Kompakt und günstig

VW stellt ID. EVERY1 vor: Das ist der Volksstromer aus Wolfsburg

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Volkswagen zeigt seine Vision eines günstigen Elektroautos. Der ID. EVERY1 orientiert sich optisch am up! – doch bis zum Marktstart dauert es noch Jahre.

Am 5. März präsentierte Volkswagen seine Vision eines erschwinglichen Elektroautos für die breite Masse: Den ID. EVERY1. Der Wolfsburger Autobauer zielt darauf ab, mit diesem am 5. März vorgestellten Modell den Elektroautomarkt zu revolutionieren. Der ID. EVERY1 soll ab 2027 für etwa 20.000 Euro erhältlich sein und damit die Modellpalette nach unten abrunden. Es ist der zweite Anlauf nach dem ID. Life.

Im Vorfeld der Präsentation im Congress Centrum Düsseldorf bezeichnete der Konzern das Projekt als „Champions Leauge des Automobilbaus“. Gemeinsam mit dem ID. 2all ist der ID. EVERY1 Teil der neuen Electric Urban Car Familie.

ID. EVERY1 mit up!-DNA: So sieht Volkswagens neuer Elektro-Kleinwagen aus

Die technischen Spezifikationen des ID. EVERY1 versprechen solide Leistung für den Stadtverkehr. Der kompakte Stromer baut auf der MEB-Plattform auf und soll laut Volkswagen eine Reichweite von 250 Kilometern schaffen. Ein Elektromotor mit 95 PS (70 kW) treibt die Vorderräder an. Mit einer Länge von 3.880 mm positioniert sich das Fahrzeug zwischen dem früheren up!, dem ID. 2all und dem aktuellen Polo. Innen bietet er Platz für vier Personen und ein Kofferraumvolumen von 305 Litern.

Optisch ist der ID. EVRY1 an den VW up! angelehnt.

Das Design des ID. EVERY1 markiert eine Abkehr vom futuristischen Erscheinungsbild früherer ID-Modelle. Stattdessen greift VW die Designsprache des beliebten up! auf, der bis 2023 gebaut wurde. „Unser Anspruch war es, etwas Mutiges und doch Zugängliches zu schaffen. Der ID. EVERY1 tritt selbstbewusst auf, bleibt aber sympathisch – dank Details wie dendynamischen Frontleuchten und dem lächelnden‘ Heck. Diese Designelement emachen ihn zu mehr als nur zu einem Auto: Sie verleihen ihm Charakter und eine Identität, mit der sich Menschen verbinden können“, betont VW -Chefdesigner Andreas Mindt.

Tschüss Auto-Zwerge: Zehn kleine Fahrzeuge, die aus Städten verschwinden

Ein Ford Ka
Ford Ka: Mit dem Ka versuchte sich Ford ab dem Jahr 1996 in der Klasse der Kleinstwagen. 2009 kam in Deutschland die zweite Generation auf den Markt – und die war gleichzeitig auch die letzte. Im April 2016 endete die Produktion. © Ford
Ein Audi A1
Audi A1: Die zweite Generation des Audi A1 kam deutlich bulliger daher als die erste, die ab dem Jahr 2010 auf Kundenfang ging – dennoch zogen die Ingolstädter inzwischen einen Schlussstrich. Der Kleinwagen soll wie der Q2 keinen Nachfolger mehr bekommen und läuft voraussichtlich im Jahr 2025 aus. © Audi
Ein BMW i3
BMW i3: Den BMW i3 gab es in zwei Varianten: Als reines Elektroauto und in einer Version mit Range Extender. Auch für den Münchner Kleinwagen, bei dem viel teures Carbon zum Einsatz kam, blieb es bei einer Generation: Im Sommer 2022 wurde die Produktion eingestellt. © BMW
Ein Citroën C1
Citroën C1: Im Jahr 2005 kam die erste Generation des Citroën C1 auf den Markt, die baugleich mit dem Toyota Aygo und dem Peugeot 107 war. Der Nachfolger des Kleinstwagens startete 2014 – doch wie für so viele andere Kleine war ebenfalls im Jahr 2022 Schluss. © Citroën
Ein Opel Karl
Opel Karl: Benannt nach Carl von Opel (einem Sohn des Firmengründers Adam Opel), war der Kleinstwagen vor allem durch seinen günstigen Basispreis von rund 9.500 Euro zum Marktstart 2015 attraktiv. Erhältlich war der Karl lediglich mit einem 75 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder. Doch auch für ihn war schon 2019 wieder Schluss: Ein Grund dafür waren angeblich die immer strenger werdenden Abgasvorschriften. © Opel
Ein Suzuki Celerio
Suzuki Celerio: Dem Suzuki Celerio war in Deutschland nur eine kurze Karriere gegönnt: Ab 2014 war der Kleinstwagen hierzulande erhältlich. Bereits fünf Jahre später war Feierabend: Die Japaner nahmen den Kleinen in der Bundesrepublik vom Markt. In asiatischen und afrikanischen Märkten ist der Celerio jedoch weiterhin erhältlich. © Suzuki
Ein Smart Fortwo
Smart Fortwo: Als praktisches Stadtauto fuhr sich der Smart Fortwo ab dem Jahr 1998 in die Herzen vieler Autobesitzer. Inzwischen ist die dritte Generation des Zweitürers auf dem Markt – doch 2024 soll die Produktion eingestellt werden. Einen Smart wird es aber weiterhin geben: Der #1 wird ist ein viertüriges Elektro-SUV, das in China gebaut wird. © Smart
EIn Peugeot 108
Peugeot 108: Das Schwestermodell des Toyota Aygo und des Citroën C1 ging im Jahr 2014 an den Start. Es blieb bei nur einer Generation: Im Jahr 2022 lief die Produktion des Kleinstwagens in Tschechien aus.  © Peugeot
Ein Ford Fiesta
Ford Fiesta: Der Ford Fiesta bewegte ganze Generationen von Fahranfängern – im Jahr 1976 kam er erstmals auf den Markt. Inzwischen rollt die achte Generation des Kleinwagens vom Band, doch es wird die Letzte sein: Im Sommer 2023 wird die Produktion des Ford Fiesta eingestellt. © Ford
Ein Opel Adam
Opel Adam: Der Zwerg aus Rüsselsheim war durchaus beliebt bei den Kunden – trotzdem war im Jahr 2019 für den Adam (benannt nach dem Firmengründer Adam Opel) Schluss. Grund war angeblich der Wechsel der Marke Opel von GM in den heutigen Stellantis-Konzern. © Opel

ID. EVERY1 kommt 2027 – doch die Konkurrenz ist längst da

Der ID. EVERY1 – respektive ID.1, wie das Serienmodell heißen dürfte – wird aber nicht in Deutschland produziert werden. Eine Fertigung in Deutschland würde den angestrebten Verkaufspreis unmöglich machen. Der kompakte Stromer soll jedoch in Europa vom Band laufen, wie VW einmal mehr betont.

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Mit der Einführung des ID. EVERY1 reagiert Volkswagen auf den wachsenden Markt für erschwingliche Elektrofahrzeuge, allerdings mit einiger Verzögerung. Denn auch die Konkurrenz weiß, dass bezahlbare Modelle für den Erfolg der Elektromobilität wichtig sind. Stellantis ist bereits mit mehreren Modellen vorgeprescht, wie dem Citroën ë-C3 und dem Fiat Grande Panda. Auch Renault hat mit dem Renault 5 bereits ein bezahlbares Modell im Angebot. Bei Volkswagen geht es – zumindest bis 2027 – mit dem ID.3 los und der ist mit rund 30.000 Euro alles andere als günstig.

Rubriklistenbild: © Ivo Hercik/VW

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