Müde, schlapp und abgeschlagen?

Vitamin-D-Mangel? Symptome, was gegen einen Mangel hilft und wie Sie vorbeugen können

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Wer viel sitzt und wenig an der frischen Luft ist, weist oft einen Mangel an Vitamin D auf. Entsprechende Präparate können helfen, wichtiger sind aber andere Faktoren.

Kassel – Abgeschlagen und müde bis hin zu starken Gelenkschmerzen und depressiven Verstimmungen, derartige Befindlichkeiten hören Ärztinnen und Ärzte immer wieder in ihren Praxen. Werden Patientinnen und Patienten danach gefragt, ob sie viel sitzen, sich wenig an der frischen Luft bewegen und sich eventuell nicht ausgewogen ernähren, müssen sie häufig den behandelnden Medizinern zustimmen. Denn die Beschwerden sind oftmals hausgemacht und können beispielsweise ein Anzeichen für einen Vitamin-D-Mangel.

Hunderttausende Menschen leiden hierzulande an einem solchen Defizit. Besonders in den Wintermonaten kommt es bei sehr vielen Menschen zu einer Unterversorgung mit dem wichtigen Nährstoff. Das weiß auch Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der Barmer Ersatzkasse Niedersachsen und Bremen. „Wer in der dunklen Jahreszeit [...] nicht oft genug nach draußen geht, kann zeitweilig zu wenig Vitamin D im Körper haben“, so Sander.

Vitamin-D-Mangel: Bewegung, Ernährung und frische Luft

Dabei lässt sich einem Mangel an Vitamin D mitunter durch gesunde und ausgewogene Ernährung vorbeugen. Es findet sich insbesondere in Lebertran, fettem Seefisch wie Lachs oder Makrele und Innereien wie Niere und Leber. Zusätzlich ist das Sonnenvitamin in Speisepilzen und Eiern enthalten. Es ist allerdings kaum möglich, den Vitaminbedarf ausschließlich über die Nahrung zu decken.

Vitamin-D-Mangel: Wer viel sitzt, wenig an der frischen Luft ist und sich unausgewogen ernährt, sollte bei bestimmten Symptomen seinen Vitamin-D-Haushalt checken lassen. (Symbolbild)

Das können Sie bei einem Vitamin-D-Mangel tun:

  • Zwischen März und Oktober sollten Sie zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne aussetzen. Achten Sie dabei darauf, sich keinen Sonnenbrand zu holen.
  • Eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung des Vitamin-D-Status stellt die Einnahme von Supplementen (Nahrungsergänzungsmitteln) dar. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt diese, wenn eine Verbesserung des Vitamin-D-Status weder durch die Eigensynthese noch über die Ernährung erzielt werden kann.
  • Ziehen Sie einen Arzt bzw. eine Ärztin für die Einnahme von Präparaten immer zurate, damit es nicht zu einer Überdosierung mit Vitamin D kommt.
  • Kaufen Sie Lebensmittel ein, die nennenswerte Mengen an Vitamin D enthalten. Dazu gehören zum Beispiel fetter Seefisch, bestimmte Innereien und Speisepilze sowie Eier.

    Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI)

Vitamin-D-Mangel: Zehn Lebensmittel, über die man es aufnehmen kann

Lachs
Vitamin D steckt vor allem in tierischen Lebensmitteln wie etwa fettreichen Fischen. Deshalb handelt es sich bei beispielsweise Lachs, Makrele und Hering um besonders gute Vitamin-D-Lieferanten. © valentyn semenov/IMAGO
Haferflocken
Auch Haferflocken eignen sich gerade in den dunkleren Monaten, wenn ein Vitamin-D-Mangel vorliegt. In ihnen stecken nämlich viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.  © VolkerR/IMAGO
dunkle Schokolade
Dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil enthält ebenfalls Vitamin D. Auch wenn die enthaltene Menge (1,9 bis 5,5 Mikrogramm) im Gegensatz zu anderen Vitamin-D-reichen Lebensmitteln geringer ausfällt, kann sie daher ohne schlechtes Gewissen geschlemmt werden.  © OZMedia/IMAGO
Hartgekochtes ei
In gekochten Eiern befindet sich – im Gegensatz zu anderen vegetarischen Lebensmitteln – viel Vitamin D. Besonders reichhaltig ist dabei das Eigelb.  © imageBROKER/Jürgen Pfeiffer/Imago
Champignons
Wenn Pilze unter Sonnenlicht wachsen und nicht mit künstlichem Licht kultiviert werden, sind sie ebenfalls gute Vitamin-D-Lieferanten. Dazu zählen beispielsweise Champignons, Steinpilze und Pfifferlinge. Da das Vitamin hitzebeständig ist, bleibt es auch nach dem Kochen enthalten. © Design Pics/IMAGO
Margarine
Auch Margarine ist ein geeigneter Vitamin-D-Lieferant. Denn Vitamin D wird inzwischen bei der Produktion zugesetzt. Im Gegenzug dazu wurde der Anteil ungesunder Transfettsäuren häufig stark verringert. Es empfiehlt sich daher, vor dem Kauf die Liste der Inhaltsstoffe zu beachten. © Digifoodstock/IMAGO
Avocado
Mit dem regelmäßigen Verzehr von Avocado gelingt es ebenfalls, den Körper mit Vitamin D zu versorgen. Die grüne Frucht enthält außerdem viel Vitamin E, Vitamin B6 und Kalium. © Iordache Magdalena/IMAGO
Gouda
Mit Käse können Sie ebenfalls im Herbst und Winter ihre Vitamin-D-Speicher auffüllen können. Gouda eignet sich hierfür beispielsweise. © Pond5 Images/IMAGO
Glas Milch
Milch kann ebenfalls dabei helfen, die Vitamin-D-Speicher wieder aufzufüllen. Auch dieses Lebensmittel eignet sich daher besonders für die dunkleren Monate. © TANGXIAODONG/IMAGO
Hühnerleber
Wer seinem Körper Vitamin D zuführen möchte, kann dafür Hühner- oder Rinderleber verzehren.  © ajafoto/IMAGO

Wer besorgt ist, ob er oder sie nach den Wintermonaten einen Vitamin-D-Mangel ausweist, muss einen Bluttest machen. Die Bestimmung des Vitamin-D-Status erfolgt laut RKI durch die Messung von 25-Hydroxyvitamin-D kurz 25(OH)D, im Blutserum. Wann Sie bei Symptomen reagieren sollten. Ob zusätzliche Vitamin-D-Präparate eingenommen werden sollten und in welcher Dosierung und Häufung, hilft Ihnen ein Arzt oder eine Ärztin zu entscheiden.

Vitamin-D-Mangel nach den Wintermonaten: Mehr Frauen als Männer betroffen

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI), die zwischen 2003 und 2006 durchgeführt wurde, weisen rund 12,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie 15,2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland eine mangelhafte Vitamin-D-Versorgung auf. Allerdings betont das RKI, dass dies punktuell gemessene Werte sind. Auf eine schwerwiegende langfristige Mangelerscheinung weist das noch nicht hin. Denn: Die Vitamin-D-Versorgung ist laut RKI „starken saisonalen Schwankungen“ unterworfen. 

Ist Vitamin D verschreibungspflichtig?

Das kommt auf die Höhe der Dosierung an. Hoch dosierte Vitamin-D-Präparate können laut Verbraucherschützern zur Behandlung von Erkrankungen, für die sie zugelassen sind, zulasten der Krankenkasse verordnet werden. So dürfen verschreibungspflichtige Vitamin-D-Präparate nur zur Behandlung von Rachitis, Osteomalazie oder Hypoparathyeroidismus sowie zur einmaligen Anwendung bei der Anfangsbehandlung eines Vitamin-D-Mangels zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet werden.

Sind für die Behandlung eines Vitamin-D-Mangels frei verkäufliche Präparate medizinisch notwendig, zweckmäßig und ausreichend, sollen vorrangig diese zulasten des Patienten verordnet werden. Für Nahrungsergänzungsmittel sind hingegen laut Deutscher Apotheker Zeitung (DAZ) keine Höchstmenge festgelegt.

Quelle: Verbraucherzentrale, Klartext Nahrungsergänzung/DAZ

Nach Angaben des RKI sind hierzulande 30,2 % der Erwachsenen mangelhaft mit Vitamin D versorgt. Vor allem Personen über 65 Jahren (Frauen: 32,9 Prozent, Männer: 26,6 Prozent) sowie, gemessen an der Gesamtbevölkerung, sind mehr Frauen (29,7 Prozent) als Männer (30,8 Prozent), häufiger davon betroffen. (sthe)

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