32 Elektroautos leer gefahren: Über die Hälfte schafft in Test die versprochene Reichweite nicht
VonSebastian Oppenheimer
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Ein norwegisches Autoportal hat 32 Elektroautos im Reichweitentest gegeneinander antreten lassen. Nicht einmal die Hälfte schaffte die angegebenen WLTP-Werte.
Die Entwicklung von Elektroautos schreitet immer weiter voran – trotzdem gibt es noch Menschen, die mit dem Kauf zögern. Das hängt beispielsweise mit den hohen Preisen für E-Fahrzeuge und teils mangelnden Lademöglichkeiten zusammen, wie kürzlich eine Diskussion auf Reddit zeigte. Einige Vorbehalte gegen Elektroautos, die in den vergangenen Jahren immer wieder ins Feld geführt wurden, sind allerdings langsam überholt. Hauptargument gegen ein E-Fahrzeug dürfte auch heute aber noch immer die Reichweite sein. Doch wie steht es in der Realität damit? Ein großangelegter Test brachte nun interessante Ergebnisse.
E-Auto-Reichweitentest in Norwegen: Nicht einmal die Hälfte der Kandidaten schafft die WLTP-Angabe
Das norwegische Autoportal Motor.no hat 32 der neuesten Elektroautos gegeneinander antreten lassen. Das ernüchternde Ergebnis: Nicht einmal die Hälfte der getesteten Stromer schaffte die angegebene WLTP-Reichweite – und das bei „perfekten Fahrbedingungen“. Gleich fünf E-Autos strandeten deutlich früher als angegeben, sie wiesen eine negative Abweichung von bis zu 13,7 Prozent auf:
Ausreißer nach oben: Tesla Model S Long Range schafft im E-Auto-Reichweitentest 672 Kilometer
Allerdings gab es auch einige Ausreißer im positiven Sinne, die ihre angegebene WLTP übertrafen – allen voran das Tesla Model S Long Range (4WD): Mit 672 Kilometern kam der Tesla so weit, wie bislang kein E-Auto in den Tests des Portals zuvor. Das waren immerhin sechs Prozent mehr als angegeben. Platz Zwei belegte der Polestar 2 (RWD) mit 602 Kilometern (WLTP-Angabe 615 km), Platz Drei der Nio ET7 mit 589 Kilometern (WLTP-Angabe: 580 km). Den vierten Rang sicherte sich der Xpeng G9 (4WD) mit 588 Kilometern – damit lag der Chinese 13 Prozent über der WLTP-Angabe von 520 Kilometern. Der Nissan Ariya (2WD) schaffte es mit 581 Kilometern auf den fünften Platz, damit lag er neun Prozent über der WLTP-Angabe von 533 Kilometern.
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Elektroauto-Reichweitentest: Deutsche Modelle mit relativ geringen Abweichungen
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Auf den Rängen 6 bis 8 landeten mit dem BMW i7 (4WD), dem Mercedes-Benz EQE 350 (4WD) und dem Mercedes-Benz EQS SUV 580 (4WD) drei deutsche Modelle. Sie schafften alle drei rund 580 Kilometer und wiesen gar keine (Mercedes-Benz EQS SUV 580 4DW) bis minimale Abweichungen von der WLTP-Angabe auf: BMW i7 4WD (-2,2 Prozent), Mercedes-Benz EQE 350 4WD (-0,2 Prozent). Weitere deutsche Modelle im Test waren der Audi Q8 e-tron Sportback 55 4WD (529 Kilometer, Platz 13, -1,3 Prozent), der Mercedes-Benz EQB 250 FWD (460 Kilometer, Platz 16, +1,6 Prozent), der BMW iX1 xDrive30 4WD (420 Kilometer, Platz 24, -2,0 Prozent) sowie der Volkswagen ID.Buzz (396 Kilometer, Platz 28, -2,9 Prozent).