Gedächtnis fördern

Spermidin lässt fünf Jahre länger leben: Forschende raten, den Naturstoff täglich zu essen

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Um lange gesund zu bleiben, ist die Auswahl der Lebensmittel essenziell wichtig. Spezielle Lebensmittel fördern die Gesundheit der Zellen besonders.

Wenig industriell hergestellter Zucker, wenig gesättigte Fettsäuren, wenig Salz: Wer das in der Ernährung umsetzt, fördert die Gesundheit des Herzens und anderer lebenswichtiger Organe. Als besonders gesund werden ballaststoffreiche Kost wie Vollkornprodukte eingestuft. Wer diese bevorzugt, schützt sich sogar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt.

Viele Mikronährstoffe und Naturstoffe haben nachgewiesenermaßen positive Wirkung auf unseren Körper. So soll Taurin, das unter anderem in Energydrinks enthalten ist, Zellen und Organe gesund halten. Und auch der natürliche Botenstoff Spermidin soll sich positiv auf Alterungsprozesse im Körper auswirken. Einer Studie zufolge reduziert man die Gefahr eines frühzeitigen Todes, wenn man täglich Spermidin zu sich nimmt. Und auch die Gedächtnisleistung verbessert sich durch die Einnahme des Naturstoffs, heißt es weiter vonseiten der Medizinischen Universität Innsbruck.

Spermidin kurz erklärt

Spermidin ist ein Botenstoff, der in der Prostata gebildet wird und in männlichem Sperma vorkommt. Doch auch verschiedene Lebensmittel enthalten den Naturstoff. In den Körperzellen trägt Spermidin zum Wachstum bei. Es fördert auch die Selbstreinigung (Autophagie) der Zellen, was das Risiko chronischer Krankheiten dem Wissensportal GEO zufolge reduziert.

Bessere Gedächtnisleistung durch Spermidin

Spermidin verlängert das Leben von Zellen und hat positive Effekte auf den Alterungsprozess des Gehirns, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Letzteres konnten Forschende der Universität Graz, der Freien Universität Berlin und der Medizinischen Universität Innsbruck in zwei gemeinsamen Studien zeigen. So waren Mäuse, die mit Spermidin angereicherte Nahrung zu sich genommen hatten, kognitiv leistungsfähiger als die Vergleichsgruppe. Eine verbesserte Funktionsweise der Mitochondrien im Hirn der Mäuse war nachweisbar. „Auch im Menschen scheint ein höherer Spermidingehalt in der Nahrung mit verbessertem Denkvermögen und einer stärkeren Gedächtnisleistung verknüpft zu sein“, heißt es in einer Pressemitteilung der Medizinischen Universität Innsbruck.

In Erbsen steckt unter anderem der Naturstoff Spermidin.

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Forschende gehen sogar noch weiter und sprechen von einer lebensverlängernden Wirkung des Naturstoffs. So wies ein internationales Forscherteam, geleitet von der Medizinischen Universität Innsbruck, einen Anti-Aging-Effekt von Spermidin auch für den Menschen nach. „Unsere validen Ergebnisse basieren auf Daten von 829 ProbandInnen aus der prospektiven Bruneck Studie und spezifischen Diätfragebögen zur Berechnung der Nahrungsaufnahme. Damit können wir die aus verschiedenen Modellorganismen bereits bekannte Wirkung von Spermidin auf altersbedingte Prozesse bestätigen sowie seine Rolle als unabhängige Einflussgröße auf die Lebensspanne nun auch erstmals beim Menschen untermauern“, so Neurologe Stefan Kiechl, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Weiter heißt es in der Pressemitteilung, dass Studienteilnehmende, die mindestens 80 Mikromol Spermidin pro Tag mit der Ernährung aufnahmen, ein deutlich geringeres Risiko hatten, im 20-jährigen Beobachtungszeitraum zu versterben. Der Überlebensvorteil von spermidinreicher im Vergleich zu spermidinarmer Ernährung würde rund fünf Jahre betragen.

Spermidin ist unter anderem in Weizenkeimen, Kürbiskernen, reifem Käse, Nüssen, Hülsenfrüchten und Pilzen enthalten. Auch in Rotwein soll Spermidin enthalten sein, wie der Tagesspiegel schreibt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Aleksei Isachenko/Imago

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