Verhaltenssignale erkennen

Katze ist im Zuhause unglücklich: fünf Anzeichen und was Sie dagegen tun können

  • schließen

Auf Reddit wendet sich eine verzweifelte Besitzerin an die Community, weil ihre Katze sich offenbar zu Hause nicht wohlfühlt. Welche Anzeichen darauf hindeuten und was Sie dagegen tun können.

Angefangen hat alles mit der Wäsche auf dem Boden, die eine junge Katze phasenweise markiert hat. Mittlerweile ist die Samtpfote drei Jahre alt und das Problem hat sich gefestigt: Sie pinkelt auf Teppiche, Decken, Sessel, den Kratzbaum, ins Bett und vor das Katzenklo. Die Besitzerin (FinancialTreacle7667) weiß nicht weiter und wendet sich in einer Katzengruppe hilfesuchend an die Reddit-Community. „Sie ist nicht krank, wir haben alles durchchecken lassen“, erklärt die verzweifelte Frau gegenüber den Menschen im Netz.

Tatsächlich können Katzen sehr empfindlich auf Veränderungen in ihrem Zuhause reagieren. Das kann sich auf ihr Verhalten, ihre Laute, ihre Stimmung und letztlich auf die ganze Katzengesundheit auswirken. Unsere Übersicht zeigt Ihnen, welche Anzeichen Warnsignale sind und wann Sie handeln müssen.

1. Katze zieht sich zurück

Zieht sich die Katze in ihrem Zuhause stark zurück, ist das ein Anzeichen für Unwohlsein. (Symbolfoto)

Normalerweise freut sich Ihre Katze auf ein Wiedersehen, wenn Sie nach Hause kommen. Aber was ist, wenn sich die Samtpfote merklich zurückzieht? Wenn Ihre Katze sich an ungewöhnlichen Orten und für eine längere Zeit versteckt, könnte das bedeuten, dass etwas nicht stimmt.

Das können Sie tun: Suchen Sie Ihre Katze und locken sie das Tier ohne Zwang aus ihrem Versteck. Beobachten Sie aufmerksam, wie es sich dabei verhält. Faucht Ihre Katze oder wirkt sie ängstlich und möchte sich am liebsten direkt wieder verkriechen? Wenn es keine gesundheitlichen Probleme gibt, versuchen Sie sich sanft anzunähern und ein wenig Zeit mit Ihrer Samtpfote zu verbringen.

2. Katze ist aggressiv

Natürlich haben Katzen ihre verspielten Momente, in denen sie wie wild durch die Wohnung flitzen und Sachen hinterherjagen. Wenn die Katze ihre überschüssige Energie aber zunehmend gegenüber Menschen rauslässt und sich angriffslustig verhält, ist das ein eindeutiges Warnsignal. Das Verhalten kann sich auf verschiedene Weisen zeigen: vermehrtes und kräftiges Beißen, Kratzen oder Schlagen nach Personen sowie ein Buckel mit buschigem Schwanz.

Das können Sie tun: Beobachten Sie Ihre Katze aufmerksam. Zeigt sie das Verhalten nur in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmen Menschen? Versuchen Sie, mögliche Auslöser zu identifizieren und die Faktoren der Reihe nach abzustellen bzw. zu variieren. Ändert sich das Verhalten nicht oder wird für Tier und Mensch zunehmend gefährlich, kann ein Verhaltensspezialist für Katzen helfen.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

3. Katze putzt sich übermäßig oder gar nicht mehr

Für die Fellpflege nehmen sich Katzen viel Zeit. Putzt Ihre Samtpfote sich nicht mehr, sieht struppig aus oder riecht unangenehm, könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass Ihre Katze sich unwohl fühlt oder krank ist. Doch auch übermäßiges Putzen ist ein Alarmsignal. Insbesondere dann, wenn sich die Tiere Haare herausreißen oder kahle Stellen im Katzenfell erkennbar sind.

Das können Sie tun: Lassen Sie Ihre Katze zunächst vom Tierarzt auf mögliche Fell- und Hautkrankheiten, Parasiten und Würmer kontrollieren. Ist eine medizinische Ursache ausgeschlossen, sorgen Sie für mehr Beschäftigung und Abwechslung für den Stubentiger. Denn vermehrte Fellpflege bei Katzen kann ein Anzeichen für Langeweile sein. Es kann aber auch bedeuten, dass Ihre Katze dadurch versucht, Stress abzubauen. Sorgen Sie in dem Fall für mehr Ruhe in der Umgebung, damit Ihr Tier genug Entspannung findet.

Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.

Eine schlafende Katze.
Auch wenn sie dabei besonders niedlich und hübsch aussehen, hassen es Katzen, beim Schlafen gestört zu werden. Sie benötigen täglich ausreichend Schlaf, um mit ihrer Energie zu haushalten sowie zur Kontrolle des Stoffwechsels. Genauso wenig schätzen die Stubentiger es im Übrigen, wenn man sie beim Fressen stört. © VWPics/Imago
Eine Katze – man sieht nur ihre Beine – sitzt vor zwei aufeinandergestapelten Mandarinen.
Katzen haben ein feines Näschen und können manche beißenden oder stechenden Gerüche nicht ausstehen. Dazu gehören ätherische Öle, der Geruch bestimmter Lebensmittel oder manche Küchendüfte. Zitrusaromen, Kaffeesatz, Bananenschalen, Zwiebeln, Knoblauch und Essig schlagen manche Katzen direkt in die Flucht. Auch einige Zimmerpflanzen, Blumen oder die ätherischen Düfte von Tannennadeln empfinden Katzen als extrem unangenehm. Der Vorteil: Die meisten der verhassten Pflanzen könnten bei Verzehr giftig sein. Menschengemachte Gerüche wie Haushaltsreiniger und Parfums sind für Katzen überwiegend zu stark und werden daher als störend empfunden. © Pond5 Images/Imago
Ein Babykätzchen versteckt sich.
Neben ihrem feinen Näschen besitzen Katzen auch ein extrem empfindliches Gehör. Damit reagieren sie auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Wird es um sie herum plötzlich laut, können sie nicht zuordnen, weshalb das passiert. Aus diesem Grund ertragen sie keine lauten Geräusche – sogar Streit kann für sie zur Belastung werden. © Panthermedia/Imago
Eine Katze kuschelt sich an eine Frau, die gerade Yoga macht.
Streicheln, kuscheln, anfassen – für Katzen ist das nicht immer ein Genuss. Erfahrene Katzenbesitzer wissen, dass die Stubentiger hin und wieder empfindlich auf Berührungen reagieren können. Lassen Sie die Mieze ihre eigenen Regeln machen und warten Sie am besten darauf, dass sie zu Ihnen kommt. Streicht sie um Ihre Beine oder stupst Sie mit dem Näschen an, möchte sie gestreichelt werden. © Zoonar/Imago
Eine Katze sitzt vor einer geschlossenen Holztüre.
Katzen mögen keine Frustration. Dazu gehören nicht nur verschlossene Türen, sondern auch Spiele, bei denen sie nicht gewinnen können. Bleibt die Belohnung aus oder wird der Jagdtrieb nicht befriedigt, ist es mit der guten Laune vorbei. Verschlossene Türen hingegen widersprechen der neugierigen Natur von Katzen. Hören sie dann auch noch Geräusche dahinter, wie beispielsweise von ihren Besitzern, kann der Katzenjammer schnell groß werden. © Danita Delimont/Imago
Ein Katzenbaby und ein Entenbaby beschnuppern sich.
Die meisten Katzenbesitzer meinen es gut, wenn sie ihren Tieren tief in die Augen blicken. Was sie dabei nicht wissen, ist, dass Katzen das Angestarrt werden als Bedrohung wahrnehmen. Aus Sicht einer Katze ist es höflich, sie nur kurz anzuschauen. Geheimtipp: Möchten Sie Ihrem Liebling sagen, dass Sie ihn lieben, blinzeln Sie ihn langsam, aber kurz an. © Image Source/Imago
Zwei schwarze Katzen beäugen einen Saugroboter misstrauisch.
Katzen können Staubsauger nicht ausstehen. Sie empfinden ihn nicht nur als zu laut, sondern auch als unberechenbar. Kein Wunder: Er bewegt sich durch das ganze Haus und damit, ohne zu fragen, durch ihr Revier. Er reinigt ihre Lieblingsplätze, aus ihrer Sicht, ohne Grund. Nur wirklich gelassene Artgenossen ertragen den saugenden Mitbewohner. © Westend61/Imago
Eine Katze sitzt mit großen Augen auf einem Menschenarm.
Eine Sache, die fast alle Katzenbesitzer tun, die jedoch für die meisten Katzen ein Graus ist: Die geliebten Haustiere hochheben und sie auf dem Arm tragen. Die gelassenen Exemplare lassen die Tortur über sich ergehen, viele wehren sich jedoch vehement dagegen. Der Grund ist eigentlich offensichtlich. Oftmals werden Katzen in dieser Position dazu gezwungen, ihren empfindlichen Bauch zu präsentieren. Sie sind dann verletzlich und empfinden das Getragen werden als unangenehm. © blickwinkel/Imago
Einer Katze wird ein Duschkopf über ihren Kopf gehalten.
Es stimmt, dass viele Katzen wasserscheu sind. Baden ist für diese Tiere aber nicht nur eine reine Qual, sondern in den meisten Fällen auch unnötig. Genauso verhält es sich, wenn ein verärgerter Nachbar den Wasserschlauch auf die Stubentiger hält. Allerdings ist es möglich, junge Kätzchen frühzeitig an Wasser zu gewöhnen. Ob Baden dann notwendig ist, sollten sich Katzenhalter dennoch gut überlegen, denn für gewöhnlich halten sich die Tiere selbst am besten sauber. In Ausnahmefällen wie Verletzungen oder Alterserscheinungen kann ein Bad jedoch eine sinnvolle Ausnahme darstellen. © YAY Images/Imago
Eine Katze leckt ihre Pfoten mit der Zunge.
Katzen sind sehr reinlich und mögen es auch in ihrer Umgebung am liebsten sauber und gepflegt. Altes Futter oder ein schmutziges Katzenklo können die Samtpfoten daher gar nicht leiden. Taucht in der Katzentoilette also ein Häufchen auf, entfernen Sie es besser und stellen damit sicher, dass Ihre Katze auch beim nächsten Bedürfnis ihr Klo und keinen anderen Ort in der Wohnung wählt. © YAY Images/Imago

4. Katze „spricht“ anders

Die Katzensprache verrät viel darüber, wie sich Ihr Tier gerade fühlt. Die Vierbeiner nutzen verschiedene Laute für unterschiedliche Situationen, wie zum Beispiel Schnattern beim Jagen von Beute oder einfaches Maunzen, wenn sie hungrig sind. Wenn sich die Tonlage Ihrer Katze ändert oder sie vermehrt faucht, könnte das an einer gestörten Bindung zwischen Mensch und Tier liegen. Es kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass sich die Katze in der aktuellen Situation unwohl fühlt.

Das können Sie tun: Beobachten Sie auch hier genau, in welchen Situationen Ihre Katze anders mit Ihnen „spricht“. Welche Laute gibt sie von sich und wann? Es kann auch sinnvoll sein, die Bindung zum Tier zu stärken. Lassen Sie Ihrer Katze dabei aber unbedingt den nötigen Freiraum, den sie braucht. Wendet sich Ihre Katze nach einiger Zeit ab, lassen Sie sich zunächst in Ruhe, bis sie freiwillig wieder auf Sie zukommt. Auch hier kann ein Verhaltensexperte helfen.

Katze geht es offensichtlich bei mir nicht wohl. Abgeben? Wohin?
by u/FinancialTreacle7667 in Katzengruppe

5. Katze frisst nicht mehr

Das wohl auffälligste Warnsignal ist ein gestörtes Fressverhalten der Katze. Rührt Ihr Tier das Futter an mehreren Tage hintereinander nicht an, stimmt etwas nicht.

Das können Sie tun: Frisst Ihre Katze nicht mehr, sollten Sie schnell handeln. Mit einem gründlichen Check beim Tierarzt können Sie zunächst ernsthafte Katzenkrankheiten oder Probleme mit den Zähnen ausschließen. Ist die Katze gesund, bieten Sie Ihr ein anderes Katzenfutter an. Fühlt Ihr Stubentiger sich gestresst, kann eine entspanntere Umgebung dazu beitragen, dass Ihr Tier wieder in Ruhe frisst.

Reddit-User zeigen sich hilfsbereit und geben Tipps

Unter dem Aufruf der verzweifelten Besitzerin geben viele Reddit-User Tipps. Hier eine Auswahl der Kommentare:

  • „Die Katze meiner Freundin hat ebenfalls überall markiert. Nachdem sie die Katze kastrieren ließ, hat sie aufgehört, dies zu tun. Möglicherweise wäre dies auch eine Option?“
  • „Wie groß ist deine Wohnung? Kommt die Katze immer zum Katzenklo? Ist sie drauf trainiert? Meine beiden Katzen sind reine Wohnungskatzen und wenn ich das Klo nicht regelmäßig sauber mache, pinkeln die auch gerne mal woanders hin. Sauberkeit ist sehr wichtig, auch deine Wohnung muss sauber sein.“
  • „Die Probleme hatten wir auch, das kriegt ihr schon in den Griff. Wenn der rigorose Einsatz von Enzym-Reiniger nicht hilft, versucht vielleicht ein zweites Katzenklo. In der Natur haben Katzen rotierende Latrinen. Und vielleicht musst du auch Wache sitzen, Katzen im sozialen Verbund beschützen sich ganz gern auf Toilette und beim Essen.“
  • „Ich habe waschbare Pinkelpads im Einsatz. Eine unserer Katzen meidet das Katzenklo einfach für das kleine Geschäft. Ich habe dann Pinkelpads für Welpen ausprobiert, die waren aber zu leicht und wurden als Spielzeug genutzt. Die schwereren, waschbaren Pads nutzt sie dafür recht zuverlässig als Toilette.“
  • „Unser Kater hat das auch gemacht, das stand immer in Verbindung mit Veränderungen/neuen Menschen in der Wohnung oder besonders Unzufriedenheit mit seiner Toilette. Katzen reagieren schon manchmal darauf, wenn Möbel etwas anders stehen oder Kleidung dort liegt, wo sie sonst nicht liegt. Natürlich ist es nicht immer möglich, Veränderungen zu vermeiden, aber wir versuchen seine wichtigen Plätze so zu lassen wie sie sind und ihn bei Veränderungen möglichst gut zu begleiten. Einer bleibt zum Beispiel ‚kuschelbereit‘ für ihn, wenn ein Handwerker da ist, das nimmt er gerne in Anspruch. Wir bestärken ihn viel, wenn er Sachen gut macht.“

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

Kommentare