VonSebastian Oppenheimerschließen
Im Auto ist eine Klimaanlage ein enormer Komfortgewinn. Doch sie braucht auch eine Menge Energie. Wie stark wirkt sie sich auf die Reichweite bei E-Autos aus?
Eine Klimaanlage treibt bei Verbrenner-Fahrzeugen den Verbrauch deutlich nach oben: Laut ADAC schluckt das Auto im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent mehr Sprit. Das geht nicht nur ins Geld, sondern ist auch nicht optimal für die Umwelt, weswegen in Italien ein saftiges Bußgeld fällig werden kann, wenn die Klimaanlage bei einem stehenden Auto läuft. Doch wie sieht es bei Elektroautos aus? Das österreichische Batteriediagnostik-Unternehmen Aviloo hat nun einmal den Reichweiten-Verlust bei Stromern untersucht.
Für den Test wurden nach Angaben des Unternehmens 14 unterschiedliche Elektroautos unter die Lupe genommen. Ergebnis: Bei durchschnittlichen Stadtfahrten kann demnach innerhalb der ersten Stunde der Betrieb der Klimaanlage rund 35 Prozent des Gesamtverbrauchs ausmachen – was mehr als einem Drittel der Gesamtreichweite entspricht.
Je nach Fahrweise fällt der Reichweitenverlust durch die Klimaanlage unterschiedlich ins Gewicht
Getestet wurde zum einen bei Kälte: Dafür wurden die E-Autos auf 0 Grad Celsius heruntergekühlt. Anschließend wurden die Innenräume im Automatikmodus auf eine Solltemperatur von 22 Grad aufgeheizt – wobei die Heizung für zwei Stunden angeschaltet blieb. Dabei lag der Energieverbrauch in der ersten Stunde des Aufheizens zwischen 1,5 kWh und 2,5 kWh – im Durchschnitt waren es also rund 2 kWh. In der zweiten Stunde stieg die verbrauchte Energie auf 2,7 bis 4,5 kWh an. Wie sich dies auf die Reichweite auswirkt, kommt laut dem Batteriediagnostik-Unternehmen auf die Fahrweise an: Bei einer Stadtfahrt macht die Heizenergie nach 60 Minuten im Schnitt rund 35 Prozent des Gesamtverbrauchs aus. Auf der Autobahn hingegen – wo der Verbrauch generell höher ist und die zurückgelegten Strecken länger sind – wirkt sich die Heizenergie weniger deutlich auf die Reichweite: Hier sind es nur etwa rund 10 Prozent des Gesamtverbrauchs.
Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023




Auch der Verbrauch bei Kühlung durch die Klimaanlage wurde untersucht: Dazu wurden die E-Autos an heißen Tagen (bei Temperaturen zwischen 28 und 35 Grad Celsius) auf 22 Grad heruntergekühlt. Hier wurde im Schnitt in der ersten Stunde ein Verbrauch von 1,6 bis 2,2 kWh gemessen – also ähnliche Werte wie beim Aufheizen.
Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter.
Aufheiz- beziehungsweise Abkühlphase brauchen deutlich mehr Energie als das Halten der Temperatur
Das Fazit des Tests: In der Aufheiz- beziehungsweise Abkühlphase zu Beginn wird deutlich mehr Energie verbraucht als wenn die Temperatur nur noch konstant gehalten werden muss. An einem Beispielfahrzeug wurde ein doppelt so hoher Verbrauch in der ersten Stunde gemessen wie in der zweiten Stunde. Besonders hoch ist der Energieverbrauch während der ersten 15 Minuten.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Ganz besonders im Winter sollten Kurzstreckenfahrten mit dem Elektroauto vermieden werden – denn nicht nur die Klimaanlage für den Innenraum, sondern beispielsweise auch das Erwärmen der E-Auto-Batterie kann bei eisigen Temperaturen ordentlich Strom verschlingen. Wer als E-Autofahrer im Winter möglichst viel Reichweite aus seinem Akku herausholen möchte, sollte einige Tipps beachten.
Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

