Vieles nervt ihn

Tesla-Fahrer trennt sich von seinem Model Y – und erklärt auf YouTube, warum er es nicht mehr mag

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Ein bekannter YouTuber trennt sich von seinem zwei Jahre alten Tesla Model Y. In einem Video erklärt er, was ihn alles an dem Wagen nervt.

An der Marke Tesla scheiden sich die Geister: Noch immer schart der E-Autobauer aus Texas eine eingefleischte Fangemeinde um sich. Dennoch macht das Unternehmen auch immer wieder viele Negativ-Schlagzeilen, speziell mit der hochumstrittenen Autopilot-Technik. Auch am Umgang von Tesla mit Datenschutz gibt es Kritik, genauso wie an der Qualität der Fahrzeuge. Nun hat ein bekannter Technik-YouTuber sein Tesla Model Y verkauft. In einem Video erklärt er die Gründe dafür.

„Kein Anti-Tesla-Video“: YouTuber beginnt seinen Clip mit den Vorteilen des Model Y

Rund 5,4 Millionen Abonnenten hat Technik-YouTuber Austin Evans. Die Videos auf seinem Kanal drehen sich in erster Linie um PCs, Notebooks, Smartphones, Spielekonsolen und Fernseher – doch nun hat er einen Clip zu seinem Tesla Model Y veröffentlicht (weiter unten zu finden). Er erklärt darin, warum er sich von dem 2021er Tesla Model Y Performance trennt. Weil er „kein Anti-Tesla-Video“ machen wolle, hebt er zunächst einmal die Vorteile des Stromers hervor.

Besonders begeistert ist Evans etwa von der Beschleunigung des Performance-Modells. Zudem biete das Auto einen großen Kofferraum und dazu noch etwas Platz im Frunk – dem Kofferraum unter der „Motorhaube“. Das Auto fahre zuverlässig – er habe nicht ein einziges Mal wegen Defekten die Werkstatt aufsuchen müssen. Ein weiterer Vorteil betrifft nicht nur sein Fahrzeug: Das Supercharger-Netzwerk ist den USA extrem verbreitet (auch andere Hersteller wie Ford und GM setzen künftig in Nordamerika auf die Tesla-Technik), sodass das Aufladen eigentlich nie in Problem darstelle.

In einem Video erklärt ein YouTuber, warum er sich von seinem Tesla Model Y trennt. (Symbolbild)

Abschied vom Tesla: YouTuber genervt von streikender Türentriegelung

Doch das war es dann auch schon mit den positiven Seiten. Im Alltag nervten den YouTuber zahlreiche Dinge. Eines davon: Die Türentriegelung. Eigentlich sollte das auch per Smartphone klappen, doch wenn man das Telefon in der Tasche habe, funktioniere es oft nicht – was besonders blöd sei, wenn man gerade beide Hände voll habe. Im Innenraum des Wagens haben sich die seitlichen Plastikabdeckungen der Sitze mitsamt der elektrischen Verstellung abgelöst, wie er zeigt. Der Lautsprecher an der rechten Tür sei nicht korrekt montiert, weswegen an der unteren Seite ein Spalt sichtbar sei und es während der Fahrt zu Klappergeräuschen komme.

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Qualitätsprobleme: Spaltmaße laut YouTuber beim Model Y nicht akzeptabel

Nicht akzeptabel für ein 60.000-Dollar-Auto (umgerechnet rund 54.750 Euro, Stand Mitte Juni 2023) seien auch die Spaltmaße an dem Fahrzeug – ein Problem, das Tesla offenbar schon lange begleitet. Bei der Bedienung stört den YouTuber, dass man sich für einige Bedienbefehle relativ weit durch das Display-Menü klicken muss. Und auch das fehlende Tacho-Display hinter dem Lenkrad sei „ziemlich nervig“. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist der schlechte Fahrkomfort, speziell auf unebenen Straßen. Andere Autos, die teils nur die Hälfte kosten würden, lösten das deutlich besser.

E-Wagen der Extraklasse: Zehn Luxusautos, die mit Strom fahren

Der Elektro-Sportwagen Rimac Nevera fährt auf einer Straße.
Rimac Nevera: Für viele sind Sportwagen der Inbegriff von Luxus. Beim Rimac Nevera dürfte das außer Frage stehen. Lediglich 150 Exemplare des Elektroautos sollen gebaut werden. Kolportierter Kostenpunkt: zwei Millionen Euro. Netto. Dafür gibt es aber auch 1.914 PS, vier Elektro-Motoren und eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern. Den Sprint von null auf 100 legt der Sportwagen in sagenhaften 1,85 Sekunden zurück. © Rimac
Das Luxus-Elektroauto Audi e-tron GT
Audi e-tron GT: Auch der Ingolstädter vereint Sport und Luxus. In der Basisvariante sorgen 476 PS für viel Vortrieb. Wer sich für die RS-Version entscheidet, darf sich auf 598 PS freuen. Je nach Modell sind Reichweiten von 472 bzw. 487 Kilometer möglich. Preislich geht es bei rund 104.000 Euro los. Der RS e-tron GT schlägt mit mindestens 142.500 Euro zu Buche. © Audi
Das Luxus-Elektroauto Porsche Taycan.
Porsche Taycan: Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, technisch ist der Luxus-Stromer eng verwandt mit dem Audi e-tron. Beide nutzen die gleiche Plattform und teilen auch so viele Bauteile. Allerdings hat der Zuffenhausener etwas mehr Leistung (bis zu 761 PS) und kommt je nach Version bis zu 498 Kilometer weit. In der günstigsten Variante kostet der Taycan 88.399 Euro. Am teuersten ist der Taycan Turbo S Cross Turismo mit 191.096 Euro. © Porsche
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQS
Mercedes-Benz EQS: Abgesehen von den Maybach-Modellen ist die S-Klasse wohl das luxuriöseste Fahrzeug, das man bei Mercedes kaufen kann. Kein Wunder also, dass man in Stuttgart mit einer Elektro-Version nachlegte. In der günstigsten Version mit 292 PS kostet der EQS rund 116.000 Euro. Die Reichweite liegt bei 576 Kilometern. Zudem bietet der Stromer neben viel Luxus auch eine Menge Platz. © Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQE.
Mercedes-Benz EQE: Neben der S-Klasse hat auch die E-Klasse ein elektrisches Gegenstück bekommen. In der Basisversion leistet der Elektromotr des EQE 245 PS und kommt bis zu 639 Kilometer weit. Wer etwas mehr Leistung bevorzugt wird bei AMG fündig. Der AMG EQE 53 4Matic+ Dynamic Plus kommt mit zwei E-Aggregaten die zusammen 687 PS leisten. Allerdings sinkt die Reichweite auf bis zu 526 Kilometer. © Dirk Weyhenmeyer/Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto BMW iX M60
BMW iX: Ja, auch BMW kann bekanntlich Luxus. In diesem Fall mit dem SUV iX. Die zwei Elektromotoren leisten je nach Version 326 oder 523 PS. Der iX M60 kommt sogar mit 540 PS zum Kunden. Je nach Batterie legt der Stromer mit einer Ladung 408 bis 633 Kilometer zurück. Die Basisversion gibt es bereits für 77.300 Euro. Mit dem M-Logo geht es bei 143.100 Euro los. © BMW/Enes Kucevic Photography
Das Luxus-Elektroauto BMW i7.
BMW i7: Was Mercedes die S-Klasse ist, ist bei BMW der 7er. Mehr Luxus geht nicht. Und wie der Konkurrent aus Stuttgart haben auch die Münchner ihr Flaggschiff unter Strom gesetzt. Zwei Elektromotoren sorgen für 544 PS. Künftig soll der Stromer sogar teilweise autonom fahren können. So viel Luxus hat allerdings seinen Preis: Satte 139.900 Euro ruft BMW für den i7 auf. © BMW/Daniel Kraus
Das Luxus-Elektroauto Lucid Air.
Lucid Air: Mit dem Elektroauto drängen auch immer mehr neue Hersteller auf den Markt. Einer davon ist Lucid. Mit dem Air haben sich die Amerikaner direkt ins Luxus-Segment gewagt. Je nach Ausführung wird das Elektroauto von 480 bis 1.111 PS angetrieben. 2023 soll das neue Top-Modell Saphire mit 1.217 PS kommen. Die Reichweite liegt bei 653 bis 883 Kilometern. In nur 15 Minuten soll genug Strom für ca. 400 Kilometer Reichweite geladen sein. Für die Air Dream Edition werden aktuell 218.000 Euro fällig. Etwas günstiger ist der Grand Touring, der bei 159.000 Euro startet. © Lucid
Das Luxus Elektroauto Jaguar I-PACE.
Jaguar I-PACE: Die Briten sind schon seit 2018 mit ihrem Luxus-Elektroauto auf dem Markt. Entsprechend bekommt der I-PACE 2024 einen Nachfolger. Bis dahin haben die Kunden die Wahl zwischen zwei Versionen mit jeweils 400 PS. Mit der 90,2-kWh-Batterie kommt der Stromer bis zu 450 Kilometer weit. Die Preise starten bei 92.400 Euro. © Jaguar
Das Luxus-Elektroauto Rolls-Royce Spectre.
Rolls-Royce Spectre: Schon im Jahr 1900 hatte sich der Rolls-Royce-Mitbegründer Charles Rolls ein Elektroauto zugelegt und war begeistert. Er wusste aber auch: Die Stromer sind erst dann sinnvoll, wenn es feste Ladestationen geben würde. Über 110 Jahre später ist das der Fall und die BMW-Tochter bringt mit dem Spectre ihr erstes Serien-Elektroauto auf den Markt. Dafür setzt man nicht etwa auf die Neue-Klasse-Architektur, sondern hat mit dem Aluminium-Spaceframe eine eigene Basis entwickelt. Die Batterie ist jedoch mit der des i7 verwandt und soll eine Reichweite von etwa 520 Kilometern ermöglichen. Angetrieben wird der Nobel-Stromer von zwei E-Motoren, die zusammen 585 PS leisten. Mit einem Preis von 318.500 Euro liegt der Spectre zwischen dem Cullinan und Phantom.  © Rolls-Royce

Nicht jeder kann die Meinung des YouTubers nachvollziehen. In den Kommentaren zu dem Video erklären einige Nutzer, sie hätten ebenfalls ein ähnliches Modell und keinerlei Probleme damit. Ein User fragt, warum der YouTuber das Fahrzeug nicht in ein Service-Center gebracht habe – nahezu alle der Mängel hätten auf Garantie beseitigt werden können. Zudem hätten neuere Modelle auch eine bessere Federung.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

YouTuber kritisiert Tesla: Viele können seine Meinung nachvollziehen

Viele andere können sich aber auch den Beschwerden von Austin Evans anschließen:

  • „Ich hatte viele ähnliche Erfahrungen mit meinem 2021er Model 3 Long Range.“
  • „Ich habe mein Tesla Model 3 nach zwei Jahren aus genau denselben Gründen entsorgt. Ich habe es durch einen I-Pace ersetzt und könnte nicht glücklicher sein.“
  • „Du beschreibst perfekt meine Gefühle rund um mein Model 3 und Tesla im Allgemeinen. Der Hauptgrund, warum ich es vorerst behalte, ist, dass die Preise so stark gefallen sind, dass es wahrscheinlich schwer sein wird, jetzt einen guten Preis dafür zu bekommen.“
  • „Ich habe ein paar Teslas bei der Arbeit gefahren und hatte nie ein Fahrzeug, das ich als gut gefertigt, geschweige denn als perfekt bezeichnen würde.“
  • „Buchstäblich einer der Gründe, warum ich zögere, einen Tesla zu kaufen: Die Qualität passt einfach nicht zum Preis.“
  • „Stimme zu 100 Prozent mit der Beschwerde über die Fahrqualität überein. Das Fahrverhalten ist übermäßig gedämpft und hat einen lästigen Trampolineffekt, wenn man auf Unebenheiten auf der Straße trifft.“

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Imago

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