Studie läuft: Neuer Bluttest soll mehr als 50 Tumorarten bestimmen
VonJudith Braun
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Die Früherkennung einer Krebserkrankung erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung. In Zukunft könnte dafür ein Bluttest eingesetzt werden.
Wird ein Tumor früh erkannt, ist dieser oftmals erfolgreicher behandelbar. Früherkennung ist bei Krebs deshalb besonders wichtig. Daher legt auch die Krebsforschung ihren Fokus auf diesen Bereich. Ein Forscherteam um Mark Middleton, Professor für experimentelle Krebsmedizin in Oxford, stellte nun auf der weltgrößten Krebskonferenz – der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology – einen Bluttest vor, der laut ihrer Studie mehr als 50 verschiedene Tumorarten erkennen kann.
Krebs-Forschung: Neuer Bluttest kann Krebserkrankung im Frühstadium erkennen
Knapp 5.500 Probanden aus England und Wales mit einem durchschnittlichen Alter von 62 Jahren, bei denen nach einer Untersuchung beim Hausarzt ein Krebsverdacht vorlag, nahmen an der Studie im Bereich Krebsforschung teil. Dabei wurden sie mit dem sogenannten Galleri-Test untersucht, der auf kleine DNA-Fragmente des Tumors im Blut und bei mehr als 50 verschiedenen Krebsarten anschlägt. Denn dieser spezielle Test sucht im Blut nach Krebs-DNA. Mit seiner Hilfe konnten bei der Mehrzahl der Studienteilnehmer Tumore entdeckt oder ausgeschlossen werden.
So erhielten zwei Drittel der Patienten eine korrekte Diagnose ihrer Krebserkrankung. Außerdem konnten die Wissenschaflter mithilfe des Tests bei 85 Prozent der Betroffenen den Ursprung des Tumors lokalisieren. Bei älteren Patienten sowie bei Betroffenen, bei denen der Krebs bereits fortgeschritten war, schlug das Testverfahren besonders genau an. Nach Angaben des Herstellers Grail sei der Test, den Ärzte in den USA bereits durchführen dürfen, zur eigenständigen Diagnose jedoch nicht geeignet. Stattdessen diene er als Ergänzung zu bisher bestehenden Krebsvorsorgeuntersuchungen.
Bluttest könnte Beschleunigung der Diagnose und der Behandlung von Krebs ermöglichen
Laut Experten könnte der Bluttest allerdings eine Diagnose und dadurch auch die Behandlung von Krebs beschleunigen. Zwar wird er in den USA bereits von Ärzten eingesetzt, jedoch wird der Test dort bislang nicht von der Krankenkasse übernommen. Für eine Zulassung bedarf es noch weiterer Forschung. In Großbritannien läuft aktuell eine groß angelegte Studie mit 140.000 freiwilligen Teilnehmern. Laut Susanne Weg-Remers, Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, gegenüber Tagesschau Online dauert es voraussichtlich noch Jahre, bis klar ist, ob der Test tatsächlich für den breiten Einsatz geeignet ist.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.