Apfelbaum auf Kur

Zu wenig Ertrag? Verjüngungsschnitt ist Schlüssel für eine reichhaltige Apfelernte

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Eine Streuobstwiese ist wie ein eigenes Naturschutzgebiet.
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Mit wenigen Schnitten zu mehr Äpfeln: Alte Apfelbäume zu schneiden, lohnt sich. Durch den Verjüngungsschnitt vergrößern Sie die Ernte und der Baum bleibt gesund.

Äpfel sind das beliebteste Obst in Deutschland. Die bekanntesten und wichtigsten Anbaugebiete für Äpfel in Deutschland liegen in der Nähe von Hamburg (Altes Land), in der Bodensee-Region und in Sachsen-Anhalt. Ein oft vergessenes Anbaugebiet: der eigene Garten. Damit die Apfelbäume dort lange ertragreich bleiben, gibt es einiges zu beachten – insbesondere wenn der Baum schon etwas in die Jahre gekommen ist. Wir zeigen, wie Sie mit einigen Tipps und Tricks Ihren Apfelbaum verjüngen können.

Woran erkenne ich einen alten Apfelbaum?

Der Natur ihren Lauf lassen, klingt erstmal gut. Doch bei einem Obstbaum wie dem Apfelbaum führt das zu weniger Früchten und macht den Baum anfälliger für Krankheiten und Windschäden. Alte Bäume treiben außerdem weniger aus und die Früchte werden kleiner. Schneidet man den Apfelbaum zurecht, kann das neue Triebe ermöglichen und den Baum verjüngen.

Im Idealfall hat das Kernobst genug Raum zwischen den Ästen, um luft- und lichtdurchlässig zu bleiben. Dabei sollte die Baumkrone die Form einer Pyramide haben. An dieser Stelle noch einige Begriffserläuterungen: Leitäste gehen vom Hauptstamm ab und sind dicker als Seitenäste. An den Leitästen können Sie sich entlang arbeiten, wenn Sie das spätere Gerüst des Apfelbaums festlegen. 

Wann kann ich alte Apfelbäume verjüngen? 

Mit fortgeschrittenem Alter reagiert der Apfelbaum empfindlich auf Kälte. Frost und eisige Temperaturen gilt es beim Verjüngungsschnitt zu vermeiden: Die Bäume veredeln Sie deshalb am besten nach dem Winter im Frühjahr. 

Wie bereite ich den Verjüngungsschnitt für Apfelbäume vor?

Zunächst verschaffen Sie sich einen Überblick über den Zustand des Baums:

  • Wie dicht ist die Krone – wie lange liegt der letzte Schnitt zurück?
  • Ist das Gerüst aus den Vorjahren erkennbar? Falls nicht, legen Sie ein neues fest. 
  • Welche Triebe oder Leitäste eignen sich als Gerüst?

Sind diese Fragen geklärt, ist das richtige Gartenwerkzeug entscheidend. Verwenden Sie eine Gartenschere für kleinere Zweige und eine Säge (werblicher Link) für dickere Äste. Sie haben diese Geräte länger nicht mehr verwendet? Überprüfen Sie die Schärfe der Klingen, um den Baum nicht zu verletzen. Außerdem sollten die Schnittwerkzeuge desinfiziert werden. Oftmals wird bei der Baumpflege die anfallende Schnittgutmenge unterschätzt. Wenn Sie Bäume schneiden, stellen Sie sicher, dass genügend Platz zur Aufbewahrung und Entsorgung des Abfalls vorhanden ist.

Wie schneide ich einen alten Apfelbaum zurecht?

Liegt der letzte Schnitt des Baums längere Zeit zurück, empfiehlt sich ein Vorgehen in Schritten. Planen Sie zwei bis drei Jahre ein. So hat der Apfelbaum die Möglichkeit, sich vom Verjüngungsschnitt zu erholen. Schneiden Sie also nicht alles auf einmal zurück.

Ziel ist es, die Baumkrone zu lichten. Folgen Sie den Leitästen, die das Grundgerüst bilden. Von diesen Leitästen gehen Seitentriebe weg. Dabei ist es wichtig, dass die Seitentriebe genügend Platz haben. Achtung: Schneiden Sie den Astring immer mit ab. Das bedeutet, möglichst nah am Leitast zu sägen. Denn sonst besteht die Gefahr, dass neue Triebe an derselben Stelle nachwachsen. Hangeln Sie sich von Leitast zu Leitast, um nicht den Überblick zu verlieren. Haben Sie dabei immer die gesamte Baumkrone im Blick. 

Alte Apfelsorten: Zehn Sorten, die man mal kosten sollte

Rote Äpfel der Sorte Gravensteiner am Baum hängend
Der Gravensteiner ist seit 1669 bekannt und wird von vielen Allergikern gut vertragen. © CHROMORANGE/Imago
Ein Apfel der Sorte Prinz Albrecht von Preußen
Gestatten: Prinz Albrecht von Preußen. Pflegeleicht, mildsäuerlich und extrasaftig. © imagebroker/schreiter/Imago
Mehrere rote Äpfel der Sorte Winter-Goldparmäne
Leicht mehlig, aber würzig: Die Winter-Goldparmäne ist eine der ältesten Apfelsorten (um das Jahr 1510). © imagebroker/schreiter/Imago
Eine große Menge frisch gepflückter Äpfel der Sorte Cox Orange
Ein sehr allergener Apfel aus Übersee: Der aromatische Cox Orange ist trotzdem äußerst beliebt. © imagebroker/Imago
Drei Granny-Smith-Äpfel auf Holzunterlage
Wer hätte das gedacht: Der grellgrüne Granny Smith ist eine alte neuseeländische Sorte, die 1868 entdeckt wurde. © Panthermedia/Imago
Eine Hand hält einen Zweig, an dem drei Martini-Äpfel hängen
Der Apfel Martini hat nichts mit dem gleichnamigen Cocktail zu tun – schmeckt aber ebenfalls süßsäuerlich. © Manfred Ruckszio/Imago
Ein Mann hält in seinen Händen viele Boskopäpfel
Der Rote Boskop ist für seine säuerliche Note bekannt und eignet sich gut zum Einmachen oder Backen. © Lars Berg/Imago
Apfel Jonathan in Nahaufnahme
Schneewittchen entsprungen: Der oft rotbackige Jonathan hat ein sehr süßes, festes Fruchtfleisch. © McPHOTO/Imago
Weißer Klaräpfel an einem Apfelbaum
Der Klarapfel reift bereits Ende Juli und eignet sich sehr gut für Apfelmus und Apfelstrudel. © Seeliger/Imago
Mehrere Äpfel der Sorte Berlepsch in einem Korb
Der Apfel Goldrenette Freiherr von Berlepsch wurde 1880 gezüchtet und ist sehr knackig. © agefotostock/Imago

Wann kann ich Äpfel von einem alten Obstbaum ernten?

Wann das Obst erntereif ist, hängt von der Apfelsorte ab. Es gibt durchaus Kernobst, das Sie bereits im August ernten können.

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