VonRobin Dittrichschließen
In Supermärkten und Discountern können immer mehr vorgeschnittene Salate gekauft werden. Dieser Komfort kann jedoch mitunter unschöne Folgen haben.
Kassel – Viele Menschen setzen sich den Neujahrs-Vorsatz, sich gesünder zu ernähren. Dazu gehört auch, häufiger zu Obst und Gemüse zu greifen. Oftmals scheitert es aber daran, die gesunden Lebensmittel zuzubereiten – vorgeschnittene Salate bieten daher einige Vorteile. Meist sind diese aber deutlich teurer als unverarbeitete Produkte – zudem besteht eine andere Gefahr.
Abgepackte Salate schnell mit Keimen belastet – mit bloßem Auge nicht erkennbar
Wie die Verbraucherzentrale schreibt, gehören küchenfertige Salatmischungen aus der Tüte zu den leicht verderblichen Lebensmitteln. Auch bei richtiger Lagerung im Kühlschrank können sie schnell verderben. Wird nicht gut aufgepasst, können sich sogar krankmachende Bakterien wie Listerien oder Salmonellen bilden. Problematisch ist, dass die Zellwände von Salatblättern gegen Keime wirken – sind diese aber geschnitten, können Bakterien eindringen. Auch durch Fehler bei der Herstellung können sich Keime einschleichen, was zu Rückrufen führen kann.
Hauptproblem sind neben dem Schnitt auch die Plastikverpackungen, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Mikroorganismen können dort schnell wachsen. Auch, wenn nach einigen Tagen mit bloßem Auge keine Veränderung ersichtlich ist, kann sich bereits eine hohe Keimzahl im Inneren befinden. Die Verbraucherzentrale warnt eindringlich davor, abgepackte Salate noch nach dem Verbrauchsdatum zu konsumieren. Auch auf vielen Fertigpizzen wurden von Ökotest Keime und Bakterien gefunden.
Vorgeschnittenes Obst und Gemüse: Falsche Lagerung kann Folgen haben
Verzehrfertige Salate können vor Ablauf des Verbrauchsdatums allerdings in der Regel ohne Bedenken konsumiert werden. Ältere, Kranke oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten vor allem Rohkostsalate aber eher meiden, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Durch die möglicherweise bereits entstandenen Keime seien diese gefährdet. Für gesunde Menschen sind die Salate nach einem Abspülen mit frischem Wasser aber meist unbedenklich zu genießen. Das Verbrauchsdatum ist statt des MHD auf leicht verderblichen und verpackten Lebensmitteln angegeben – nach Ablauf besteht eine potenzielle Gesundheitsgefahr.
Tipps der Verbraucherzentrale zum Umgang mit vorgeschnittenen Salaten:
- Farbverlust, braune Stellen oder viel Flüssigkeit in der Packung weisen auf mangelnde Frische hin
- Verpackungen mit Wölbungen liegenlassen
- Vorgeschnittene Salate sollten im Kühlregal liegen
- Verbrauchsdatum einhalten
- Nach dem Öffnen rasch verzehren
- Transport in einer Kühltasche ratsam
- Fertigsalate lieber entsorgen, die längere Zeit höherer Temperatur ausgesetzt waren
- Vorgeschnittene Blattsalate oder Rohkost vor dem Verzehr gründlich waschen
Vorgeschnittenes Obst ist hingegen oftmals nur belastet, wenn nicht die richtigen Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) deckte bereits 2021 Hygienemängel bei Geschäften und an Marktständen auf. In jedem vierten untersuchten Produkt wurden Abweichungen festgestellt, die durch Mängel bei den eigenen Untersuchungen, aber auch durch mangelnde Hygiene und eine fehlerhafte Kühlung entstanden waren. (rd)
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