Sprit oder Strom?

Vergleich der Tankkosten: Elektroautos deutlich günstiger als Verbrenner – unter einer Voraussetzung

  • schließen

Sprit oder Strom – womit tankt es sich günstiger? Ein Vergleichsportal hat es ausgerechnet – am Ende hatten E-Autos beim Preis deutlich die Nase vorn. Unter einer Voraussetzung.

Wenn es um das Thema Elektroauto gegen Verbrenner geht, dann kochen oft schnell die Emotionen hoch. Eine Diskussion auf Reddit zeigte erst kürzlich, dass offenbar viele Menschen bereit wären, ein E-Auto zu kaufen – doch noch gibt es einige Hürden. Manche argumentieren beispielsweise damit, dass es zu wenig Ladesäulen gäbe, anderen ist der Kaufpreis für einen Stromer aktuell einfach zu hoch. Aber wie sieht es eigentlich mit den Kosten für das Tanken aus? Eine Vergleichsrechnung zeigt: Mit dem Elektroauto fährt man günstiger.

Benziner betanken laut Vergleichsberechnung um 77 Prozent teurer, als den Stromer zu laden

Wie das Vergleichsportal Check24 ermittelt hat, liegen die jährlichen Stromkosten für ein Elektroauto im Schnitt bei 907 Euro. Grundlage der Berechnung ist ein Musterhaushalt mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von 11.085 Kilometern im Jahr sowie ein durchschnittlicher Kilowattstundenpreis von 38,3 Cent (wenn man zu Hause lädt). Für einen Benziner wird deutlich mehr fällig: nämlich 1.605 Euro pro Jahr. Das sind 77 Prozent beziehungsweise knapp 700 Euro mehr. Hier wurde ein Benzinpreis von 1,88 Euro sowie ein Verbrauch von 7,7 Litern auf 100 Kilometer zugrunde gelegt.

Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Ein Chevrolet Camaro.
Mit dem Camaro reagierte Chevrolet Ende 1966 auf den beleibten Ford Mustang. Das Muscle Car aus Detroit erwies sich mit dem V8-Motor und 7 Litern Hubraum jedoch als sehr durstig: Bis zu 43,5 Liter auf 100 Kilometern waren keine Seltenheit. © Chevrolet
Ein roter Lamborghini Countach.
Im Heck des ersten Lamborghini Countach verrichtete ein V12-Motor mit 5 Litern Hubraum seinen Dienst. Mit bis zu 33,5 Litern auf 100 Kilometern war der Sportwagen jedoch alles andere als sparsam. Die Neuauflage dürfte dank Hybrid-Antrieb deutlich weniger verbrauchen. © Thomas Zimmermann/Imago
Rolls Royce Corniche Cabrio Baujahr 1984
Der Rolls-Royce Corniche ist mit rund drei Tonnen wahrlich kein Leichtgewicht. Kein Wunder also, dass sich auch der V8-Motor mit 7 Litern Hubraum als Schluckspecht erwies. Bis zu 29 Liter gönnte sich der edle Brite auf 100 Kilometer. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Dodge Charger.
Auch der Dodge Charger ist ein Klassiker der amerikanischen Automobil-Geschichte. Getreu dem Motto „Höher, schneller, weiter“ fällt auch sein Spritverbrauch üppig aus. Bei frühen Modellen waren bis zu 27 Liter auf 100 Kilometer möglich. © Panthermedia/Imago
Aston Martin Lagonda
Optisch kann man vom Aston Martin Lagonda halten, was man möchte. In Sachen Spritverbrauch zählt der Brite, mit bis zu 26,1 Liter auf 100 Kilometern, aber zu den durstigsten Autos, die jemals gebaut wurden.  © Tim Graham/Imago
Hummer H1
Der Hummer H1 wurde ursprünglich vom US-amerikanischen Militär-Herstellers AM General gebaut. Dieser verkaufte die Markenrechte schließlich an General Motors. So wuchtig wie der Geländewagen aussieht, war auch sein Verbrauch, der bei bis zu 24,5 Liter auf 100 Kilometer lag. Die Neuauflage des Klassikers ist im übrigen rein elektrisch unterwegs. © Sebastian Geisler/Imago
Bentley Arnage
Bis 2010 baute Bentley den 2,6 Tonnen schweren Arnage, auf dem auch die State Limousine der verstorbenen Königin Elisabeth II basierte. Mit dem größten Motor war ein Verbrauch von 24,2 Liter auf 100 Kilometer möglich.  © Sebastian Geisler/Imago
Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport L Edition Type 35
Der Bugatti Veyron war eines der ersten Autos mit Straßenzulassung, das mehr als 1000 PS unter der Haube hatte. Der Motor des „Super Sport“ leistete sogar 1.200 PS. Die Folge: ein Verbrauch von durchschnittlich 24,1 Litern auf 100 Kilometer. Innerorts sind sogar bis zu 37,2 Liter möglich. © Sebastian Geisler/Imago
Dodge Challenger RT
Neben dem Charger eroberte Dodge auch mit dem Challenger den US-Muscle-Car-Markt. Letztere zeigte sich mit einem Verbrauch von 23,5 Litern auf 100 Kilometer etwas „sparsamer“. © Andre Poling/Imago
Dodge Viper RT10
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Das gilt auch für Dodge, denn auch die Viper erweist sich als besonders durstig: bis zu 21,1 Liter auf 100 Kilometer waren möglich. Gebaut wurde der Sportwagen von 1992 bis 2017. © Eibner/Imago

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Tanken E-Autofahrer nur an öffentlichen Ladesäulen, ist der Diesel günstiger

Für einen Diesel berechnete das Portal jährliche Tankkosten von 1.327 Euro. Dabei wurde ein Dieselpreis von 1,71 Euro zugrunde gelegt sowie ein durchschnittlicher Verbrauch von 7,0 Litern auf 100 Kilometer. Allerdings macht es beim Elektroauto einen großen Unterschied, ob man daheim oder an einer öffentlichen Ladesäule lädt. Folgende Kosten pro 100 Kilometer hat Check24 berechnet:

AntriebsartTankkosten pro 100 km
Strom (zuhause)8,19 Euro
Diesel11,97 Euro
Strom (öffentliche Ladesäule)13,67 Euro
Benzin14,48 Euro

Das Laden eines Elektroautos ist daheim – etwa an einer Wallbox – deutlich billiger als die Nutzung von öffentlichen Ladesäulen. Dem Portal zufolge mussten Autofahrer an einer Ladesäule in Deutschland durchschnittlich 64 Cent pro Kilowattstunde bezahlen – im Gegensatz zu den 38,3 Cent beim Laden zu Hause. Wer also nur „auswärts“ lädt, kommt auf jährliche Tankkosten von 1.515 Euro. Wer dagegen komplett zu Hause lädt, zahlt 67 Prozent weniger.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

Kommentare