VonSimon Monesschließen
Urlaub mit dem E-Auto kann zur Herausforderung werden. Vor allem in Süd- und Osteuropa ist die Ladeinfrastruktur oft weniger gut ausgebaut.
Wer hart arbeitet, der braucht auch mal Urlaub. Während einige am liebsten in die Sonne fliegen, nutzen andere das eigene Auto, um an den Zielort zu kommen. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten: So fallen auf der Route zum Urlaubsziel in vielen europäischen Ländern Mautgebühren an. Wer mit einem Elektroauto verreist, sollte sich zudem über die Infrastruktur vor Ort informieren.
Mit dem E-Auto in den Urlaub: Wenig Ladesäulen in Süd- und Osteuropa
Denn hier gibt es je nach Land nach wie vor große Unterschiede. In Ländern wie den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Deutschland ist das Netz an Ladestationen gut ausgebaut. Laut einer aktuellen ADAC-Statistik gibt es in den Niederlanden 111,8 Ladepunkte pro 100 Kilometer Straßennetz. Dahinter folgen die Schweiz (55,2) und Deutschland (51,4). Österreich kommt auf immerhin 47,6 Ladepunkte pro 100 Kilometer Straßennetz. Ein deutliches Plus gegenüber der letzten Auswertung des Automobilklubs. Diese Länder sind somit planungssichere Reiseziele für E-Autofahrer.
In Süd- und Osteuropa sieht die Situation jedoch anders aus. Hier ist die Ladeinfrastruktur oft weniger gut ausgebaut. Regionen wie Süditalien oder Osteuropa können für E-Autofahrer zur Herausforderung werden. „Je weiter es in den Süden und Osten geht, umso schwieriger wird es“, warnt der ADAC. Reisende sollten sich daher vorab genau informieren und ihre Route entsprechend planen. In Portugal gibt es beispielsweise gerade einmal 0,5 Ladesäulen pro 100 Kilometer. In Spanien und Bulgarien sind es 1,2.
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Mit dem E-Auto in den Urlaub: ADAC gibt Tipps für Reiseplanung
Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Reichweite der Elektroautos steigt immer weiter an. „Für viele Fahrzeuge ist eine Entfernung von 400 Kilometern kein Problem mehr. Der Urlaubsreise mit einem E-Auto steht somit nichts entgegen“, erklärt Piero Scazzi, Technikexperte des ADAC Hessen-Thüringen. Einige Modelle schaffen mit einem Ladestopp sogar bis zu 750 Kilometer, was sie voll langstreckentauglich macht.
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Für die Routenplanung sollten Autofahrer daher sowohl die Reichweite als auch das Netz an Schnellladestationen berücksichtigen. „Schnellladestationen sind für Reisende besonders relevant, sie werden aber umso rarer, je weiter es in den Süden oder von den Hauptreiserouten weg geht“, betont Scazzi. Zudem sollten sich Urlauber auch über die Bezahlmöglichkeiten vor Ort informieren und prüfen, ob die heimischen Ladekarten oder Lade-App auch in den Reiseländern funktionieren. Häufig ist auch eine Registrierung vor Ort möglich. Der Automobilklub gibt zudem weitere nützliche Tipps, damit einer entspannten Fahrt in den Urlaub nichts im Wege steht:
- Rechtzeitig laden: Bei den Ladestopps sollten Sie stets eine Restkapazität von zehn bis 20 Prozent einplanen. Sollte die Ladesäule kaputt oder längerfristig belegt sein, haben Sie so die Möglichkeit, eine Alternative anzusteuern.
- Buchen Sie eine Unterkunft mit Lademöglichkeit: Immer mehr Hotels und Ferienunterkünfte bieten auch Ladesäulen für Elektroautos an. Grade in Ländern mit wenigen öffentlichen Ladepunkten kann eine solche Unterkunft viel Zeit und Nerven sparen.
- Vermeiden Sie die Hauptreisezeit: Das hilft nicht nur bei Stau auf der Autobahn, sondern auch, wenn es um freie Ladepunkte geht. Je weniger Autos unterwegs sind, desto weniger Reisende konkurrieren um freie Ladepunkte.
- Ladestopps angenehm gestalten: Wenn das Auto einmal an der Steckdose hängt, dauert es selbst an Schnellladesäulen rund 20 bis 45 Minuten – je nach Auto – bis die Batterie wieder geladen ist. Genug Zeit also, um auf Toilette zu gehen, einen Kaffee zutrinken oder sich die Beine zu vertreten. Gerade, wer mit Kindern reist, sollte diese Pause sinnvoll nutzen.
- Clever Laden: Steuern Sie am besten leere Säulen an. Stehen zwei Autos an einer Schnellladesäule, teilen sich diese die Ladeleistung. Entsprechend dauert es länger bis der Ladevorgang abgeschlossen ist.
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