Vor oder nach dem Winter

Agapanthus rechtzeitig teilen und umtopfen, sonst wird es eine Quälerei

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Die Schmucklilie sollte man möglichst selten umtopfen? Das ist ein Gerücht. Den Agapanthus sollte man regelmäßig teilen, denn er ist unterirdisch zu wuchsfreudig.

Sie möchten Ihre Schmucklilie sowieso überwintern und erst im Frühjahr umtopfen? Warten Sie lieber nicht zu lange. Denn wenn sich die kräftigen Wurzeln des Agapanthus zu sehr ausbreiten und die Erde verdichten, benötigen Sie brachiale Gewalt, um die Kübelpflanze aus dem Topf zu bekommen. Dabei nimmt nicht nur das Pflanzgefäß Schaden, sondern möglicherweise auch die Lilie. Eine Axt benötigen Sie vielleicht dennoch.

Warum man den Agapanthus regelmäßig umtopfen sollte

Ein prächtiger Agapanthus macht ganz schön was her. Doch bevor die Schmucklilie den Topf sprengt, sollte man sie teilen.

Die Schmucklilie benötigt einen engen Topf, um schön zu blühen, heißt es im Volksmund. „Das stimmt natürlich nicht“, erklärt Gärtnermeister Peter Rasch in der BR-Sendung Schnittgut. Der Agapanthus mag humusreichen Boden, viel Platz und viele Nährstoffe, um zahlreiche Blüten zu entwickeln.

Auch Christine Scherer, Expertin der Bayerischen Gartenakademie, hat im Gartencast ein regelmäßiges Umtopfen – wie bei anderen Kübelpflanzen – empfohlen, da sich das in der Praxis bewährt habe. Außerdem betonte sie, dass für eine üppige Blüte zusätzlich eine kühle Überwinterungstemperatur von fünf bis acht Grad Celsius sehr wichtig seien. Wenn der Agapanthus nicht recht blühen möchte, könnte es auch daran liegen.

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Spätestens bevor die Lilie den Topf sprengt, sollte man also die Pflanze umtopfen und dabei am besten gleich noch teilen, wenn man sie klein halten oder vermehren möchte. Ein guter Zeitpunkt für das Umtopfen ist das Frühjahr, beispielsweise im April, oder der frühe Herbst nach der Blüte.

Wie geht man beim Teilen und Umtopfen vor?

  • Wählen Sie auf Wunsch einen neuen Blumentopf. Die Größe sollte so gewählt sein, dass um die Pflanze mindestens fünf Zentimeter Platz ist. Achten Sie darauf, dass der Topf Löcher im Boden hat, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.
  • Legen Sie eine Schicht Blähton oder Kieselsteine auf den Boden des Topfes, um die Drainage zu verbessern. Füllen Sie dann den Topf mit etwas humusreicher, durchlässiger Blumenerde, am besten mit etwas Blähton oder Sand gemischt.
  • Schneiden Sie zunächst die alten Blütenstände der Schmucklilie möglichst weit unten ab. Nehmen Sie vorsichtig die Pflanze aus ihrem alten Topf und schütteln Sie überschüssige Erde ab. Teilen Sie stark verwachsene Wurzeln, falls nötig, beherzt mit einem Spaten oder einer Axt. Entfernen Sie beschädigte oder verrottete Wurzeln.
  • Ist der neue Topf kleiner als der alte, können Sie auch die Wurzeln noch etwas einkürzen. In diesem Fall sollten Sie laut der Bayerischen Gartenakademie auch die Blätter um die Hälfte abschneiden, um das Gleichgewicht zwischen Blattmasse und Wurzelmasse wieder herzustellen. So kann die Pflanze gut weiterwachsen.
  • Setzen Sie eins der Teilstücke in den neuen Topf und füllen Sie ihn mit Erde auf, sodass der Wurzelballen etwa auf der gleichen Höhe wie zuvor liegt und gut mit Erde bedeckt ist. Bilden Sie einen Gießrand und drücken Sie die Erde leicht an.
  • Gießen Sie die Pflanze gründlich an.

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Buchsbäume im Kübel nebeneinander.
Da der Buchsbaum (Buxus sempervirens) immergrün ist, stellt er eine beliebte Kübelpflanze im Winter dar.  © Cora Niele/Imago
Eine weiß blühende Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum).
Jüngere Schneeforsythien benötigen im Winter noch eine leichte Abdeckung.  © Hans-Roland Mueller/Imago
Eine rot blühende Skimmie.
Die Skimmie beeindruckt im Winter mit ihren roten Beeren. © Stock&people/Imago
Roter Fächerahorn im Herbst.
Einen sonnigen Platz mag der hübsche Fächerahorn am liebsten.  © Gottfried Czepluch/Imago
Eine weiß blühende Säckelblume.
Da sie nur bedingt winterhart ist, benötigt die Säckelblume einen leichten Schutz vor Schnee und Eis. © Stock&people/Imago
Bergkiefer in der Sonne.
Kompakte Sorten des Bergkiefers können wunderbar im Kübel gehalten werden.  © Herbert Berger/Imago
Lilafarbene Früchte des Liebesperlenstrauches.
So hübsch sie auch sein mögen – die Früchte des winterharten Liebesperlenstrauches sind ungenießbar.  © Norman Krauß/Imago
Schwarze Apfelbeeren an einem Baum.
Die Schwarze Apfelbeere ist besonders reich an Vitamin C. Die Sorte „Viking“ ist besonders gut als Kübelpflanze geeignet. © Hans-Roland Muelle/Imago
Eine rosa blühende Zwergkirsche.
Obwohl die Zwergkirsche Wärme mag, kommt sie auch gut mit niedrigen Temperaturen zurecht. Besser ist jedoch, wenn man sie zusätzlich leicht abdeckt. © Stock&people/Imago
Eine rot-grüne Glanzmispel.
Die Glanzmispel „Red Robin“ ist schön, aber nur bedingt winterhart, weshalb man sie bei starkem Frost besser leicht abdeckt. © Hans-Roland Mueller/Imago

Nach der Teilung müssen Sie die Pflanze in den ersten Wochen nur sparsam gießen. In der Regel wird die umgetopfte Pflanze im nächsten Frühjahr wieder blühen.

Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Ines Alms sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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