Kfz-Versicherung: Teurere Regionalklassen für rund 4,7 Millionen Autobesitzer
Neue Regionalklassen: Für ungefähr 4,7 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherte erhöhen sich die Ausgaben – gleichzeitig profitieren jedoch genauso viele.
Für Millionen Autofahrer ändern sich im kommenden Jahr die Tarife in der Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung. Vor allem in der Teil- und Vollkaskoversicherung überwiegt die Zahl der steigenden Tarife, wie aus der jetzt veröffentlichten Regionalklasseneinteilung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.
Neue Regionalklassen: In der Kaskoversicherung überwiegen die höheren Einstufungen
Demnach werden für 49 Bezirke und rund 4,7 Millionen Autofahrer die Klassen in der Haftpflicht heraufgestuft, während 59 Bezirke und ebenfalls rund 4,7 Millionen Autofahrer von besseren Regionalklassen profitieren. Für die restlichen 303 Bezirke und damit 33 Millionen Haftpflichtversicherte ändert sich nichts. Auch in der Kaskoversicherung ändern sich Regionalklassen. Hier überwiegt die Zahl der künftig höheren Einstufungen: 5,8 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherte werden künftig höher eingestuft, für rund 4,5 Millionen gilt hingegen künftig eine niedrigere Einstufung.
In der Stadt kracht es statistisch gesehen häufiger – deswegen werden Autofahrer dort bei den Regionalklassen tendenziell höher eingestuft als auf dem Land. (Symbolbild)
Regionalklassen bei der Kfz-Versicherung: Auf dem Land fährt man meist günstiger
Grundlage für die Neueinstufung ist die Schadenstatistik der vergangenen Jahre. In der Regel werden ländliche Regionen besser eingestuft als Großstädte, in denen es besonders häufig zu Haftpflicht- und Kaskoschäden kommt. Allein in Bayern haben sich jetzt 24 Landkreise verbessert. Traditionell gute Schadenbilanzen weisen auch die eher ländlich geprägten Bundesländer Brandenburg, Schleswig-Holstein,Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf. Die bundesweit beste Schadenbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung weist – wie im Vorjahr – der Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg auf, wo die Schäden rund 30 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Ebenfalls wie in den Vorjahren steht Berlin für die schlechteste Schadenbilanz. Dort liegen die Schäden fast 40 Prozent über dem Durchschnitt.
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Kfz-Versicherungsbeiträge setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen
Wichtig zu wissen: Die Regionalklassen sind nur eine Komponente, aus der sich die Höhe der Versicherungsbeiträge ergibt. Neben dem Wohn- oder Zulassungsort spielen unter anderem auch das Fahrzeug und der Halter selbst eine wichtige Rolle. Zum Beispiel durch steigende Schadenfreiheitsrabatte können die Versicherungskosten für den einzelnen Autofahrer trotz höherer Einstufung im kommenden Jahr unter dem Strich auch sinken. Insgesamt dürften jedoch viele Versicherte künftig tiefer in die Tasche greifen müssen – denn die Kfz-Versicherer rechnen in diesem Jahr mit Milliardenverlusten. Zu den Ursachen zählen immer weiter steigende Reparaturkosten, doch auch „deutlich mehr“ Schäden durch Versicherungsbetrug belasten die Bilanzen der Versicherer. (Mario Hommen/SP-X)