Achtung im Supermarkt-Regal

5 Beispiele, wie Kunden im Supermarkt übers Ohr gehauen werden

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Durch verdeckte Preisaufschläge, auch „Shrinkflation“ genannt, bekommen Supermarkt-Kunden weniger Produkt für dasselbe Geld.

Sie erscheint auf den ersten Blick unverändert und der Preis für die Packung Pringles-Chips ist gleich. Und doch hinterlässt der Supermarkteinkauf oft das Gefühl, dass alles teurer wird. Dieses Gefühl ist nicht unbegründet, denn tatsächlich hat sich etwas verändert: der Inhalt der Chips-Packung.

Die sogenannte „Shrinkflation“ bezeichnet eine versteckte Preiserhöhung, bei der Hersteller den Inhalt ihrer Produkte reduzieren, während der Preis im Supermarkt gleich bleibt. Unternehmen nutzen sie, um beispielsweise gestiegene Rohstoffkosten auf die Verbraucher abzuwälzen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg deckt solche Mogelpackungen seit fast zwei Jahrzehnten auf. „Für Verbraucher ist es eigentlich nicht möglich, das im Supermarkt zu erkennen“, erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA.

Warnung vor versteckten Preiserhöhungen im Supermarkt und „Shrinkflation“

Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete die Verbraucherzentrale einen neuen Höchststand an Beschwerden über Shrinkflation. Der Begriff, eine Kombination aus den englischen Wörtern „shrink“ für „schrumpfen“ und „Inflation“, beschreibt das Phänomen, wenn der Inhalt einer Produktverpackung aufgrund der Inflation schrumpft. „Shrinkflation“ trete dabei meist etwas verzögert zur Inflation auf.

2024 sei der Höhepunkt der Shrinkflation überschritten, dennoch schätzt der Verbraucherschützer Valet, dass 2024 um die 60 bis 70 Mogelpackungen entdeckt wurden. Bei den Herstellern gebe es inzwischen etwas mehr Verständnis, dennoch könne er nicht erkennen, dass sich wirklich etwas ändere. Ohne Kennzeichnung, dass die Menge sich verringert habe, hätten Verbraucherinnen und Verbraucher „fast keine Chance“.

„Es hilft auch nicht, den Grundpreis auf dem Preisschild im Supermarkt anzuschauen, denn damit kann ich nur Produkt A und Produkt B im Regal vergleichen, aber nicht erkennen, wie hoch der Preis vor der Preiserhöhung war“, so Valet gegenüber BuzzFeed News Deutschland. Viele Verbraucher würden die Shrinkflation erst zu Hause entdecken, wenn sie beispielsweise ihr Müsli in den gewohnten Vorratsbehälter füllen wollen.

Preiserhöhung bei Pringles Mirácoli und Co.

Um böse Überraschungen nach dem nächsten Supermarkteinkauf zu vermeiden, haben wir einige Mogelpackungen von 2024 zusammengestellt.

1. Lebensbaum Tomaten-Gewürzsalz

Bei der Mogelpackung des Monats im November kostet ein Tomaten-Gewürzsalz 150 Prozent mehr.

Die Verbraucherzentrale Hamburg bezeichnet das Lebensbaum Tomaten-Gewürzsalz der Ulrich Walter GmbH als Mogelpackung des Monats November 2024. Der Hersteller führt eine neue, nachhaltigere Verpackung, eine bedarfsgerechtere Füllmenge sowie Kostensteigerungen auf allen Ebenen (Rohstoffe, Transport, Energie) als Gründe für den starken Preisanstieg an. Die Verbraucherzentrale ist jedoch nicht überzeugt, da sie vermutet, dass die Herstellungskosten eher gesunken seien und auch die beiden anderen Gründe ihrer Meinung nach keine so drastische Preiserhöhung rechtfertigen würden.

2. Kölln Das Original Schoko Hafer-Müsli

Versteckte Preiserhöhung um 20 Prozent bei Kölln Schoko-Müsli.

Die Peter Kölln GmbH & Co. KGaA begründet die versteckte Preiserhöhung um 20 Prozent mit explodierenden Preisen für Rohkakao. „Da es für uns nicht infrage kommt, bei unseren Rezepturen mit billigeren Zutaten zu experimentieren, um Kosten zu sparen, war die einzige vertretbare Lösung eine Reduzierung des Gewichts je Packung“, teilt das Unternehmen mit. Der Hinweis „Neue Grösse“ auf der Vorderseite der Packung weise auf eine neue Füllmenge hin. Dass diese gesunken sei, werde jedoch nicht sofort ersichtlich, kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg.

3. Dany Pudding Schoko

Versteckte Preiserhöhung bei Dany um 21 Prozent.

Obwohl sich die Füllmenge der Becher bei Dany nicht geändert hat, kostet der Zweierpack jetzt mehr als die Hälfte des alten Viererpacks und die Rezeptur hat sich verändert. Danone verteidigt sich: „Die Entscheidung für das neue Format basiert auf einer repräsentativen Konsumentenstudie“, und ein goldener Sticker mit „NEU“ weise auf eine Veränderung des Produktes hin.

4. Mirácoli Pasta Sauce XXL Basilikum

Versteckte Preiserhöhung bei einer Pastsa-Sauce um 20 Prozent.

Die Mars GmbH, die die bekannte Pasta-Sauce Mirácoli herstellt, rechtfertigt die versteckte Preiserhöhung mit „wachsendem Kostendruck“ und Kostensteigerungen bei Rohstoffen. Es sei weiterhin ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

5. Pringles Original

Versteckte Preiserhöhung bei Pringles um zwölf Prozent.

Die Verbraucherzentrale warnt, dass bei Pringles bereits häufig mit Füllmengen getrickst worden sei. Die Chips seien seit 2006 bis zu 128 Prozent teurer geworden. Kellanove (bis 2023 Kellogg‘s), der Hersteller der Chips, teilt mit, dass die Packungsgröße angepasst worden sei, um sicherzustellen, „dass wir die richtige Packungsgröße für verschiedene Geschäfte oder unterschiedliche Essensanlässe haben.“

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Imago

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