Vorsicht im Urlaub

Experten warnen vor Fischgericht: Bereits ein einziger Bissen kann zu Krebs führen

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Thailand ist für seine günstige und köstliche Küche bekannt. Aber Touristen sollten bei einem besonders gefährlichen Gericht achtsam sein. Es birgt das Risiko einer Krebserkrankung.

Hamm - Für viele ist Thailand ein Traumreiseziel mit Sonnenschein, herrlichen Stränden und leckeren, preiswerten Gerichten. Die Versuchung ist groß, an einer der zahlreichen Straßenküchen die regionalen Spezialitäten zu probieren. Doch bei einem bestimmten thailändischen Fischgericht ist Vorsicht geboten, da schon ein Bissen das Krebsrisiko erheblich steigern kann.

Experten warnen vor Fischgericht: Ein einziger Bissen kann Krebs verursachen

Es handelt sich um Koi Pla, ein bei den Einheimischen im Nordosten Thailands beliebtes Gericht. Es wird schnell und günstig aus rohem Fisch, Frühlingszwiebeln, Gewürzen und Limettensaft zubereitet. Allerdings lauert in diesem Gericht eine tödliche Gefahr: Der Verzehr von Koi Pla kann Gallengangkrebs verursachen.

Der Krebs wird nicht direkt durch den rohen Fisch ausgelöst, sondern durch einen Parasiten, der im Fisch vorkommt. Der Saugwurm Opisthorchis viverrini nistet sich im menschlichen Körper, speziell in den Gallengängen, ein. Dort vermehrt er sich und legt Eier ab, die über den Darm ausgeschieden werden. „Diese Vorgänge reizen den Gallengang und führen zu Immunreaktionen. In Kombination und über Jahre hinweg führt das dann zu Krebs“, erklärte der Tropenmediziner Christoph Specht gegenüber rtl.de. Es kann bis zu 40 Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht.

Experten warnen vor Fischgericht: Ein einziger Bissen kann Krebs verursachen

Schätzungen zufolge verursacht Koi Pla in Thailand jährlich rund 20.000 Todesfälle. Besonders in der nordöstlichen Region des Landes, die weltweit die höchsten Raten von Gallengangkrebs aufweist, ist dieses Gericht verbreitet. Die Provinz Khon Kaen und die Region Isaan, die weniger von Touristen besucht werden, sind Hotspots für diese gefährliche Speise. Die Behörden versuchen seit Jahren, die Bevölkerung über die Risiken aufzuklären.

Auch Touristen sollten wachsam sein. „Es braucht nur einen Bissen“, warnte Darin Detwiler, Lebensmittelexperte der Northeastern University in Boston, gegenüber DailyMail.com. Glücklicherweise steht Koi Pla in der Regel nicht auf den Speisekarten von Restaurants und ist ein Gericht, das hauptsächlich von Einheimischen konsumiert wird. Dennoch sollten Reisende bei Straßenküchen achtsam sein und im Zweifel nachfragen.

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Rubriklistenbild: © IMAGO / Panthermedia

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