- VonSamantha Ernstschließen
Der Tourismus in Kroatien lockt jeden Einheimischen mit Verdienstmöglichkeiten. Langfristig drohen durch diesen Trend jedoch finanzielle Risiken.
Zagreb – Viele Medien – darunter auch die kroatische Tourismusbehörde in einer offiziellen Pressemitteilung Anfang 2025 - berichten, dass Kroatien letztes Jahr einen Tourismus-Rekord aufgestellt hat. Und das mit einem Anstieg von knapp vier Prozent. Auch die Nächtigungen seien um rund ein Prozent gestiegen. Diesem Anstieg ist es wohl auch zu verdanken, dass immer mehr Unterkünfte zur Verfügung stehen. Im September 2024 berichtete die kroatische Tourismusbehörde dem Online-Reiseführer kroati.de allerdings noch, dass die Zahl der Übernachtungen 2024, im Vergleich zum Vorjahr, zurückgegangen seien. Vor allem in den Monaten Mai und Juni.
Dennoch habe es ein steigendes Angebot an Unterkünften gegeben. Im Vergleich: Es gebe zwar fünf Prozent mehr Unterkünfte, doch rund zehn Prozent weniger Übernachtungen, wie die kroatische Touristenbehörde auf kroati.de berichtet. Ein „besorgniserregender Trend“, wie die Internetseite schreibt. So blieben viele der neuen Apartments und Ferienhäuser ungenutzt, was wiederum zu einer schlechteren Wirtschaft führen könne. Halte dieser Trend auch in 2025 weiter an, müssten viele kleine Anbieter ihre Unterkünfte schließen und verkaufen. Dadurch könne weiterer Preisverfall und Wettbewerbsverschärfung folgen.
In Kroatien: Mehr Urlauber aus Polen, Tschechien und der Slowakei
Ein Mitarbeiter von Kroati.de betont auf Anfrage von IPPEN.MEDIA, dass die Internetseite die Erfahrungen und Meinungen ihrer langjährigen Partner vor Ort widerspiegele. Denn nicht nur die Nachfrage an Unterkünften habe abgenommen, auch Freizeitaktivitäten und Ausflüge mussten zurückstecken. Restaurants haben weniger Gäste, müssen dennoch die Preise anheben. Auch Transportkosten, Dienstleistungen und Lebensmittelpreise steigen. Fachkräfte in Gastronomie und Hotellerie fehlen. Mitunter Gründe für die sinkenden Übernachtungszahlen, wie der Online-Reiseführer kroati.de mitteilt.
Weitere Gründe seien die Fußball-Europameisterschaft und die späten Pfingstferien gewesen. So änderten, verschoben oder passten viele Familien ihren Urlaub entsprechend an. Entgegen dem Rückgang der deutschen, österreichischen und Schweizer Touristen – der wohl der Inflation der jeweiligen Länder geschuldet sei – gebe es dennoch mehr Urlauber aus Polen, Tschechien und der Slowakei, die es nach Kroatien verschlagen habe, berichtet das Portal.
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