sollten. Zudem sei es wichtig, die Tür zur Wohnung oder zum Haus offenzulassen, damit die Katze sich schnell ins Sichere retten kann, sollte sie sich erschrecken.

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Die besten Voraussetzungen: Hunger und schlechtes Wetter

Es ist auch möglich, die Katze mit Geschirr und Leine an den Freigang zu gewöhnen. Das muss man allerdings vorab gut trainieren. Ist die Katze hungrig und das Wetter eher ungemütlich, habe sie schon zwei Gründe, frühzeitig wieder nach Hause zu kommen. Katja Henopp empfiehlt sogar den Herbst oder Winter, um die Katze die ersten Male nach draußen zu lassen. Im Frühjahr würden Katzen nämlich dazu neigen, ihr Revier zu vergrößern. Übrigens bleiben junge Katzen meist länger von zu Hause weg.

Gerade bei den ersten Ausflügen in die nähere Umgebung sollte man seine Katze nicht allein lassen, sondern sie begleiten. Dabei geht es nicht darum, sie zu kontrollieren, sondern einfach ein Auge auf sie zu haben und ihr eventuell zwischendurch ein Leckerli anzubieten. Norwegische Forscher haben herausgefunden, was Katzen auf ihren Streifzügen so alles unternehmen.

Cat-tastisch: 13 verrückte Superkräfte, die nur Katzen besitzen

Eine rote Katze sitzt unter einer Bank, während es regnet.
Mehr als nur ein Mythos: Katzen können das Wetter vorhersagen. Und nicht nur das: Mit empfindlichen Tastsensoren sind sie in der Lage, selbst schwache Vibrationen und Erschütterungen wahrzunehmen und können damit sogar Gewitter oder Erdbeben vorhersehen. Sensible Wärmerezeptoren und weitere Biomechanismen, die noch wissenschaftlich erforscht werden, verleihen den Samtpfoten außerdem die Gabe, Wetterveränderungen vorherzusagen, so Geo. An ihrem Verhalten können Menschen das bevorstehende Wetter ablesen: Steht gutes Wetter bevor, putzen sich Katzen beispielsweise vermehrt. Suchen sie bevorzugt das Haus auf, ist mit einer Regenperiode zu rechnen. Schläft die Katze tief und fest oder zeigt beim Schlafen ihren Bauch, könnte es warm werden. Steht ein Gewitter bevor, spüren Katzen die elektrische Ladung und lecken sich häufiger. © YAY Images/Imago
Eine Katze hat ihren Mund leicht geöffnet und lässt die Zunge heraushängen.
Katzen schmecken mithilfe eines zusätzlichen Organs Gerüche. Haben Sie sich schon mal gefragt, weshalb Ihrer Katze manchmal grundlos der Mund offensteht? Das sogenannte Flehmen, bei dem Katzen ihren Mund öffnen, hilft ihnen, interessante Gerüche zu analysieren, indem sie Geruchs- und Geschmackssinn kombinieren. Dies geschieht durch das Jacobson-Organ, das sich hinter den oberen Schneidezähnen befindet. © YAY Images/Imago
Eine rote Katze miaut.
Katzen miauen für Menschen. Kommunizieren sie mit Artgenossen, spielt das Miauen eine untergeordnete Rolle. Wenn sie sich aber mit Zweibeinern verständigen wollen, benutzen sie dafür häufig einzigartige Laute und Gesten. Nach einer Weile wissen sie genau, welche Tonlage sie anstimmen müssen, um das zu bekommen, was sie wollen. Meist wissen Katzenbesitzer bereits Bescheid, was die Mieze ihnen mitteilen möchte. © agefotostock/Imago
Eine graue Hauskatze balanciert auf einem Gartenzaun.
Die Samtpfoten sind Meister des Balancierens: Dank ihres ausgeklügelten Gleichgewichtssystems klettern, balancieren und springen sie äußerst anmutig und geschickt, selbst auf schmalen Gegenständen und meistern Hürden gezielt mit höchster Eleganz. © blickwinkel/Imago
Nahaufnahme eines Katzenohrs
Geht es um das Gehör, übertrumpfen Katzen nicht nur Menschen, sondern auch Hunde. Mit ihren extrem sensiblen Ohren nehmen sie hochfrequente Geräusche wahr, darunter Töne mit bis zu 100.000 Schwingungen pro Sekunde und sogar Ultraschalllaute. Menschen (etwa 20.000 Schwingungen pro Sekunde) können diese Geräusche schlichtweg nicht hören. Im Vergleich dazu hören Hunde etwa 35.000-40.000 Schwingungen pro Sekunde.  © Panthermedia/Imago
Eine Katze sitzt vor dem Sofa im Wohnzimmer auf dem Teppich und blickt in die Kamera.
Katzen sind viel intelligenter als die meisten annehmen. Das zeigt ein Blick auf ihr Namensgedächtnis. Eine japanische Studie belegt, dass Katzen nicht nur ihren eigenen Namen und die Namen ihrer Besitzer kennen, sondern auch, dass sie sich die Namen ihrer Artgenossen merken können. © Zoonar/Imago
Eine Hauskatze springt aus dem Stand hoch.
Ein Katzensprung für die Katze: Dank ihrer kräftigen Hinterbeine, dem elastischen Bindegewebe und dem besonders flexiblen Körperbau springen gesunde und fitte Samtpfoten etwa das Fünf- bis Sechsfache ihrer eigenen Körperlänge mit Leichtigkeit – das bedeutet etwa zwei Meter aus dem Stand. Der Vergleich zum Menschen verblüfft: Der Rekordhalter im Hochsprung übersprang seine eigene Körpergröße um gerade einmal 52 Zentimeter. © Anka Agency International/Imago
Eine Katze bei Nacht mit großen, schwarzen Pupillen.
Katzen sehen auch bei sehr schwachem Licht. Nicht umsonst sind sie von Natur aus nachtaktiv und gehen bevorzugt in der Dämmerung auf die Jagd. Das Geheimnis hinter ihrer ausgezeichneten Sehfähigkeit ist die erhöhte Anzahl an Stäbchen auf ihrer Netzhaut. Fakt ist jedoch, dass Katzen sich bei völliger Dunkelheit ebenfalls mit der Wahrnehmung schwertun. © Panthermedia/Imago
Eine schwarz-weiße, junge Katze fällt.
Katzen landen meistens auf ihren Pfoten und überstehen Stürze aus großer Höhe in der Regel gut. Zudem gelingt es ihnen mit dem Schwanz, die Fallgeschwindigkeit zu minimieren. Das verschafft der Katze die Zeit, um zuerst den Oberkörper, den Kopf und dann das Hinterteil zu drehen. So dreht sie ihre Beine blitzschnell in Richtung des Bodens. Diese Eigenschaft wird auch Dreh-, Stell- oder Aufrichtreflex genannt und ist einzigartig. Dennoch können auch, gerade bei übergewichtigen Katzen, lebensbedrohliche Verletzungen entstehen. Bringen Sie Ihre Katze nach einem Sturz aus großer Höhe unverzüglich zum Tierarzt. © agefotostock/Imago
Ein Kätzchen ist kurz davor, durch einen weißen Holzzaun zu schlüpfen.
In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Videos von Katzen, die sich im Sofaschlitz verkriechen, sich in Goldfischgläser pressen oder sich einfach unbedingt unter dem Gartenzaun hindurchquetschen müssen. Mit ihren gelenkigen Körpern kommen Katzen fast überall hin, wo sie hin möchten. Doch wie schaffen die Miezen das eigentlich? Der Grund für die schier unglaubliche Beweglichkeit ist ihre einzigartige Skelettstruktur: Sie besitzen kein Schlüsselbein, dafür jedoch ein sehr flexibles Rückgrat mit 30 Wirbeln. Ihre Gliedmaßen sind allein durch Bänder und Muskeln mit der Wirbelsäule verbunden, was ihnen den erstaunlichen Bewegungsspielraum ermöglicht. © blickwinkel/Imago
Eine Hauskatze putzt sich die Pfote.
Reinlicher als jedes andere Tier und vermutlich auch als Menschen? Genau das lässt die Wissenschaft verlauten, wenn es um die auf Sauberkeit bedachten Samtpfoten geht. Mit ihrem eigenen Speichel putzen sie sich mehrmals täglich. Dabei sind Aufbau und Funktion einer jeden Katzenzunge einzigartig. Wer schon einmal von einer Katze abgeleckt wurde, weiß, dass sie einem Schmirgelpapier gleicht. Der Grund dafür sind winzige Stacheln, sogenannte Fadenpapillen, die aus nach hinten gebogenen Zähnchen aus Horn bestehen. Neben der Nahrungsaufnahme hat die Zunge für die Fellpflege die größte Bedeutung: Mithilfe der winzigen Zähne können Katzen ihre Zunge als eine Art Kamm einsetzen. © blickwinkel/Imago
Eine Katze kuschelt sich auf einer Decke ein und streckt ihre Beine von sich.
Das Schnurren von Katzen sei „eines der nur zum Teil geklärten Rätsel der Wissenschaft“, so Spektrum der Wissenschaft. Was feststeht ist, dass Katzen nicht nur Menschen, sondern auch sich selbst auf bestimmten Frequenzen therapieren und beruhigen können. Zudem erfüllt das Schnurren der Mieze den Zweck, ihr Wohlgefühl nach außen zu tragen. Experten gehen davon aus, dass durch die Vibration ein komplexer Selbstheilungsmechanismus in Gang gesetzt wird. Übrigens: Katzenjunge benötigen erst einige Tage an Übung, um schnurren zu können wie die Großen. © imagebroker/Imago
Eine junge Katze klettert an einem Holz empor.
Dank ihrer scharfen Vorderkrallen sind Katzen wahre Meister des Kletterns. Mühelos erklimmen sie damit die höchsten Baumkronen. Der Weg nach unten gestaltet sich da schon schwieriger. Aber machen Sie der Mieze erst einmal ihre Kletterkünste nach … © Panthermedia/Imago

Nichts überstürzen: die Katze draußen begleiten

Auf jeden Fall sollte man der Katze ausreichend Zeit für die erste Entdeckungstour geben. Sie sollte von sich aus wieder zurück ins Haus oder in die Wohnung wollen. Wer seiner Samtpfote dann ein leckeres Katzenfutter, das Lieblingsspielzeug oder eine Extra-Kuscheleinheit anbietet, macht das Nach-Hause-Kommen für sie doppelt schön. Katja Henopp gibt den Tipp, ein Rufsignal einzuführen, auf das die Katze hört. Das könne ein Wort oder Satz sein oder auch das Rascheln einer Leckerlitüte, schreibt sie. Ruft man die Katze immer zur gleichen Zeit nach Hause, wird das schnell zur Routine. Für den ersten Ausflug nach draußen sollte man circa eine Stunde einplanen, rät Henopp.

Hat der erste Ausflug gut geklappt, gilt es, darauf aufzubauen. Viele Katzen genießen es, mit ihrem Menschen gemeinsam draußen zu sein. Deshalb empfiehlt die Katzenpsychologin in der nächsten Zeit gemeinsame Spaziergänge. Das gibt Sicherheit – der Katze und dem Menschen. Wenn die Katze sich draußen sicher fühlt, kann man sie zunächst hin und wieder und schließlich immer häufiger und länger unbeaufsichtigt draußen herumlaufen lassen. Hat die Katze eine starke Bindung zu ihrem Menschen, feste Routinen und viel Beschäftigung auch im Haus, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie zuverlässig wieder zurückkommt, schreibt Katja Henopp.

Checkliste für sicheren Freigang

  • Die Katze muss kastriert sein.
  • Impfungen, Wurmkur und Parasitenschutz müssen aktuell und wirksam sein.
  • Lassen Sie Ihre Katze chippen, um sie im Zweifel wiederfinden zu können.
  • Eine Katzenklappe sorgt dafür, dass die Katze jederzeit wieder ins Haus kann.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Imaginechina-Tuchong

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