Wunder der Natur

Dreifarbige Katzen: Warum Glückskatzen so selten sind

Auf den ersten Blick sehen sie eigentlich ganz normal aus. Wer sich aber mit der Genetik von dreifarbigen Katzen beschäftigt, weiß: Sie sind ein Glücksfall.

Dreifarbige Katzen werden auch gern als sogenannte als Glückskatzen bezeichnet. Warum sie fast immer weiblich sind und wie sie entstehen? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Sogenannte Glückskatzen – Glücksfälle der Natur

Sie sind bekannt unter vielen Namen:

  • Calico – nach dem hellen, manchmal bedruckten Kattun-Stoff, der aus Indien importiert wurde
  • Tricolor
  • Tortoiseshell oder Schildpatt – benannt nach dem Panzer einer Seeschildkröte

Dreifarbige Katzen sind außergewöhnlich. Noch viel seltener sind jedoch männliche Glückskatzen. Das liegt daran, wie die genetische Veranlagung für die Fellfarbe von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. 

Dreifarbige Katzen gibt es seltener. (Symbolbild)

So kommt es zum dreifarbigen Fell: Glückskatzen erklärt

Die Farbe des Fells ist immer an das X-Chromosom gebunden. Genau wie Menschen haben Katzen zwei Chromosome. Weibliche Katzen haben zwei X-Chromosome, männliche ein X- und ein Y-Chromosom. Prinzipiell können Katzen entweder schwarzes oder rotes Fell vererben. 

Wenn eine schwarze und eine rote Katze Nachwuchs bekommen, hängt die Farbe des Kätzchens von seinem Geschlecht ab. Ist es weiblich, bekommt es ein X-Chromosom jeweils vom Vater und der Mutter. Da die Fell-Information an das X-Chromosom gebunden ist, wird das Tier zweifarbig. Ist es männlich, bekommt es von der Mutter ein X-Chromosom und vom Vater das Y-Chromosom: Es wird also einfarbig.

Dreifarbige Katzen: Sie sind immer gescheckt

Dazu kommt noch eine genetische Information zum Fell: Ob es gescheckt ist oder nicht. Diese Vererbung wird von Mutter und Vater weitergegeben. Gescheckte Katzen sind dann neben schwarz und rot auch noch weiß – und somit dreifarbig. Weißes Fell ist bei Katzen übrigens keine eigene Fellfarbe, sondern liegt an fehlenden Farbpigmenten. 

Kurzum: Um als dreifarbige Katze geboren zu werden, braucht man jede Menge Glück. Noch schwerer ist es aber für Kater – nur in ganz seltenen Fällen sind sie Glückskatzen. Da sie normalerweise keine zwei X-Chromosome haben, kann bei ihnen nur eine Gen-Anomalie (Klinefelter-Syndrom) dazu führen. Sie haben dann drei Chromosomen: Ein Y- und zwei X-Chromosomen. Weniger als ein Prozent aller Glückskatzen sind männlich. Diese Kater können sich nicht fortpflanzen.

Glückssymbole: Dreifarbige Katzen und ihre Bedeutung

In einigen Kulturen werden die dreifarbigen Katzen mit Glück und Unglück in Verbindung gebracht. In Amerika werden sie auch „Money Cat” (engl. Geldkatze) genannt. In Japan soll man sie früher mit an Bord von Schiffen genommen haben, um gegen Unglück zu schützen. Die japanischen Winkekatzen (genannt Maneki-neko) basieren auf den Glückskatzen. 

In Deutschland schrieb Alfred Brehms in seinem Nachschlagewerk „Brehms Tierleben” im späten 19. Jahrhundert, dass dreifarbige Katzen die Häuser, in denen sie leben, vor Feuer schützen.

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Glückskatzen: Kann man sie züchten? 

Glückskatzen sind sehr begehrt. Umso frustrierender ist es sicherlich für Züchter, wie schwer sie züchtbar sind: Es ist nicht möglich, zwei Glückskatzen miteinander zu paaren, weil die Kater aufgrund ihres Gendefekts steril sind – man züchtet deswegen nicht sehr gezielt. Will ein Züchter dennoch die beliebten dreifarbigen Kätzchen, muss er auf weiblichen Nachwuchs hoffen. Aber auch dann sind Tricolor-Erfolge nicht garantiert. 

Ob eine Katze dreifarbig ist, hat mit ihrer Rasse nichts zu tun. Maine Coone und Perser sind deswegen genauso oft dreifarbig wie Katzen anderer Rassen. 

Rubriklistenbild: ©  Shotshop/Imago

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