Hohe Kosten

Krankenkassenbeiträge steigen 2025: Deutschen bleibt weniger Einkommen

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Die finanzielle Belastung für Versicherte nimmt zu. Denn: Die Beiträge der Krankenkassen steigen 2025. Ein Wechsel kann helfen.

Frankfurt - Im Jahr 2025 werden viele Deutsche mit weniger verfügbarem Einkommen konfrontiert sein. Der Grund dafür ist die finanzielle Schieflage vieler Krankenkassen, die dazu führt, dass sie ihre Beiträge zum Jahreswechsel erhöhen.

Krankenkassenbeiträge steigen 2025: Deutschen bleibt weniger Einkommen

In den nächsten Tagen werden sie bekannt geben, wie hoch die Erhöhungen genau sein werden. Ein vom Bund beauftragter Schätzerkreis hat bereits berechnet, dass der Beitrag im Durchschnitt um 0,8 Prozent steigen wird, wie das Bundesamt für Soziale Sicherung im Oktober berichtete. Es wird jedoch vermutet, dass diese Erhöhung für viele Krankenkassen nicht ausreichen wird und sie daher mehr Geld verlangen könnten.

Die Erhöhung erfolgt durch eine Anhebung des Zusatzbeitrags, den die Krankenkassen zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent erheben, um ihren weiteren Finanzbedarf zu decken. Zuletzt lag dieser im Durchschnitt bei 1,7 Prozent, könnte aber nun auf 2,5 Prozent und mehr ansteigen.

Auf Krankenversicherte in Deutschland kommen 2025 Mehrkosten zu.

Aktuell haben viele Krankenkassen Schwierigkeiten, die gesetzliche Mindestreserve von 20 Prozent der monatlichen Ausgaben einzuhalten. Carola Reimann, die Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, erklärte gegenüber der Augsburger Allgemeinen, dass die Politik „in den letzten Jahren die Kassenrücklagen abgeschmolzen und immer mehr Instrumente zur Ausgabensteuerung abgeschafft“ habe. Gleichzeitig steigen die Ausgaben, was viele Krankenkassen nicht ausgleichen können.

Mehrkosten mit höheren Beiträgen: Das zahlen Versicherte 2025

Das Beitragsplus bedeutet für die Verbraucher erhebliche Mehrkosten. Diese dürften im Durchschnitt auf über hundert Euro pro Jahr hinauslaufen, selbst wenn der Arbeitgeber die Hälfte der Kosten für die Krankenversicherung übernimmt.

Um dies zu verdeutlichen: Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro müssten bei einer erwarteten Beitragserhöhung monatlich 256,50 Euro abgeben. Mit dem bisherigen Durchschnittsbeitragssatz waren es 244,50 Euro. Die Mehrkosten betragen bei diesem Einkommen also zwölf Euro pro Monat. Auch Rentner werden die Auswirkungen der Beitragserhöhung zu spüren bekommen.

In der Tabelle wird dargestellt, wie sich die erhöhten Beiträge konkret auswirken. Die Berechnungen basieren auf dem für das Jahr 2025 ermittelten Durchschnittswert. Allerdings verlangen nicht alle Krankenkassen den gleichen Betrag. Die Krankenversicherung „Knappschaft“ hat beispielsweise bereits angekündigt, den Zusatzbeitrag auf 4,4 Prozent zu erhöhen und ist damit aktuell der teuerste Anbieter.

BruttoeinkommenBeitrag 2024 (Durchschnitt)Beitrag 2025 (vsl. Durchschnitt)
1000 Euro81,5 Euro85,50 Euro
2000 Euro163 Euro171 Euro
3000 Euro244,50 Euro256,50 Euro
4000 Euro326 Euro342 Euro

Versicherte „an ihre Grenzen gebracht“: Expertin sieht Beitragsanhebung von Krankenkassen kritisch

Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, äußerte sich kritisch zu den bevorstehenden Beitragserhöhungen. „Mit den anstehenden Beitragserhöhungen wird die finanzielle Belastbarkeit der Versicherten und Arbeitgebenden zunehmend an ihre Grenzen gebracht“, sagte sie der Augsburger Allgemeinen.

Was können Verbraucher tun? Ein schneller Wechsel der Krankenversicherung könnte eine Lösung sein. Wer eine teure Krankenversicherung hat, könnte eine günstigere finden, mit deren Leistungen er zufrieden ist. Beim Wechsel der Krankenkasse gibt es jedoch einiges zu beachten. (lab)

Rubriklistenbild: © Aida López/imago

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