Schädlinge im Apfelbaum

Apfelwickler, Apfelschorf und Co. – so erkennen und bekämpfen Sie die häufigsten Apfelbaum-Krankheiten

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Vielfältige Symptome, ähnliches Ergebnis: Befallen Krankheiten oder Insekten den Apfelbaum, leidet auch die Ernte. So bekämpfen Sie die Schädlinge.

Der Apfel ist das Lieblingsobst der Deutschen, ob aus dem Supermarkt oder vom Obststand auf dem Markt. Hobbygärtnerinnen und -gärtner mit eigenen Apfelbäumen können ihn besonders frisch essen. Obstbäume benötigen allerdings ein gewisses Maß an Pflege. Dazu gehört die regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge. Wir haben uns für Sie schlau gemacht und zeigen, wie Sie die unerwünschten Besucher erkennen und wieder loswerden. Falls Ihr Baum gesund ist und dennoch wenig Äpfel produziert, kann vielleicht ein Verjüngungsschnitt die Ernte wieder steigern.

Insekten, Bakterien und Pilze – welche Apfelbaum-Schädlinge gibt es?

Apfelschorf ist eine der häufigsten Krankheitsbilder des Apfelbaums. Schuld daran ist ein Pilz.

Einige Insekten haben sich so sehr auf den Apfelbaum fokussiert, dass sie den „Apfel“ im Namen tragen. Wobei sie die Frucht nicht exklusiv befallen. Gleiches gilt für manche Pilzarten, wie den Apfelschorf. Zuweilen greifen auch Bakterien Apfelbäume an. Erwinia amylovora etwa ruft den sogenannten Feuerbrand hervor. Ist das einmal geschehen, sieht der Apfelbaum verbrannt aus – daher der Name. Dann ist es um den Baum geschehen, es hilft nur noch das Abholzen und tatsächliche Verbrennen des Holzes. Außerdem müssen Sie den Pflanzenschutzdienst Ihrer Region informieren, da Feuerbrand meldepflichtig ist.

Gespinstmotte, Apfelwickler und Co – die häufigsten Schadinsekten des Apfelbaums

Falter, Motten und Blattläuse machen dem Apfelbaum zu schaffen. Die einen knabbern an den Früchten, die anderen an den Blättern, manche sogar an beidem. Zu den hungrigen Krabbeltieren gehören unter anderem:

  • Apfel-Gespinstmotte
  • Apfelwickler
  • Blatt-Läuse (Apfelblattlaus, Apfelgraslaus, Apfelfaltenläuse)
  • Frostspanner
  • Rote Spinnmilbe/Obstbaumspinnmilbe
  • Apfelblütenstecher
  • Sägewespe

Eins haben alle Schädlinge des Apfelbaums gemein: Sie zerstören Blätter und Früchte. Der Apfelwickler beispielsweise frisst sich als Raupe durch den Apfel, bevor er später zum Falter wird. Früchte und Blätter gehören wiederum gleichermaßen zum Speiseplan der Apfel-Gespinstmotten-Raupe. Die verschiedenen Blattlausarten ernähren sich vom Laub der Bäume

Eintrittslöcher und Verfärbungen – so erkennen Sie Schädlinge am Apfelbaum

Wo gehobelt wird, fallen Späne; und wo Schädlinge im Apfelbaum leben, gibt es Spuren. Wenn Sie Ihren Baum aufmerksam und regelmäßig untersuchen, können Sie den Baum vielleicht sogar noch retten. Diese Hinweise auf Insektenbefall gibt es: 

  • Eintrittslöcher am Apfel (teilweise mit verfärbten Rändern)
  • verformte Früchte
  • eingerollte und/oder vertrocknete Blätter
  • bräunliche Verfärbungen der Blätter
  • braun verfärbte und ausgetrocknete Blütenknospen
  • spiralförmige Risse im Apfel 
  • weiße Gespinste 
  • Fehlbildungen der Blätter

Häufig fallen die Früchte auch früher als sonst vom Obstbaum ab.

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Apfelbaum-Schädlinge bekämpfen: Effektiv vorgehen gegen Apfelwickler und Co

In den meisten Fällen reicht es, befallene Früchte und Blätter vom Apfelbaum zu entfernen. Oftmals lohnt es sich auch, natürliche Fressfeinde einzusetzen. Überprüfen Sie in dieser Tabelle, welcher Schädling zu welchem Hinweis passt und wie Sie sie loswerden:

Apfelbaum-SchädlingHinweis auf BefallErste Hilfelangfristige Lösung
Apfelwicklerschwarze Eintrittslöcherbefallene Äpfel entfernen1. Stamm auf Larven untersuchen 2. Fressfeinde einsetzen (Nematoden) 3. Wellpappe am Stamm
Apfel-Gespinstmotteweiße GespinsteGespinste entfernen1. Erz- und Schlupfwespen einsetzen 2. Leimring am Stamm
BlattläuseBlattläuse & kräuselige Blättererst bei stärkerem Befall Zweige entfernenMarienkäfer und Ohrenkneifer einsetzen
Frostspannerkahlgefressene Äste1. Leimringe am Stamm 2. Vögel fördern
Rote Spinnmilbebräunlich verfärbte BlätterBaum mit Wasser abspritzen1. Raubmilben einsetzen 2. abgelegte Eier entfernen
Apfelblütenstechervertrocknete und verfärbte Knospenbefallene Blüten entfernenVögel fördern
Sägewespespiralförmige Fressspurenbefallene Äpfel entfernenVögel fördern

Nun sollten Sie genügend Insekten kennen und die Schädlinge bestimmen können. Eins haben fast alle akuten Lösungen gemein: Befallene Bereiche sollten isoliert werden. Gleichzeitig sollten Sie Ihren Obstbaum pflegen und auf eine luftige Krone achten. 

Alte Apfelsorten: Zehn Sorten, die man mal kosten sollte

Rote Äpfel der Sorte Gravensteiner am Baum hängend
Der Gravensteiner ist seit 1669 bekannt und wird von vielen Allergikern gut vertragen. © CHROMORANGE/Imago
Ein Apfel der Sorte Prinz Albrecht von Preußen
Gestatten: Prinz Albrecht von Preußen. Pflegeleicht, mildsäuerlich und extrasaftig. © imagebroker/schreiter/Imago
Mehrere rote Äpfel der Sorte Winter-Goldparmäne
Leicht mehlig, aber würzig: Die Winter-Goldparmäne ist eine der ältesten Apfelsorten (um das Jahr 1510). © imagebroker/schreiter/Imago
Eine große Menge frisch gepflückter Äpfel der Sorte Cox Orange
Ein sehr allergener Apfel aus Übersee: Der aromatische Cox Orange ist trotzdem äußerst beliebt. © imagebroker/Imago
Drei Granny-Smith-Äpfel auf Holzunterlage
Wer hätte das gedacht: Der grellgrüne Granny Smith ist eine alte neuseeländische Sorte, die 1868 entdeckt wurde. © Panthermedia/Imago
Eine Hand hält einen Zweig, an dem drei Martini-Äpfel hängen
Der Apfel Martini hat nichts mit dem gleichnamigen Cocktail zu tun – schmeckt aber ebenfalls süßsäuerlich. © Manfred Ruckszio/Imago
Ein Mann hält in seinen Händen viele Boskopäpfel
Der Rote Boskop ist für seine säuerliche Note bekannt und eignet sich gut zum Einmachen oder Backen. © Lars Berg/Imago
Apfel Jonathan in Nahaufnahme
Schneewittchen entsprungen: Der oft rotbackige Jonathan hat ein sehr süßes, festes Fruchtfleisch. © McPHOTO/Imago
Weißer Klaräpfel an einem Apfelbaum
Der Klarapfel reift bereits Ende Juli und eignet sich sehr gut für Apfelmus und Apfelstrudel. © Seeliger/Imago
Mehrere Äpfel der Sorte Berlepsch in einem Korb
Der Apfel Goldrenette Freiherr von Berlepsch wurde 1880 gezüchtet und ist sehr knackig. © agefotostock/Imago

Welche Pilze und Bakterien befallen Apfelbäume – und wie werden sie bekämpft?

Insekten sind das eine, Bakterien und Pilze das andere Übel. Dank langjähriger Züchtung gibt es inzwischen Sorten, die gegen diverse Arten von Bakterien und Pilzen immun sind. Außerdem verringern Sie das Befall-Risiko durch gründliche Pflege. Lichten Sie dazu vor allem regelmäßig die Krone. Falls Ihr Apfelbaum doch mal erwischt wurde, gibt diese Tabelle eine Übersicht:

Pilz oder BakteriumHinweise auf BefallBekämpfung des Schädlings
Apfelschorf (Pilz)1. kleine, olivgrüne Flecke auf den Blättern 2. braune Flecken auf den Äpfelnwechselnde Fungizide
Apfelmehltau (Pilz)mehliger Belag auf den Blättern1. betroffene Blätter und Triebe entfernen 2. ggf. Fungizide
Blattflecken (Pilz)unregelmäßige Flecken auf Blätternbefallenes Laub entfernen
Feuerbrand (Bakterium)Baum sieht “verbrannt” ausBaum ist vermutlich leider nicht mehr zu retten. Feuerbrand ist ein meldepflichtiger Befall.
Monilia-Fruchtfäule (Pilz)Schimmelpolster auf den Äpfeln1. betroffene Äpfel entfernen 2. ggf. Fungizide

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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