VonKilian Bäumlschließen
Italien erlebt seit Monaten eine schlimme Dürre – mit großen Auswirkungen auf den Tourismus. Wer eine Kreuzfahrt geplant hatte, wird womöglich enttäuscht.
München – Während wir hierzulande bisher einen Frühling mit eher frischen Temperaturen und Regen erleben, herrscht in vielen Teilen Europas bereits seit Wochen große Hitze. Das hat teilweise drastische Auswirkungen auf die Länder. Besonders Italien ist schwer von der Hitze getroffen. Der Touristenmagnet Gardasee erlebt die schlimmste Trockenheit seit 70 Jahren – die Situation am Gardasee ist so extrem, dass sich sogar die italienische Regierung einschaltet. Entspannung ist derweil nicht in Sicht, ganz im Gegenteil.
Auch Italiens Flüsse haben mit der Dürre zu kämpfen und werden wahrscheinlich keine Touristen anlocken können, zumindest wenn diese sich auf dem Wasser fortbewegen möchten. Größere Kreuzfahrtschiffe, die auf ihrer Mittelmeer-Routen oft auch Ziele, wie Rom, Florenz oder Venedig ansteuern, sind wohl derzeit nicht von Einschränkungen betroffen.
| Land | Italien |
| Problem | Dürre - kaum Wasser in den Flüssen |
Dürre in Italien: Keine Touristen auf Italiens Flüssen – Kreuzfahrten werden abgesagt
Reisen nach Italien sind sehr beliebt, für die Einheimischen sind Touristen jedoch häufig Fluch und Segen zugleich. Der Andrang an Touristen ist so groß, dass an einigen Orten sogar rote Zonen geschaffen wurden, um den Massentourismus in Schach zu halten. Anders sieht es auf Schiffen aus, die eine Kreuzfahrt auf dem Po, Italiens größtem Fluss, machen möchten – hier würde man gerne Touristen begrüßen, doch der Wasserstand lässt keine Fahrten mehr zu.
„Ich bin zum ersten Mal auf dem Po gefahren, als ich 13 Jahre alt war, und ich habe in diesem Fluss schwimmen gelernt, als ich 5 Jahre alt war. Ich erinnere mich an einen Fluss voller Leben, Boote, Fischerei, jetzt ist da nichts mehr“, beschreibt Schiffskapitän Giuliano Landini dem Nachrichtensender euronews. In ein paar Tagen müsse er wahrscheinlich alle Kreuzfahren absagen, denn der Stand des Po ist so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr. Dass der Wasserstand bereits jetzt so niedrig ist, liegt vor allem an der fehlenden Schneeschmelze, sodass der Fluss in diesem Jahr kaum von Schmelzwasser gespeist wurde.
Auswirkungen der Dürre in Italien reichen weit über den Kreuzfahrt-Tourismus hinaus
Doch die Auswirkungen der Dürre gehen weit über die beliebten Kreuzfahrten auf dem Po hinaus, die gesamte Region leidet unter den Folgen des niedrigen Wasserstandes. Fernab des Tourismus sind auch Fischer und landwirtschaftliche Flächen von dem Wasser abhängig. Der Fluss führte bereits seit dem vergangenen Sommer weniger Wasser und die Situation des Po bleibt kritisch.
Die Dürre in Italien ist alarmierend und nimmt dramatische Ausmaße an – und der Sommer steht noch bevor. Ähnliche Bilder verursachte im vergangenen Jahr auch die Loire in Frankreich, wo man sich bereits jetzt auf einen heftigen Dürre-Sommer einstellt, denn auch dort gab es in den vergangenen Monaten kaum Regen und Schneeschmelze. (kiba)
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